CD-Review: Hordak – Under The sign of the wilderness

hordak_albumcover2012

[Pagan Metal] – Eigenproduktion (2011)
Spanien
Fenomenal Pagano!

Skandinavische, bzw. mitteleuropäische Lande bestimmen meist noch die Geschehnisse im Folk/Pagan Metal Bereich. Jedoch drängen sich aus anderen Erdkreisen immer mehr Projekte auf den heidnischen Markt. Die iberische Halbinsel zeigt sich da noch ziemlich unbefleckt, aber mit Gwydion aus dem schönen Portugal gibt es zumindest eine Combo, die ernsthaft im Folk/Pagan Geschäft mitreden kann. Warum soll da das größere Nachbarland nicht mithalten können?

Mit Hordak gibt es seit 2002 einen ganz heißen Anwärter, der in unseren Breitengraden bis Dato aus einen einzigen Grund unbekannt war. Die geographisch ungünstige Lage in Assoziation mit Pagan Metal. Am musikalischen Können liegt es ganz bestimmt nicht. Mit diesen und hoffentlich vielen weiteren Reviews sollte sich das ändern.

Die auf vier (ursprünglich zwei) angewachsene Kapelle aus Madrid pflegt einen einfachen, kompromisslosen und wirklich genialen Stil, der laut eigener Angabe lyrisch dem Celtic Paganism und Celtiberian zuzuordnen ist. Der erste Click auf den Promo Download lässt mich ein kleines „Autsch“ nicht verkneifen. Ein eher missglücktes Intro lässt zunächst nichts Gutes erwarten. Aber ehrlich, allein ein Intro interessiert uns so wenig, wie einem Madrilenen, wenn ein Rad in Barcelona umfällt. Der Rest ist wichtig und der ist verdammt mal saugut. ‚722‘ gibt gleich Vollgas. Nicht falsch verstehen. Kein geknüppel a la – wir müssen es den Nordländern zeigen – sondern Metal vom feinsten. Dynamisch und doch durchdacht in jeder einzelnen Passage. Die langsamen Parts sind an den richtigen Stellen und die vier Spanier scheuen auch klassische Heavy Metal Gitarren Soli nicht.

‚Spreading the firewings‘ geht es epischer an und zeigt somit eine weitere Facette der Spanier. Auf „Under The sign of the wilderness“ präsentieren sich einige Stile des Metal um im Endeffekt einen eigenen Typus Marke Hordak zu kreieren. Stets begleitet vom genialen Black Metal Gekrächze von Autumn, welches doch meist verständlich ist. Der Titelsong selbst ist eigentlich wie alle anderen eine komplexe Komposition. Hier kommt auch erstmals die Akustikgitarre zum Vorschein (z. B. wie auf ‚We Are The New Power To Rise‘). Schwer aus der Gesamtheit einen Favoriten auszumachen. Aber der genannte Titelsong ist mein persönlicher Anspieltipp. Dem stehen die weiteren acht Titel jedoch kaum nach.

Insgesamt verwöhnen uns die Madrilenen auf ihrem dritten Studioalbum mit 56 Minuten straighten Pagan Metal, der durchaus Vergleiche mit Obscurity, Thrudvangar, Heathen Foray oder Spectral zulässt. Wer hätte gedacht, dass im Jänner eine Band aus Spanien allen bisherigen Veröffentlichungen auf folkMetal.at die Show stiehlt. Der gemeine Fan könnte behaupten, weil dieses Jahr bis Dato mit ordentlichen Releasen gegeizt wird. Vielleicht ja, aber der Hauptgrund ist das geniale Album „Under The sign of the wilderness“ von Hordak. Warum dann nur eine 14? Weil da noch Luft nach oben ist und wir uns jetzt schon auf den nächsten Streich der düsteren Jungs aus dem sonnigen Süden freuen. Apropo sonniger Süden. Als very fine finish wird am Ende doch noch eine südliche Folklore mit spanischem Titel geboten: ‚Lugar Entre Montañas‘. Ein gelungener instrumentaler Ausklang.

Zur Zeit ist mir der Erwerb des Album nur direkt über die Bandhomepage bekannt. Trotzdem: Absolute Weiterempfehlung!

Hörbeispiele zu Hordak finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/user/paganhordak
geschrieben am 24.1.2012 von erich@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 13 von 15
Punkte (Gesamt): 14 von 15
Informationen: Hordak
Eigenproduktion

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