CD-Review: Cales – Return from the other side

cales_return from the other side

[Progressive Rock/Folk Metal] – Gothoom Productions (2011)
Tschechische Republik
Good old fucking Rock!

Zum zweiten mal liegt ein aktuelles Exemplar von einem gewissen „Blackosh“ auf unserem folkmetal.at Tisch. Dieser wurde bereits ausführlich im Zuge der letzten CD Kritik „KRF“ von unserem Rezensent Karsten vorgestellt. Kurz für die Unwissenden. Blackosh ist für das seit 1992 bestehende tschechische Soloprojekt „Cales“, verantwortlich. Daraus resultierte inklusive „Return from the other side“ das bereits sechste Album.

Was hat sich seit der letzten Veröffentlichung getan? Es wurde das Plattenlabel gewechselt. Im Dienste des slowakischen Tonträgerdienstes hat sich jedoch nicht viel verändert. Die Schwächen, welche unser Karsten im letzten Review aufgezeigt hat, sind die selben. Damit ist der Gesang gemeint. Doch so ganz würde ich es nicht als Schwäche bezeichnen. Wohl sind die Töne von Blackosh nicht A Typisch für Metal oder harten Rock, weiters gehen, wie bei KRF, die Stimmbänder im Gitarrengewitter unter, aber gerade diese Eigenheiten geben dem Ganzen einen einschlägigen Charakter.

Aber beschäftigen wir uns mit den Stärken von „Return from the other side“. Diese Scheibe rockt noch mehr wie die letzten und irgendwie komme ich mich in die Siebziger zurück versetzt vor. ‚Return from the other side‘ beginnt zwar mit Folkklängen, ehe sich rockige und rotzige Gitarrenriffs über die gesamte Songlänge erstrecken. ‚Over the abyss of life and death‘ beginnt ähnlich folkig, ehe es wieder progressive rockig weitergeht. Und im Prinzip haben wir diesen Ablauf über den gesamten Plattenteller. Zweiter Song erinnert mich ein wenig an die guten alten Stones. Was mir gefällt, dass Blackosh den Folk nie verleugnet und zumindest immer einige Parts einfließen lässt. Ebenso bei ‚Highlander‘.

Die Lyriks sind auch keine neuen. Bereits das Cover (Cernunnos hält den Pfeil im Arm) verrät, dass es sich um altkeltische Geschichten und Mythen handelt. Wer nur auf die Musik hört, der würde nie diese Thematik vermuten. Diese ist aber seit Beginn der Ära Cales ständiger Wegbegleiter. Ein klassisches Pardoxon, genauso Titel Nummer vier ‚Verdict‘ der erstmals Metalklänge offenbart und mit dumpfen Bass für düstere Atmosphäre sorgt. Gegen Ende wird es doch noch heavy. ‚Heathen Beast‘ errinert mich an eine Heavy Metal Nummer aus den Achtzigern. Könnte abgesehen von der Stimme Accept, WASP oder Running Wild sein.

RFTOS lässt auf jeden Fall ältere Kaliber wie mich phasenweise nostalgisch werden. ‚Down there‘ weckt mich wieder aus allen Träumen. Dieser Song ist wahrlich nicht gut auf die Stimme von Blackosh abgestimmt. Wie der Titel verrät, ein Down…Daher am besten überspringen und sich das letzte Stück ‚Redemptions by blood‘ reinziehen. Das beginnt wieder in Stones Manier, ehe es in düstere fast doomige Wellen schlägt, an Härte gewinnt und wenn man auf den Höhepunkt wartet, fällt man in die sanfte Rockszenerie zurück. Hier kann man durchaus von einer innovativen guten Leistung sprechen. Der Song wird vor allem das jüngere Publikum nicht begeistern. Für mich ist er der originellste auf RFTOS.

Wenn man unbedingt etwas vergleichbares als Anhaltspunkt haben will, so kommt mir spontan der Name „Vrani Volosa“ in den Sinn. Aber so wie die bulgarischen Mitstreiter, wird auch Cales nicht bei jedem auf Gegenliebe stoßen, vor allem nicht auf die geradlinige Headbanger Fraktion. Wer jedoch progressiven Elementen nicht abgeneigt ist, mit Rock aus den Siebzigern und Metal aus den Achtzigern was anfangen kann, der sollte zumindest reinhören.

Hörbeispiele zu Cales finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/calesclan
geschrieben am 29.10.2011 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 7 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Cales
Gothoom Productions

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