CD-Review: Woodenpeak – Lumen

WOODENPEAK_LUMEN

[Jazz/Folk/Pop] – Analogsoul (2011)
Deutschland
Es werde Licht!

„Folk“ umschreibt im Weitesten volkstümliche, traditionelle Musik. Musik, die vielschichtig ist und (natürlich) nicht nur „Irish folk“ oder „Medieval Folk“ beinhaltet oder gar ausschließlich mit „Folk metal“ gleichzusetzen wäre. Folk lässt sich ganz wunderbar auch mit anderen, etwa jazzigen Klängen verbinden … und genau diesen Blick wollen wir mit Woodenpeaks neuester Scheibe „Lumen“ riskieren.

Bereits die „Verpackung“ der CD unterscheidet sich von den hier üblicherweise rezensierten Alben, allein schon dadurch, dass man ´mal sein Hirn anschalten darf und nicht gleich vor dem nächsten Schwertstreich in Deckung gehen muss. Und dieser Trend setzt sich ungekürzt im Inneren fort. Relaxter Cool-Jazz gemischt mit folkigen, zuweilen gar poppigen Tönen erwartet den Hörer. Feine, unbeschwerte, instrumentale, teils gar experimentelle Klänge kennzeichnen dieses Album. „Unplugged“ würde der Metaller sagen, „natürlich“ und „unaufgeregt“ mag dies der Jazzer nennen. Jedenfalls Musik mit Qualität. Individuell, intelligent, imponierend … und wunderbar vielschichtig. Es ist einfach wohltuend etwas nicht gleich beim ersten Hören in voller Bandbreite wahrnehmen zu können, sondern auch nach ein paar Durchläufen Neues entdecken zu dürfen.

Bereits das zweite Album präsentieren nun die beiden Herren aus Deutschland und viele weitere mögen noch folgen. Gar Großes könnte hier im Entstehen sein, auch wenn man auf den Gedanken kommen mag, im Vergleich zu etablierten Größen dieses Genres fehle es an Stimme. Andererseits bleiben Woodenpeak geradezu sympathisch natürlich, nicht mit diesem „gewissen Allerwelts-Stimmchen“ aufzuwarten, sondern mit einer markanten Note. Potential … in Sachen Jazz … hat die Stimme allemal!

Weniger nachvollziehbar sind die zum Teil deutschen Songtitel, die dann englische Texte haben. Man könnte das nun „extravagant“ nennen. Ausgefallener wäre es jedoch – gerade für Cool Jazz – nicht nur die Titel, sondern auch die Texte in Deutsch zu gestalten. Und die deutsche Sprache bietet ausreichend Spielraum für Avantgarde. Wenn eine Eivør Pálsdóttir das sperrige Färingisch exzellent einzusetzen vermag, warum schaffen Woodenpeak nicht ein paar „heimatliche“ Klänge? Musikern, die sich mit Dosenfischercrews, Maschinenhühnern, Betrügeräffchen und anderen Restgeräuschen umgeben, sollte dies gelingen.

An Fantasie fehlt es jedenfalls nicht, ebenso wenig wie an Können und Leidenschaft. Beste Voraussetzungen also, für ein empfehlenswertes Stück Musik … abseits der hier sonst üblichen Klänge. Eine CD wie gemacht für einen warmen, duftigen Frühlingsabend mit einem schönen Glas Wein … den Blick auf das geschäftige Treiben der Metropole gerichtet.

Hörbeispiele zu Wodenpeak finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/woodenpeak
geschrieben am 17.4.2011 von karsten@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): von —
Punkte (Gesamt): von —
Informationen: Woodenpeak
Analogsoul

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