CD-Review: Depth Melody – Dreamsgate

depth melody_dramsgate

[Viking Metal] – Eigenproduktion (2011)
Schweiz
Wikinger aus der Westschweiz!

Still und leise entwickelt sich im französischsprachigen Teil der Schweiz eine eigenständige Folk Metal Szene. Bands wie die Harmoniks, welche wir auch schon rezensierten oder Castleway, die beispielsweise Abinchova an deren Plattentaufe unterstützten, zeugen gleichermassen davon wie die Tatsache, dass Amon Amarth oder auch die Paganfest-Tour in dieser Region halt machen (was vor kurzem noch undenkbar gewesen ist).

Mit Depth Melody aus La Chaux-de-Fonds ist eine weitere junge Band am Start, welche kürzlich ihr Debüt „Dreamsgate“ veröffentlichte. Während die eingangs erwähnten Bands eher folkig unterwegs sind, frönen Depth Melody dem Viking Metal. Als Inspirationsquelle dürften dabei insbesondere die Finnen Ensiferum gedient haben.

Doch als blosser Abklatsch von Petri Lindroos und Co. darf das Quartett keinesfalls abgetan werden. Im Gegenteil: die jungen Recken aus dem Kanton Neuenburg beweisen ein gutes Händchen für eingängige Riffs und Melodien. Epik wird ebenfalls gross geschrieben und kommt insbesondere in Form von zahlreichen Chören zum Ausdruck.

Gesanglich wird eine Mischung aus Gekeife und Clean-Vocals dargeboten. Gesungen wird dabei ausnahmslos in Englischer Sprache. Doch gerade im Klargesang können die Herren ihre französische Muttersprache nicht verbergen – der charmante Akzent ist aber nicht weiter störend. A propos: Wieso eigentlich nicht mal einen Viking Metal Track mit französischen Lyrics schreiben? Das wäre auf alle Fälle innovativ!

Negativ ins Gewicht fällt hingegen der Sound. Im Intro klingt die Gitarre überverzerrt, die Drums scheppern stellenweise ziemlich nervig, während die Bass-Drum generell recht saft- und kraftlos wirkt. Insgesamt dürfte die gesamte Produktion druckvoller sein. Störend wirken auch die vom Keyboard erzeugten „Flötenklänge“. Hier sollte in Zukunft auf Musiker aus Fleisch und Blut zurückgegriffen werden.

Nichtsdestotrotz gelingt Depth Melody dank starkem Songwriting und vielen guten Ideen mit „Dreamsgate“ ein gutes Debütalbum (welches übrigens stolze 55 Minuten dauert) und so bleibt nach einem Punkteabzug für den Sound eine gute 10. Gebt den Herren einen Plattenvertrag und bessere Aufnahmemöglichkeiten und da könnte etwas Grosses entstehen. Genügend Talent ist auf alle Fälle vorhanden.

Hörbeispiele zu Depth Melody finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/depthmelody
geschrieben am 3.11.2011 von wallace@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Depth Melody
Eigenproduktion

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