CD-Review: Vogelfrey – Wiegenfest

Vogelfrey_-_Wiegenfest

[Medieval Metal] – Trollzorn (2010)
Deutschland
Der gemeine Mensch ist ein Schwein…!

…lautet es gleich in einer der ersten Textpassagen. Aus dem Zusammenhang gerissen eindeutig ein Angriff auf den Homo Sapiens, in Wirklichkeit eine amüsante Einleitung mit einen Seitenhieb auf die Inquisition. Zugleich auch der Opener auf dem Erstlingswerk von Vogelfrey, einer Combo die am Medieval Folk Metal Markt in Zukunft mitmischen wird. Unter der Flagge von Trollzorn wird hier ein abwechslungsreiches Debüt präsentiert.

‚In Acht und Bann‘ lässt es schon sehr professionell aus den Boxen schallen. Sprich die Hörerschaft hat von Beginn an nie das Gefühl mit einer First Production konfrontiert zu werden. Vor allem Bedingt durch einen 1A Sound und gut durchdachten Songstrukturen. So weit so gut. Haken an der Sache: die eigene Note fehlt. Von einem Sextett, noch dazu begleitet mit Geige und Cello, erwarte ich mir mehr Eigenständigkeit.

Neues erwartet Hörer und Hörerin nicht wirklich. Die metallischen Passagen sind zwar sehr kraftvoll und eingängig, aber zu viel Rammstein mäßig verpackt. Die Medieval Parts wiederum eine Anlehnung an In Extremo, Subway to Sally und Schadmaul. Weiters geht der Gesang von Jannik vor allem bei den härteren Stücken unter.

Bei all der Kritik reden wir aber von einem guten Album. Der Medieval Gemeinde wird es sicher gefallen. Speziell Songs wie ‚In Acht und Bann‘, ‚Belsazar‘, ‚Heldentod‘ , ‚Blutgericht‘ oder ‚Feenfleisch‘ werden sicher Live gut ankommen. Inhaltlich wird das Mittelalter, seine Geschichte und das Heidentum teils auf ironische Weise dokumentiert. Mit sozialkritischen Äußerungen spart man ebenso nicht (‚Blutgericht‘).

Um nochmals gegen Ende auf Janniks Gesang einzugehen: ‚Waffenbruder‘ (für mich der beste Song) ist genau die Nummer, die für seine Stimme kompatibel ist. Damit sind wir auch schon beim Fazit nach elf doch recht unterhaltsamen Stücken: Obwohl ich ein Vertreter gesunder Härte bin, sollte Vogelfrey in Zukunft davon etwas raus nehmen und mehr auf die akustischen Stärken bauen. Mit Johanna (Cello) und Alex (Geige) und dem Bediener der Pipes – wer macht die auf ‚Puella Rufa‘? – hat man auf jeden Fall begabte Musiker an Bord, die mir auf „Wiegenfest“ zu wenig in den Vordergrund treten.

Weiterempfehlung: ja – Freunde von Subway to Sally und In Extremo können beim Erwerb der CD nichts falsch machen und bekommen sogar eine härtere Ausgabe davon. Für den nächsten Silberling jedoch wünsche ich mir mehr persönliche Note, so wie gegen Ende auf „Wiegenlied“ (‚Waffenbruder‘ und ‚Puelle Rufa‘).

Hörbeispiele zu Vogelfrey finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/vogelfrey
geschrieben am 23.10.2010 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Vogelfrey
Trollzorn

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s