CD-Review: Rabenwolf – Aus alten Zeiten

rabenwolf_aus alten zeiten

[Folk Metal] – Eigenproduktion (2011)
Deutschland
Überraschung aus dem Untergrund!

Die Band Rabenwolf, ein junges Oktett aus dem Grossraum Hamburg, wurde 2007 ins Leben gerufen. Seither zockte man etwa 25 Gigs quer durch die Republik (u. a. am letztjährigen Barther Metal Open Air) sowie im benachbarten Österreich, wo man beispielsweise 2010 das Northern Lights Festival beehrte. Die Mühe, eine Demo einzuspielen, nahmen Rabenwolf nicht auf sich. Stattdessen erschien am 1. Juni als erstes Klangwerk überhaupt gleich das Debütalbum „Aus alten Zeiten“. Und soviel sei vorweggenommen: Das Warten hat sich gelohnt!

Der Reigen beginnt mit einem dieser mehr oder weniger überflüssigen Instrumentalintros, welches im vorliegenden Fall den Albumtitel trägt. Mit Wassergeplätscher und einer Flötenmelodie wird ‚Aufbruch‘ eingeleitet. Treibende E-Gitarren unterlegt mit Double-Bass sorgen für einen flotten Auftakt. Wenn nur dieses sich wiederholenden Break nicht wäre… einerseits triefen die Lyrics (‚Asgard, Midgard, Utgard… unsere Welten‘) nur so voller Pathos, andererseits fügt sich dieser Tempowechsel leider überhaupt nicht in den Track ein und wirkt eher störend als bereichernd.

‚Feld der Steine‘ wird ebenfalls von einer eingängigen Flötenmelodie getragen und seitens der Gitarrenfraktion mit einem coolen Riff begleitet. Gesanglich wird eine Mischung aus weiblichen Clean-Vocals und männlichem Gekeife dargeboten. Ein ziemlich abruptes Break weist auch dieser Track auf, dieses fällt jedoch deutlich gelungener aus als bei ‚Aufbruch‘ zuvor.

Göttervater Odin besitzt in der nordischen Mythologie gleichermassen zwei Raben (Hugin und Munin) wie auch zwei Wölfe (Geri und Freki). Gut möglich, dass dieser Fakt zur Namensfindung von Rabenwolf führte. Wie dem auch sei, dem ‚Allvater‘ wird auf alle Fälle der nächste Track gewidmet, welcher stilistisch eher dem melodischen Death, denn dem Folk Metal zuzuordnen ist und trotz beinahe sieben Minuten Spielzeit dank geschickter Tempowechsel jederzeit abwechslungsreich bleibt.

Bei der Bandhymne ‚Rabenwolf‘ kann das Cello erstmals so richtig Akzente setzen. Und das ist auch gut so, schliesslich wird dieses Instrument im Folk Metal doch eher selten eingesetzt. ‚Der ewige Kampf‘ glänzt mit einem gekonnten Zusammenspiel von Gekeife und heroischem Chorgesang und wird wiederum von der Flöte geprägt.

Ein Featuring von einem gewissen Patrik Rimmerfors wird für ‚Fält av Stenar‘ angekündigt. Der Name sagte mir zunächst nichts, doch ab dem ersten Ton seiner Stimme war klar, dass es sich hierbei um niemand geringeren als den Sänger der Schwedischen Fejd handelt. Der Track ist eigentlich nichts anderes als die Schwedische Version von „Feld der Steine“ (man übersetze…), mausert sich aber dank Rimmerfors’ Stimme zum Highlight des Albums.

Keine Folk Metal Scheibe ohne Trinklied! Auf „Aus alten Zeiten“ wird dieses in Form des achten Tracks ‚Siegerfest‘ zelebriert. Für ‚Sumpfhexe‘ gilt: Black Metal meets Humppa. Da standen wohl ein paar finnische Trolle Pate und doch vermögen Rabenwolf dem Song (nicht zuletzt dank deutscher Lyrics) ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Das akustische Outro ‚Die ewigen Wälder‘ lässt dieses Debüt schliesslich nach beinahe 45 Minuten ausklingen.

Für eine Eigenproduktion weist „Aus alten Zeiten“ einen wirklich guten Sound auf. Da hat sich der Gang in ein professionelles Studio ausbezahlt. Einzig die Gitarren und die Drums dürften hie und da noch etwas prägnanter in den Vordergrund gemischt sein.

Rabenwolf liefern mit „Aus alten Zeiten“ ein abwechslungsreiches Werk mit eingängigen Kompositionen, welche sämtliche Facetten des Genres abdecken, ab. Starkes Debüt! Anspieltipps: ‚Fält av Stenar‘ und ‚Sumpfhexe‘.

Hörbeispiele zu Rabenwolf finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/rabenwolfhorde
geschrieben am 1.9.2011 von wallace@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Rabenwolf
Eigenproduktion

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Eine Antwort zu “CD-Review: Rabenwolf – Aus alten Zeiten

  1. Pingback: CD-Review: Rabenwolf – Stethu (EP) | Folkmetal.at

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