CD-Review: Golden Dawn – Return to Provenance

golden dawn_return to provenance

[Dark Metal] – Non Serviam Records (2012)
Österreich
Einsame Seelen!

Getrost kann man im Falle von Golden Dawn von einem Dornröschenschlaf sprechen. Lange war es still um den Salzburger Alleinunterhalter Stefan Traunmüller. Das letzte Lebenszeichen „Masquerade“ datiert aus dem Jahre 2003. Seit ein paar Tagen gibt es aber eine Wiederbelebung des Projektes. Sprichwörtlich „Return to Provenance“ nennt sich das Werk und geizt trotz neunjähriger Pause mit nur 37 Minuten Spielzeit.

Nicht selten sind österreichische Projekte schwer einzustufen. Simpel gesagt handelt es sich meist um schwere Kost. Das spreche ich nicht nur die aktuellen Dornenreich an, sondern auch Bands aus anderen Lager, wie Pungent Stench oder Hollenthon. Und da findet sich gleich eine Verknüpfung zu Golden Dawn. War es doch Martin Schirenc, Vokalist und Gitarrist von Pungent Stench (Splitt 2007) und Hollenthon (aktiv), der zum Debutalbum von Golden Dawn Session Hilfe gab. So sind die Einflüsse nachvollziehbar. Wohl hat Stefan Traunmüller wenig mit dem Geknüppel von Pungent Stench am Hut, doch zeigen sich unverkennbare musikalische Parallelen zu Martin Schirenc’s Nachfolgeprojekt Hollenthon.

Sowohl inhaltlich als auch klangtechnisch erinnert „Return to Provenance“ an Hollenthon’s letztes Werk „Opus Magnum“. Vorsicht, wir reden hier nicht von einer Kopie, sonder von einigen Parallelen. Ebenso lassen sich Crematory – und neue Agathodaimon Einflüsse nicht leugnen.

Auf ein Intro wird verzichtet, dafür gibt es auf „Return to Provenance“ sehr viel Zwischengeplänkel, was durchaus für gelungene Abwechslung sorgt. ‚Nameless‘ ist ein flotter, düsterer Einstieg, der nach rund 2 Minuten den ersten von nur zwei Folk Parts auf dem Album bringt. In beiden Fällen kommen Violinenklänge kurz zum Vorschein. Mehr Folklore wird leider nicht geboten, dafür umso mehr schwarze Düsterheiten und Psychedelic Einflüsse, wie bei ‚Dark Illumination‘. Die Lyrics lassen einsame Seelen wandeln, befassen sich mit den tiefsten Abgründen des menschlichen Daseins. ‚Self-Destruction‘ sagt schon sehr viel aus. Für mich zugleich der genialste Song auf „Return to Provenance“, wo Herr Traunmüller noch mal alles rausholt. Hier kommen übrigens ein zweites mal die Violinenklänge zum Vorschein.

Resümierend ist das morbide Schauspiel mit 37 Minuten gut getimed. Länger wäre weniger, da nach einer gewissen Spielzeit die Grenzen eines Soloprojektes aufgezeigt werden. Trotzdem alle Achtung, in vielen Sequenzen glaubt man nicht, dass nur ein Mann dahinter steht. Für das gibt es einen Pluspunkt. Fazit: Gut, nicht immer verträglich, schwer zu verdauen, abstrakt und nicht wirklich einzuordnen. Also Maniacs, warum nicht ausprobieren?

Hörbeispiele zu Golden Dawn finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/goldendawnofficial
geschrieben am 13.1.2012 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Golden Dawn
Non Serviam Records

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