CD-Review: The Privateer – Facing the tempest

the privateer_facing the tempest

[Folk Metal] – Eigenproduktion (2011)
Deutschland
Pirates of the Black Forrest!

Wer Freiburg im Breisgau bislang in der Nähe des Schwarzwaldes verortet hatte und allenfalls den Titi- oder Schluchsee in „maritimer“ Beziehung hierzu bringen konnte, wird spätestens seit Oktober 2011 eines besseren belehrt: Nach den Schotten Alestorm und den Amis Swashbuckle segeln nun auch die Freibeuter „The Privateer“ aus der heimlichen Küstenstadt Freiburg plündernd über die Weltmeere. Und wer bereit ist, sich ein paar Dublonen abknöpfen zulassen, erhält nicht nur ein paar Drumsticks quer durch den Metal-head gerammt, sondern auch eine kleine Schatztruhe ausgehändigt: Das erste Album „Facing the tempest“.

Ein Schatzkästchen schon allein aufgrund der schön gemachten Verpackung mit echtem Siegel, Kordel, vierseitigem Flyer und einem ansprechendem 16seitigem Booklet. Das Ganze für schlappe € 10,00 (zzgl. Versandkosten). Metal-heads, vergesst die seelenlosen Downloads und mp3-Alben! Stimmungsvoll eingeleitet von ‚Awakening‘ erwarten den Hörer auf rund 45 Minuten jede Menge spannendes, leidenschaftliches Seemannsgarn und Geschichten aus üblen Spelunken. Und wie schon der Name der Formation vermuten lässt, wird „unser Klaus“ (Störtebeker) sprachlich links liegen gelassen, man widmet sich lieber auf Englisch den Untiefen der See. Fragt sich nur: Warum?

Sei´s drum, musikalisch lassen sich die sechs Freibeuter und ihre eine Piratin aus vielerlei metallenen Meeresströmungen inspirieren. Klassischen Heavy Metal oder Powermetal–Elemente wird man finden. Für den Folk-Einschlag sorgt insbesondere Madame Weinzierls Violine, aber auch bei (‚Port Corrad‘) Johannes Josephs (Finsterforst!!!) fetzige Akkordeon-Klänge. Doch dominieren die Gitarren das Album und sei es streckenweise als akustische Version. Das Schlagwerk tritt dabei ebenso wie die Keyboards etwas in den Hintergrund. Die ohnehin gelungenen Vocals werden abseits des cleanen Gesangs und insbesondere in punkto Screams zu echten Hinguckern/-hörern, dürften allerdings produktionstechnisch mehr in den Vordergrund treten, damit sie (gerade bei dieser Qualität) präsenter die Ohren durchspülen. Anspieltipps? ‚Dawn of a Sailesman‘, ‚Descent to hades‘ oder ‚Blackbeard‘ oder … alles andere!

Für fetten Sound ist jedenfalls gesorgt. Und im Grunde ist die ganze Scheibe ein großer Stimmungsmacher, der zum Mitgrölen … Verzeihung! … Mitsingen, Rum-Becher-Schwingen und -Leeren oder Tanzen und Headbanging … kurzum zum Abfeiern förmlich zwingt. Wer hier nicht in Wallung gerät, dem ist nicht mehr zu helfen! „The Privateer“ müssen (aufgrund dieses Albums) d i e Live-Formation schlechthin sein! Jedem Konzert-Veranstalter seien diese Piraten ans Herz gelegt. In Sachen Stimmung und Getränke-Konsum wird sich kaum etwas Vielversprechenderes finden lassen.

Gut … ernsthaften, tiefgründigen Seelen-Konflikt darf man nicht erwarten, instrumentale (Gitarre!) und … wie gesagt … auch stimmliche Qualitäten sind gleichwohl vorhanden. Ja, und der Hidden-Track ist wirklich ein Hidden-Track, der nur den Geduldigen vorbehalten bleibt oder denjenigen, welche den Schnell-Vorlauf finden.

Fazit: Tolles und absolut empfehlenswertes Debutalbum einer vielversprechenden Piraten-Kapelle mit exotischer Herkunft (für eine Piraten-Kapelle), ausgesprochen schön verpackt und zu erschwinglichem Preis. „Facing the tempest“ … Tipp des Monats!

Hörbeispiele zu The Privateer finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/privateersbay

geschrieben am 25.11.2011 von karsten@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: The Privateer
Eigenproduktion

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