CD-Review: Vesper – Possession of evil will

vesper_cover

[Old schooled Thrash Metal] – Düsterwald Produktionen (2010)
Italien
No flesh for masses!

Welche Scheibe würde der (durchschnittliche) Metaller als Hintergrundmusik auflegen, wenn er bei seinen künftigen Schwiegereltern um die Hand seiner Holden anhalten würde? Nun … ich weiß es nicht. Ich weiß aber, welche Scheibe er besser nicht auflegen sollte: die Neue, die Erste (echte Scheibe) von Vesper … „Possession of evil will“ ist gar nicht gut für künftige Schwiegermütter und –väter, es sei denn diese haben einen ausgesprochen schlechten Musikgeschmack!

Gut für Vesper und den Rezensenten, dass wir genau über solch´ einen fraglichen Vorteil verfügen. Gut für uns alle, dass wir genau das Gegenteil suchen, was dem Massengeschmack zusagt. Freilich wird sich der Rezensent etwas höflicher ausdrücken als dies die drei Puristen aus der ewigen Stadt tun. Unterm Strich aber stimmen wir über ein: Trendmusik mögen wir gar nicht! Und entsprechend gilt bereits an dieser Stelle eine uneingeschränkte Empfehlung für alle Puristen, Individualisten und sonstige Revoluzzer mit eingeschränkter geistiger Beweglichkeit und Phantasie. Vespers neue, erste „wirkliche“ Scheibe kommt dementsprechend auch nicht ansatzweise „modern“ daher, sondern nimmt die alten Riffs des Thrash-Metal auf und gibt sie – sicher null innovativ, aber auch nicht schlechter – wieder. Vesper klingen entsprechend ein bisschen wie alte Mötorhead-Scheiben: Wenig filigran, ziemlich straight und insbesondere kompromisslos primitiv, was sowohl für den Sound, als auch für die Texte gilt.

Neue, innovative Riffs und Melodien findet man hier nicht. Lyrisch anspruchsvolle Texte sind nur in „zweiter Linie“ die Stärke der Römer … o.k. seien wir ehrlich: Anspruch ist nicht vorhanden! Aber sind wir doch ehrlich: Welcher echte Thrasher sucht danach? Welcher echte Thrasher braucht solchen überflüssigen Ballast? Kann es denn überhaupt „innovative“ Thrash-Metal-Bands geben oder schließt sich Innovation und Thrash-Metal per se aus??? Wer Thrash-Metal verinnerlicht hat, wer Thrash-Metal wirklich lebt … der interessiert sich hierfür doch nicht die Bohne! Dieses aufgesetzte Gefasel und Geheuchel von Innovation und (Text-) Inhalt … für old-schooled thrash –fans ist das so was von daneben! Mögen die Texte das alte oder das neue oder das nächste oder übernächste Testament wiedergeben oder einfach nur das letzte date mit „irgendeiner fucking bitch“ … wen interessiert´s … ist da ein Unterschied???

Solange der Bierkasten gefüllt ist und genügend „Verlobte“ bereit stehen, ist die Welt in Ordnung. Alles andere hat keine wirkliche Bedeutung.
Die „Musi“ soll knallen, stampfen, brüllen, der head soll bangen, der Schweiß triefen, der Alkohol-Pegel stimmen … alles andere überlässt der Thrasher den „Feingeistern“. So war es immer, so ist es und so soll es immer sein!

Und genau so sind Vesper! Und entsprechend verbietet sich jegliche weitere Bewertung dieser Band und dieser Scheibe! Puristen aller Länder vereinigt Euch und verneigt Euren Kopf … oh Käse! … knallt Euren Schädel sonst wo hin, zum stampfenden Rhythmus von Vesper … und lebt einfach Eure Musik. Wer den Thrash-Metal nicht lebt (leben kann), wird mit Vesper nichts anfangen können oder um es mit den Worten Roms zu sagen: „You will not like me!“

Was das Ganze mit Pagen-, Folk- oder Viking-Metal zu tun hat?
Nun, ehrlich gesagt: nichts! Geil ist es trotzdem!

Hörbeispiele zu Vesper finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/vesperscum
geschrieben am 4.1.2011 von karsten@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 1 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Vesper
Düsterwald Produktionen

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