CD-Review: Black Messiah – The final Journey

black messiah_the final journey

[Pagan Metal] – AFM Records (2012)
Deutschland
Willkommen an Bord der Naglfar!

Fast genau drei Jahre nach ihrem letzten Release beehren uns Black Messiah mit einem neuen Werk. Endlich, ist man versucht zu sagen, stellte doch das Konzeptalbum „First War of the World“ das vorherige Schaffen in den Schatten und zählt meines Erachtens zu den wichtigsten Referenzwerken im Bereich des Viking/Pagan Metals. Völlig zu Recht vergab Kollege Erich damals 13 von 15 Punkten (bei mir wären es gar 14 oder 15 geworden) und so stellt sich automatisch die Frage, ob die Gelsenkirchener dies mit „The final Journey“ gar noch übertreffen können. Die Antwort lautet: Nicht ganz! Doch der Reihe nach…

Nach kurzem Intro prescht die neue Scheibe gleich mit ‚Windloni‘ los. Ein schon etwas älterer Song, der auch bereits live präsentiert wurde und zu welchem ebenfalls ein passendes Video existiert. Die Geige bleibt hier vorerst noch im Kasten, ansonsten weist dieser Track jedoch sämtliche Trademarks von Black Messiah auf: Treibendes, melodisches Riffing über einen (völlig kitschfreien) Keyboardteppich gepaart mit einem eingängigen Refrain.

Obgenannte Geige eröffnet ‚Der Ring mit dem Kreuz‘. Hier wird auf ziemlich beschwingte Art und Weise die Christianisierung der Nordmänner angeprangert. ‚To become a Man‘ kann als typischer Black Messiah Track bezeichnet werden, während es sich bei ‚Into the unfathomed Tower‘ um ein Candlemass-Cover des gleichnamigen Instrumentals handelt. Selbstverständlich wurde diesem Track aufgrund der Tatsache, dass die ursprünglich verwendete Leadgitarre durch die Geige ersetzt wird, der bandeigene Stempel aufgedrückt.

Wie es der Titel „Feld der Ehre 2012“ bereits erahnen lässt, handelt es sich hierbei um eine Neuaufnahme dieses Tracks vom Album „Oath of a Warrior“ (2005). Auffälligster Unterschied dabei ist der Gesang, welcher von clean auf rauh geändert wurde und in der 2012er Version von niemand geringerem als Frost von Adorned Brood intoniert wird.

Das Jahr 793 gilt gemeinhin als „Geburtsjahr“ der Wikingerzeit. Das grundlegende Ereignis hierfür war ein Überfall besagter Wikinger auf das Kloster der Insel Lindisfarne an der nordöstlichen Küste Englands. Dieser Begebenheit, erzählt aus Sicht der Wikinger, zollt das Sextett mit dem Song ‚Lindisfarne‘ entsprechenden Tribut.

Beschlossen wird das Album mit einem Konzeptteil über das Totenschiff ‚Naglfar‘ aus der nordischen Mythologie. Hierbei hielt man sich nicht streng an die Edda, sondern erzählt eine Geschichte über den Umstand, dass gestorbene Krieger, welche sich zu Lebzeiten unehrenhaft verhielten, mit der Naglfar als Untote ihre letzte Reise antreten, was „The last Journey“ letztlich auch seinen Titel verleiht. Eingeleitet mit einem gesprochenen ‚Prologue‘, folgt die Erzählung wie die Göttin Hel („Mother Hel“) den gefallenen Krieger nicht nach Walhall ziehen lässt, sondern stattdessen auf die Naglfar verbannt (‚On Board‘), wo er bis in alle Ewigkeit (‚Sailing into Eternity‘) bleiben muss.

Black Messiah liefern mit „The last Journey“ ein starkes, soundtechnisch einwandfreies Album ab, welches sich jedoch am schier übermächtigen Vorgänger messen lassen muss. Mit ‚Sailing to Eternity‘ ist ein etwas schwächerer Song und mit ‚Feld der Ehre 2012‘ ein (aus meiner Sicht) eher unnötiges Remake vertreten, weshalb es letztlich nicht gelingt „First War of the World“ zu übertreffen. Da aber meine Wenigkeit, wie bereits erwähnt, besagtes Werk noch besser als Erich bewertet hätte, bleiben unter dem Strich sehr gute 13 von 15 Punkten.

Hörbeispiele zu Black Messiah finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/blackmessiah2
geschrieben am 11.5.2009 von wallace@folkmetal.at

Im Forum diskutieren: Folk Metal Forum

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Black Messiah
AFM Records

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