CD-Review: Waldgeflüster – Femundsmarka

waldgefluester_femundsmarka

[Nature Black Metal/Pagan Metal] – Black Blood Records (2011)
Deutschland
Auf Reisen….!

Nachdenklich, düster, stürmisch, dunkel und doch vertraut. Das waren meine Gedanken damals, als ich „Herbstklagen“ das erste mal hörte. „Herbsklagen“, damit ist das Vorgängerwerk gemeint. Zugleich auch die ersten Töne, die ich von Winterherz zu Ohr bekam. Winterherz, der für das Soloprojekt Waldgeflüster verantwortlich ist, welches er 2005 gründete, nachdem ihm der Metal bei Scarcross zu wenig Black war. Scarcross wiederrum die Band wo Winterherz noch immer im Dienste des Gesangs und der Gitarre steht. Doch die heutige Geschichte gehört Waldgeflüster und dessen neuen Werk „Fermundsmarka“.

Bereits gen Ende 2009 haben wir in einem sehr interessanten Interview –> Link dazu erfahren, dass das kommende Werk über die Trekking Reise handelt, die Winterherz mit seinem Bruder P. im Sommer 2009 nach Skandinavien organisierte. Ursprünglich nur als EP geplant, ist es doch das neue Waldgeflüster Album geworden. Dafür ist nicht nur eine Person verantwortlich. Brüderlich wurde das Konzept mit P. verfasst. Übrigens bereits der Titel „Femundsmarka“ verrät uns, wohin die Reise geht. Ist es doch Teil des Gebietes, welches von den beiden bereist wurde.

Eine Reise voller Emotionen, beeindruckender Bilder, geprägt durch die Wildnis und Schönheit der Region Engerdal. Engerdal ist ein Reiseziel das echte Wildnis und großartige Naturerlebnisse bietet. Wer Waldgeflüster bereits kennt, der weis das dieses Konzept genau zu seiner Musik passt. Eine Musik, die dem Hörer in einem kurzen Satz beschrieben werden kann: „Emotionaler Black Metal mit vielen akustischen Elementen“ (Zitat: Winterherz). Genau das, was in jeder Strophe spürbar ist: Emotion, Bilder die durch den Kopf gehen und niedergeschrieben werden. Wer kann es mehr nachvollziehen als ich, wo ich die Schönheiten des Nordens bereits kennengelernt habe. Nur fehlt es mir an musikalischen Talent, dass in Klang & Ton wiederzugeben. Braucht es nicht. Ich lege „Fermundsmarka“ ein und die Bilder eines wunderschönen Landes ziehen an mir vorbei. Für diese Momente kann die Hörerschaft Winterherz und P. nur danken.

Eröffnet wird mit einem rein akustischen Prolog – ‚Aufbruch‘. Hier wird der Hörer in mehr als fünf Minuten auf die Reise eingestimmt, ehe es mit Spur zwei ‚Kapitel I – Seenland‘ schwarzmetallisch zur Sache geht. Mit dem für Winterherz typischen Black Metal Gekrächze, welches aber stets dezent ist. Nicht wie bei einigen Black Combos, die bereits nach den ersten Liedern eine Stimmbandverletzung haben. Zu ‚Seenland‘: Schwarzmetallisch ja, aber ebenso immer mit ruhigen Akustik Parts angereichert. Ein Auf – und Ab für die Seele und das über zehn Minuten.

‚Interludium I – Rast‘ eine Dark Ambient Nummer mal so eingeschoben. Vielleicht hören wir in Zukunft mehr davon? Wer weis?. ‚Kapitel II – Steinwüsten‘ lässt es dafür wieder ordentlich Krachen. Ein berührendes Erlebnis, welches sich in Text und Ton wiederspiegelt. Mit vielen Breaks und Stimmungsschwankungen, verteilt auf weitere zehn Minuten. Das rein akustische ‚Interludium II – Nacht‘ bringt wieder viel Ambiente. Mit den begleitenden Urlauten erinnert mich dieses Stück ein wenig an Ancestors Blood, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Mit ‚Kapitel III – Fichtenhein‘ wird es wieder metallisch. Mir gefällt der simple Rythmus an diesem Song, der alte Metalzeiten hochleben lässt. Episch zieht sich das Stück fast zwölf Minuten. Damit der längste Teil von „Fermundsmarka“. ‚Epilog – Heimkehr‘ sagt schon alles. Es ist zugleich der Abschluss der musikalischen Darbietung. Ein würdiger, wo Winterherz wieder volle Gitarrenarbeit hineinlegt. Rein akustisch schließt sich somit der letzte Teil.

Winterherz & P. präsentieren einen Reiseführer, den man unbedingt haben muss. Denn es ist einer mit persönlicher Note. Den bekommt man nicht in jeder Buchhandlung. Hier steckt nicht nur eine Geschichte drinnen, sondern viele Bilder und Emotionen. Ein Reiseführer der Lust auf einen Trip in die Wildnis des Nordens macht. Dafür gibt es viele Punkte. Für Freunde des melancholischen Black Metals, Akustik – und Naturliebhaber, sowie Fans paganer Klänge heißt es unweigerlich ab 27.05. zuschlagen und weiterempfehlen.

Hörbeispiele zu Waldgeflüster finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/blackwaldgefluester
geschrieben am 24.5.2011 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Waldgeflüster
Black Blood Records

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