CD-Review: Wolfmare – Hand of glory

Wolfmare_Hand of glory

[Folk Metal] – CCP Records (2010)
Russland
Gutes Genrewerk mit grossem Makel!

Wolfmare aus St. Petersburg präsentieren nach „Widdershins“ (noch unter dem Namen Wolfsangel) und „Whitemare Rhymes“ mit „Hand of Glory“ bereits ihr drittes Studioalbum. An den Erstling konnte ich bisher leider nicht gelangen (wurde auf einem kleinen russischen Label veröffentlicht). „Whitemare Rhymes“ hingegen schätze ich als abwechslungsreiches Folkmetal Album.

Genau hier knüpft das neue Werk an. Standesgemäss ertönen Rufhörner zum Auftakt von ‚The Plagued‘. Die Gitarre lässt schwarzmetallische Einflüsse erkennen, gekonnte Growls erklingen. Alles soweit im grünen Bereich bis, ja bis der Gesang von Sängerin Lyba Maslova einsetzt, der so überhaupt nicht zum Rest passt. Da nimmt man kaum noch die Bagpipes wahr, welche den Refrain begleiten.

Nach kurzem Akustikintermezzo (‚Angel Lust‘) fällt der Einstieg zu ‚Down by the Riverside‘ ziemlich brutal aus. Dudelsack und Violine erklingen und kurz darauf auch wiederum diese nervige Stimme.

Mittelalterlich mit Tröten- und Flötenmelodey beginnt ‚Red-wat Dream‘. Und man höre und staune: hier, wo der zuvor kritisierte Gesang lediglich beim Refrain und in tieferer Stimmlage zum Zuge kommt, klingt das Ganze schon deutlich stimmiger.

Einen Klassiker gibt’s an fünfter Stelle: Das ‚Palästinalied‘ von Walther von der Vogelweide kennt man offensichtlich auch in Russland. Schon unzählige Male in verschiedensten Versionen gehört, weiss die wolfmaresche Variante durchaus zu gefallen. Insbesondere die orientalisch klingende Gitarre sowie Dmitri Petras’ tiefe Stimme in Kombination mit der urchigen Aussprache verleihen dem Track das notwendige Flair.

Bei ‚Bring out your Dead‘ handelt es sich um den Humppa-Track des Silberlings. Hier taucht dann leider auch wieder dieser Gesang auf. In Kombination mit den Growls erscheint der (auch wenn ich mich wiederhole) einmal mehr unpassend.

Neuer Song – gleiches Problem: ‚The Keening‘ erschallt deutlich schleppender aus den Boxen, die Growls einwandfrei, der Klargesang… ach, ich geb’s auf. Für den Rausschmeisser ‚Heaven‘ drücken Wolfmare noch einmal aufs Gaspedal. Begleitet von einer eingängigen Flötenmelodie und ausschliesslich gegrowlten Vocals wiederum ein Lichtblick.

„Hand of Glory“ bietet beinahe alle Facetten des Folkmetals: Humppa, Tavernenmusik, mittelalterliches… Auch die Metalparts sind keineswegs monoton: Mal eher im traditionellen Heavy Metal Bereich, dann wieder Black/Death Metal lastiger. Die Produktion ist gelungen, vor allem die Vielzahl an folkloristischen Instrumenten kommt einwandfrei zur Geltung. Für die Zukunft schlage ich vor, dass erwähnte Dame sich ausschliesslich auf’s Cello spielen konzentriert und die Vocals der kreischenden/growlenden Fraktion (Iana Nikulina und Ruslan Anisimov) oder aber Dmitri Petras’ Tiefgesang überlässt.

Hörbeispiele zu Wolfmare finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/wolfmareband
geschrieben am 10.11.2010 von wallace@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Wolfmare
CCP Records

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s