CD-Review: Heidevolk – Batavi

heidevolk_batavi

[Folk Metal] – Napalm Records (2012)
Niederlande
Aufstand gegen Rom!

Fast zwei Jahre sind seit „Uit oude grond“ vergangen. Jünger Odin’s wie die Zeit vergeht. Damals konnte ich mich erstmals mit dem Doppelgesang von Joris den Boghtdrincker und Mark Splintervuyscht anfreunden, was auch zu einer ordentlichen Bewertung führte. Im Gegenteil zum Vorgänger „Walhalla wacht“, der mich wiederum nicht beeindrucken konnte. Heidevolk zeigen beispielhaft, wie sich eine Band kontinuierlich steigern kann. Seit 2002 haben die Niederländer trotz dem ein oder anderen durchschnittlichen Album die Leiter nach Oben genommen. Im Endeffekt zählt, wo man heute steht. Und das Hier und Jetzt ist beachtlich. und lautet „Batavi“.

„Batavi“ beschäftigt sich wieder sehr eingängig mit den Urahnen der Holländer. Der historische Hintergrund: Der Volksstamm der Bataver – ein westgermanischer Stamm, der für seine Reitkünste bekannt war und vor allem durch seine Gefolgstreue zu Rom. Mit einer gravierenden Ausnahme: 69 n. Chr. gab es einen Aufstand gegen das Imperium, welches das röm. Reich zumindest militärisch schwer traf. Nicht nur aufgrund dieses Ereignisses ragen sich viele Mythen um den Mut und die Heldenhaftigkeit der Bataver, die „Batavi“ zu einen Konzeptalbum geschmiedet haben.

Musikalisch geht es mit ‚Een Nieuw Begin‘ ins Rennen. Dieser Song gibt sofort Aufschluss, wie markant „Batavi“ ist. Bereits „Een Nieuw Begin‘ ist kaum an Originalität zu überbieten (ein richtiger Feger sind die Choräle zu Beginn und in den Hauptparts – drohende Laute, die ein germanischer Krieger nicht eindrucksvoller von sich geben hätte können). Mit viel Power geht es in die nächste Runde. Bei ‚De Toekomst Lonkt‘ sollten spätestens die Nackenmuskeln in Bewegung sein und mit ‚Het Verbond Met Rome‘ wird jedem Maniac klar, dass es sich bei dieser Scheibe um ein sensationelles Metal Album handelt. Eingängige Riffs, speedige Parts und starke epische Momente. Doch bei all der Euphorie vergessen wir glatt auf ein wichtiges Detail. Wo ist der Folk? Er ist weg! Fast. Erst Nummer vier ‚Wapenbroeders‘ bringt die ersten folkigen Klänge in Form der Violine. Auf „Uit oude grond“ musste die Folklore schon ziemlich weichen, auf „Batavi“ entfernen sich die Niederländer noch mehr davon.

Für uns eigentlich nicht lobenswert, aber gerade dieser Schritt macht das neue Werk zu einen echten Highlight. Metal in Reinkultur in allen Varianten. Sogar Power Metal Freaks kommen auf ihre Rechnung. Aber keine Angst. In öde klischeehafte Hammerfall fallen Heidevolk zu keinen Zeitpunkt. Alles ist hier bestens getimed. Epic und Power geben sich die Hand um im nächsten Moment schwärzer und paganer zu werden. ‚Veleda‘ beglückt die Folk Metal Fraktion nochmals mit einem stilvollen Instrumental ehe es mit ‚Als De Dood Weer Naar Ons Lacht‘ wieder speediger wird. Für den Highspeed ist Peter Tägtgren mitverantwortlich, der die donnernden Drums gemixt hat.

Keine Frage Heidevolk sind schneller geworden und trotzdem durchdachter. Diesmal haben die Holländer einfach alles richtig gemacht und liefern mit „Batavi“ ein grenzgeniales Werk ab. Und weil ich ihn vermisse, gibt es mit ‚Einde Der Zege‘ doch noch einen kompakten Folk Metal Song. Heidevolk haben sich mit diesem Tonträger verändert, ohne ihre alten Fans damit zu vergrämen. Folk Metal meets Power Metal und Pagan Metal trifft auf Epic Metal. Mit diesem Silberling kommt die gesamte Metal Community auf ihre Rechnung. Am 2. März ist es soweit. Da gibt es die neue Scheibe. Also Plattenläden stürmen und nicht vergessen: Heidevolk beim Paganfest im März die Ehre erweisen. Wir freuen uns schon sehr darauf.

Hörbeispiele zu Heidevolk finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/officialheidevolk

geschrieben am 16.2.2012 von erich@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 13 von 15
Punkte (Gesamt): 15 von 15
Informationen: Heidevolk
Napalm Records

Eine Antwort zu “CD-Review: Heidevolk – Batavi

  1. Für einmal muss ich dem Meister vehement widersprechen. M. E. kommt „Batavi“ in keiner Weise an den Vorgänger „Uit oude Grond“ heran. Zwar ist „Batavi“ kein schlechtes Album aber 1) mit nur 9 Songs und einer Spielzeit von nicht einmal 40 Minuten etwas gar dürftig ausgefallen und 2) fehlt dem Werk schlicht die Genialiät des Vorgängers. Knaller wie „Ostara“, „Nehalennia“ oder das hammermässige Instrumental „Alvermans Wraak“? Fehlanzeige. Wäre da nicht noch der typische zweistimmige Gesang, könnte man Heidevolk anno 2012 schon beinahe mit einer x-beliebigen Pagan / Viking Metal Band verwechseln. Leider ein ziemlicher Rückschritt! Max. 11 von 15 Punkte

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