CD-Review: Fimbulvet – Frostbrand, nach Flammen Sehnsucht

fimbulvet_frostbrand-nach flammen sehnsucht

[Pagan Metal] – Nocturnal Empire (2011)
Deutschland
…brennt!

Nach dem Mini-Konzept-Album „Kriegerwahn“ aus dem Jahre 2009 war es zunächst ruhiger geworden um die Mannen um Bandgründer Stephan Gauger. Nun aber präsentiert man sich mit dem dritten full-length-Album „Frostbrand“. „Neue Techniken – neuer-Sound – neuer Genre – den Wurzel treu“ heißt dabei das Motto des sogenannten „Pagan-Power-Metal“. Nun zumindest „den Wurzeln treu“ ist man im Hause Fimbulvet geblieben. Das aktuelle Album ist durch und durch Fimbulvet. Im Grunde klassischer Pagan-Metal deutscher/thüringischer Machart und damit setzt man die Line bisheriger Scheiben nahtlos fort. Powermetal-Elemente sind nicht rundweg abzustreiten, aber ob ein neues Genre damit begründet ist … wohl etwas kühn ausgedrückt.

Ein Weiterentwickeln ist gleichwohl erkennbar. Dies insbesondere in punkto Gesang: Es fällt auf, dass die Cleangesänge, die doch über weite Strecken die Scheibe dominieren, qualitativ deutlich besser geworden sind. Die Growls, das zweite stimmliche Standbein bleiben dabei auf hohem Niveau. Und auch aus instrumentaler Sicht verbleibt es bei der gewohnten soliden Arbeit, wenn gleich man den Eindruck hat, dass die Soloparts im Vergleich zu früheren Alben gekürzt wurden. Das Songwriting ist die Stärke dieses Albums, gerade auch was die musikalische Bandbreite betrifft. Fimbulvet bleiben auch auf ihrem neuen Werk abwechslungsreich wie eh und je. Was auffällt, ist der streckenweise sehr balladeske Charakter. Ein Stil, der sich manchmal weit von metallenen Gefilden entfernt, sich aber nicht im „Jenseits“ verliert, sondern rechtzeitig zur härteren Gangart zurückfindet. Textlich passt man sich dabei den mitunter „süßlichen Klängen“ an, wobei es dann doch ziemlich „schwulstig“ wird. Ein Problem, mit dem sich jedoch viele Pagan-Metal-Kapellen herumschlagen.

„Frostbrand“ ist ein stimmiges Gesamtwerk, ein sicherer Treffer für alle Freunde deutschen Pagan-Metals thüringischer Provenienz. Für die bisherigen Freunde Fimbulvets ist die Scheibe ohnehin obligatorisch und Neueinsteiger sollten in jedem Fall ein Ohr riskieren. Für den ganz großen Wurf fehlt allerdings das Markante. Neben Formationen wie Menhir oder Odroerir bestehen zu können ist schon schwierig genug und (wohlgemerkt) erneut gelungen. Sich von diesen aber in eigenständiger Weise zu unterscheiden ist noch nicht erreicht. Das Zeug dazu hätten die Jungs von Fimbulvet zweifellos.

Hörbeispiele zu Fimbulvet finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/fimbulvet
geschrieben am 27.12.2011 von karsten@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 7 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Fimbulvet
Nocturnal Empire

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