CD-Review: Spectral – Gateway to death

spectral_gateway to death

[Pagan Metal/Thrash Metal] – CCP Records (2012)
Deutschland
Attackeee!

Man muss sich bisweilen wirklich wundern, warum das Schicksal manche (eher mäßigen) Kapellen in der Hörergunst in höchste Höhen katapultiert, während andere (wirkliche feine) Formationen ein vergleichsweises Schattendasein fristen. Zu letzteren sind wohl die Jungs aus der Eifel zu zählen, die mit ihrem „Todesportal“ Ende März 2012 immerhin ihr sechstes Album auf den Markt werfen. Gleichwohl – und trotz nun mehr 17 jähriger Existenz – gelten Spectral noch als Geheimtipp und Underground. … verstehe das, wer will!

Aber wir von folkmetal.at wollen uns nicht beschweren, haben wir doch wieder mal die Gelegenheit einen Schatz zu präsentieren. Eine Preziose wohl gemerkt, die weniger in Pagan-, Folk- oder Viking-Metal-Gefilden beheimatet ist, sondern mehr thrashigen und klassischen Heavy Metal Klängen frönt. Auch manches Todesmetall-Nötchen mag sich einschleichen, wie auch der ein oder andere akustische Klang, so dass bereits ein Wesenszug dieses Albums umschrieben ist: Abwechslung.

Unerbittliche Drums und fette Gitarren bestimmen die neun Liedwerke plus Intro, martialisch unterlegt von des Sängerknaben „Vidar“, der voller Inbrunst sich die Seele aus dem Leib keift, krächzt und growlt. Und während der Bass bisweilen noch zu erahnen ist, geht das Keyboard (das angeblich mit an Bord sein soll) auf diesem Schlachtfeld jedenfalls mit Pauken und Trompeten unter. Wie schon auf den Vorgängerwerken zu hören, ist „Kuschelrock“ hier wahrlich nicht zu befürchten, auch kein überladenes oder komplexes Songwriting. Vielmehr werden hier die Jünger der härteren Gangart angesprochen und mit einer direkten, bisweilen brachialen Gangart versorgt: Ehrlicher Rock´n Roll eben. Unmelodisch gerät das Gesamtwerk trotzdem nicht, was insbesondere den kurzen musikalischen (oftmals akustischen) „Anmoderationen“ der Tracks zu verdanken ist, die zudem Atmosphäre schaffen ohne in Kitsch abzudriften. Besonders hervorzuheben hierbei ‚Death oft he Kings‘, einem Song, der manch´ anderer Kombo zum verehrten Klassiker gereichen würde!

Keine Selbstverständlichkeit auch, dass Ausfälle auf der Scheibe nicht zu verzeichnen sind. Durch die Bank reihen sich hier gelungene Liedwerke aneinander. Das Ganze auch noch bei einer soundtechnisch durchweg erfreulichen Produktion: Metal-Herz, was willst Du mehr?

Mit „Gateway to death“ setzen die Jungs aus Deutschland jedenfalls den bislang beschrittenen Weg kompromisslosen, knackigen Metal-Sounds mit Stil fort, wenn gleich ein fettes, dreckiges Black´n Roll Teil á la ‚Bang your head‘ (vom Album Stormriders) noch gut dazu gepasst hätte. Aber bitte, man soll nicht unbescheiden sein und spätestens bei ‚Tank Attack‘ empfiehlt es sich wirklich in Deckung zu gehen!

Hörbeispiele zu Spectral finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/blackvikingpower
geschrieben am 1.3.2012 von karsten@folkmetal.at

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Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Spectral
CCP Records

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