CD-Review: Svartsot – Maledictus eris

svartsot_maledictus eris

[Folk Metal] – Napalm Records (2011)
Dänemark
Die Pest!

Kaum ein Jahr ist vergangen seit „Mulmets Viser“, da gibt es schon den Nachfolger: „Maledictus Eris“. Und der bringt gleich was bösartiges mit. Nämlich den schwarzen Tod. Ein ernstes Thema. Da stellt sich durchaus die Frage, ob die bisher heitere Musik, meist im Midtempo, dazu passt. Warum nicht. Fand sich doch zur Pestzeit die Tanzwut (Tänze bis zur Extase) in den Gassen der Städte und Dörfer wieder. So hart es klingt, die Leute wollten sich bis zum Tod noch ordentlich vergnügen und das waren, der Geschichte Glauben zu schenken, ordentliche Exzesse. Dementsprechend passt auch die Musik der Dänen zu dieser Thematik.

Eine Thematik die auf das 14. Jahrhundert in Dänemark zurück geht. Logisch kommen die sechs Mannen ja aus dem Land der Kimbern und Teutonen. Aufgrund der Szenerie wurde die musikalische Seite ein wenig angepasst. Eine Prise ernster, ein Hauch härter und ein Schuss mehr Todesblei. Waren die sechs Dänen auf Ravnenes Saga noch Thrash Lastiger, so finden sie sich vier Jahre später und mit dem dritten Album im Kasten in Death Metal Gefilden wieder. Sicher bedingt durch die Line up Wechsel vor dem zweiten Longplayer „Mulmets Viser“ und dem noch intensiveren Growl Gesang von Thor Bager. Obwohl die Folkinstrumente aufgestockt wurden, sprechen wir bei „Maledictus Eris“ vom bisher härtesten, düstersten und metal-lastigsten Werk.

Gebe es die Folkanleihen nicht, könnte man getrost von den Amon Amarth Dänemarks sprechen. Durchaus positiv gemeint. Soundtechnisch spielen die sechs Skandinavier bereits in dieser Liga. Eine perfekte Mischung, die Parts reihen sich professionell aneinander, jeder Ton sitzt auf Anhieb, der Hörer weis es zu danken. Einen Haken hat die Geschichte. „Ravnenes Saga“ konnte mehr oder weniger aus dem Nichts überraschen. Ein sensationelles Debüt, welches Mulmets Viser, obgleich ein sehr gutes Album, nicht toppen konnte. „Maledictus Eris“ bewegt sich auf ähnlich hohen Niveau, aber die großen Überraschungen fehlen. Es klingt alles sauber, abgeklärt, dazu zähle ich auch die Lyrics. Aber gerade das ist der springende Punkt: „Zu angepasst“. Mag auch sein, dass der dritte Streich zu früh gekommen ist – ein Jahr nach „Mulmets Viser“. Ich würde es nicht unbedingt als Rückschritt sehen, wir sprechen hier von einen ebenfalls gutem Werk, würde es aber nach „Ravnenes Saga“ und „Mulmets Viser“ einreihen.

Sehr wohl gibt es den ein oder anderen Leckerbissen auf „Maledictus Eris“: ‚Holdt Net Af En Tjrn‘ ist für mich ein Brüller, zugleich mein heißester Favorit auf dem Silberling. ‚Spigrene‘ ist ein für Svartsot ungewöhnlicher aber interessanter Song. Ruhig, mit Akustik Anleihen und Klargesang, präsentiert von Gast Vokalist Uffe Dons Petersen.

Bei all der Kritik sprechen wir trotzdem von einem beachtlichen Werk der Dänen, welches den meisten Svartson Fans gefallen wird. Etwas ernster, aber noch immer mit Svartsot Copyright Garantie. Ab Morgen kann sich die Meute in den Plattenläden davon überzeugen.

Hörbeispiele zu Svartsot finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/svartsot
geschrieben am 27.7.2011 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Svartsot
Napalm Records

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s