CD-Review: Woodscream – Pentadrama (EP)

woodscream_pentadrama

[Folk Metal] – Eigenproduktion (2010)
Russland
Nastrovje!

Jaja, die Vorurteile: Denkt man an Russland, so kommt einem sofort Vodka (und passend dazu Nastrovje) in den Sinn. Der gemeine Folk Metaller verbindet mit den Rus hingegen wohl eher die Ausnahmeerscheinung Arkona. Abseits dieser grandiosen Truppe tummelt sich jedoch eine ganze Horde talentierter Bands wie z. B. Nomans Land, Wolfmare, Tverd, Alkonost, Svartby oder eben Woodscream im russischen Untergrund.

Ende 2006 gegründet, kann das junge Quintett aus St. Petersburg bislang drei Singles und die hier vorliegende EP in ihrer Diskographie auflisten. Aktuell wird aktiv an Material für den ersten Longplayer gearbeitet.

Das Beste zuerst: Selten habe ich bei einer Eigenproduktion einen derart einwandfreien Sound vernommen. Hier stimmt einfach alles! Keine unhörbaren Drums, die Folkinstrumente (Violine, Flöte) gerade richtig in Szene gesetzt, generell ein glasklarer Sound und dennoch keineswegs überproduziert.

Stilistisch bewegt man sich im traditionellen Heavy Metal, angereichert mit oben erwähnten Folkloreinstrumenten. Bei ‚Abbat John‘ kommt ausserdem ein (vermutlich vom Synthie erzeugtes) Piano zum Einsatz, dessen Melodieführung gleichermassen ungewohnt wie innovativ erklingt. ‚Ballada o Reke Shennon‘ kommt ziemlich humppalastig daher, ohne dabei eine blinde Kopie der Grössen dieses Genres darzustellen. Hier werden dezent typisch russische Folkmelodien eingebunden, während bei den übrigen Tracks (abgesehen von den ausnahmslos russisch intonierten Vocals) nicht zwingend Rückschlüsse auf die Herkunft Woodscream’s gemacht werden können.

Eigentlich besitzt Pentadrama lediglich zwei Schwächen: Der allgegenwärtige weibliche Cleangesang sowie die viel zu kurze Spieldauer von gerade einmal 17 Minuten (bei fünf Tracks). Zweifellos ist Valentina Tsyganova eine talentierte Sängerin, doch passt ihre Stimme nur bedingt zum instrumental Dargebotenen. Harsche oder gar gegrowlte Vocals, wie sie stellenweise bei ‚Chernaya Smert‘ erklingen, würden hier das Gesamtbild besser abrunden.

Woodscream machen dank Abwechslungsreichtum, einem gewissen Masse an Innovation und (wie bereits erwähnt) mit einem hammerfetten Sound definitiv Lust auf mehr!

Hörbeispiele zu Woodscream finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/woodscream
geschrieben am 6.5.2011 von wallace@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Woodscream

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