CD-Review: Welicoruss – Apeiron (EP)

welicoruss_apeiron

[Symphonic Black Pagan Metal] – Eigenproduktion (2009)
Russland
Slavia Pagana!

Sibirien verbinden viele nur mit Kälte, Einöde oder aus der Vergangenheit mit Straflagern. Das es sich dabei um einen Landstrich handelt, der auch sehr warme Sommertagen zu bieten hat und zu den unberührtesten sowie schönsten Naturflecken der Erde zählt, wissen wohl eher weniger Leute. Ebenso, dass es hier jede Menge talentierte Musiker mit Metallastigkeit gibt. Wie zum Beispiel „Welicoruss“ aus Novosibirsk, der größten Stadt Sibiriens. Das nicht erst seit gestern jede Menge qualitativ guter Folk/Pagan Metal Bands aus Russland kommen, ist ja nicht Neues, jedoch hat man bisher noch nicht viel von Welicoruss in unseren Breitengraden gehört. Das allerdings zu unrecht.

Selten war ich in letzter Zeit so von den Socken, trotz vieler Promos aus Skandinavien und Mitteleuropa. Wir haben es hier nicht mit einer x-ten Arkona oder Nomans Land Kopie zu tun, sondern mit einer Band die ihr eigenes Genre gegründet hat, trotzdem nicht auf der ewigen Suche nach der musiklischen Selbstfindung ist. Einfach erklärt: CD rein, lauschen und beeindruckt sein. Beeindruckt deswegen, weil ich selten so einen professionellen Soundschnitt auf einer Eigenproduktion vernommen habe. Das alleine verdient schon Hochachtung, zu dem hat die Musik meinen Nerv getroffen. Und ich denke auch es wird weitere treffen, die meiner Empfehlung folgen.

Bereits Titel Nummer eins ‚Apieron‘ bietet alle Facetten: Symphonie, Düsterheiten, Klassik, Metal, Melancholie. Die ersten Töne, die nach einem kurzen Keyintro ertönen, verleiten unweigerlich zu heftigen Genickzuckungen. Beeindruckend die abgebrühte Gitarrenarbeit. Vieles was auf „Apeiron“ geboten wird entspricht nicht von Haus meinen Idealvorstellungen. Viele Synths, hauptsächlich Insturmentals, die nur ab und zu von Gesangparts begleitet werden (einige meinen vielleicht „Einfallslosigkeit“, ich meine dezente Zurückhaltung im Dienste der musikalischen Gesamtheit). Und genau diese Gesamtheit macht es auf „Apeiron“aus.

Das es sich hierbei nur um eine EP handelt sei zweitrangig. Es ist das zugleich bisher letze Werk der fünf Russen aus dem Jahre 2009. Gleich vorweg, wir werden vom letzten Langrillen Projekt „Wintermoon Symphony“ (2008) ebenso berichten. Zurück zur EP. Wer auf mehr Gesang steht wird ‚Slava Rusi‘ speziell mögen, jedoch genauso an der ‚Classic Version‘ gefallen finden. Eine wunderschöne Klassik Ballade, die selbst schwärzeste Metaller zum melancholisch werden einlädt. Hierbei sei auch der weibliche Hintergrundgesang erwähnt. Inhaltlich wird die slavische Vergangenheit und Gegenwart gepriesen. die Texte sind auf russisch, was dem ganzen den richtigen Flair verleiht, auch wenn Mann/Frau kein Wort versteht.

Die sieben Stücke machen die EP zu einem symphonischen Kurzwerk der Extraklasse. Vorweg, hier wird nicht ganz einfach Kamelot mit Finntroll gemischt, sondern eine eigene Mixtour aus klassischen Metalelementen mit Dark/Black Einflüssen und paganen Elementen kreiert. Einfach und bodenständig, zugleich anspruchsvoll und extravagant. Mein Tipp: absolute Verkaufsempfehlung, zur Zeit leider nur als MP3 über Amazon erhältlich oder Mann/Frau probiert eine Anfrage direkt über die Band (siehe u.a. Verweise).

Hörbeispiele zu Welicoruss finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/welicoruss
geschrieben am 16.8.2010 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 14 von 15
Informationen: Welicoruss
Eigenproduktion

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Eine Antwort zu “CD-Review: Welicoruss – Apeiron (EP)

  1. Pingback: Ragnarök Festival 2016 – WelicoRuss | Folkmetal.at

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