CD-Review: Svartby – Elemental tales

svartby_elemental tales

[Folk Metal] – Trollzorn (2012)
Russland
A big, evil & crazy headbanging!

Es ist gar nicht so leicht Themen zu finden, die die Welt bewegen. Aber die Herren aus St. Petersburg schaffen das doch immer wieder. Thema auf full-lenght-Album Nummer drei: die Elemente-Lehre. Ob es nun vier Elemente sind oder fünf oder sechs? Wer weiß das schon so genau? Feuer, Erde, Luft, Wasser, Holz und … genau, Pilze! Doch keine Sorge, diese mushrooms sind magisch. Beste Voraussetzung also, dass die neuesten Bewohner im schwarzen Dörfchen namens „Svartby“ richtig Fahrt aufnehmen und der gewohnte Spaßfaktor nicht zu kurz kommt.

Und so rocken die Kobolde auf „Elemental tales“ munter drauf los und gewähren ungewohnte Einblicke in die verschiedenen Grundstoffe des Seins und die Wesen der „niederen Mythologie“, die sonst im Folk Metal im Vergleich etwa zu Trollen eher ein Schattendasein fristen. Trivial? Überflüssig? Nein, unverkrampft und mit einer großen Portion Selbstironie! Und nach all den tiefgründigen Texten und musikalischen Darbietungen zuletzt, war die Zeit überreif für eine gehörige Portion Nonsens. Dies umso mehr, als die inzwischen englischen Texte musikalisch gewohnt verrückt und unkonventionell unterlegt werden. Frech, fetzig und reichlich durchgeknallt geht man hier zur Sache.

Von Glockenspiel über reichlich Keyboardgeklimper bis hin zu fetten Gitarren, von gemächlich bis Vollgas, von melodisch bis chaotisch … Langweile kommt hier jedenfalls nie auf. Und für die nötige Portion Metall sorgen neben druckvollem Schlagwerk und mancherlei Gitarrenparts nicht zuletzt die stimmigen Growls. Epische Dimensionen nehmen die einzelnen Liedwerke nicht an. Gleichwohl ganze 11 Songs in Silber gefräst werden, umfasst das Gesamtwerk gerade ´mal 31 Minuten und 10 Sekunden. Etwas kurz für ein full-lenght-Album, aber zumindest knackig … dem Geist eines Kobolds würdig.

Dass hier vieles an Finntroll erinnert, daran hat sich der Svartby-Maniac schon gewöhnt. Auch Fans von Equilibrium (Keyboardklänge!) oder den (norwegischen) Brüdern im Geiste von Trollfest werden sich wiederfinden. Doch dieses Genre lässt ausreichend Platz für mehrere Protagonisten, zumal wenn sie das Handwerk so gekonnt beherrschen wie die Jungs aus Russland. Und so berauschen wir uns – völlig legal und ohne schlechtes Gewissen – an den verbotenen Früchten und fühlen uns wie im Paradies
.
Wer dem depressiven Wehklagen entfliehen und ´mal wieder so richtig Gas geben will, der ist hier ausgesprochen gut aufgehoben! Anspieltipps: ‚Sleepy Devils'(!), ‚Scum from Underwater‘, ‚Boulder Massacration‘

Hörbeispiele zu Svartby finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/skogenssvartby und http://www.youtube.com/watch?v=zYa5dyeqaEw
geschrieben am 18.1.2012 von karsten@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Svartby
Trollzorn

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