Konzertbericht: Rauhnacht mit Black Messiah, Abinchova, Waldwind, The Privateer

Rauhnacht VI – Black Messiah, Abinchova, The Privateer und Waldwind
Ort: Luzern (CH) – Sedel
Datum: 10. März 2012

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Die Melodic Death/Folk Metaller von Abinchova spielen nicht nur sämtliche Bretter im In- und immer häufiger auch im Ausland wund, nein, das Septett aus der Zentralschweiz veranstaltet seit 2009 auch regelmässig eigene Konzertabende. Im Rahmen dieser Rauhnächte traten dabei schon so namhafte Szenegrössen wie Ensiferum, Finsterforst oder Adorned Brood auf.

Eröffnet wird die sechste Ausgabe durch die naturverbundenen Bajuwaren von Waldwind. Das hier keine gewöhnliche Extreme Metal Band am Werke ist, stellt die noch eher spärlich anwesende Meute nicht nur aufgrund des Intros mit Didgeridoo, sondern auch an den durchgehend weissen (!) Shirts der Protagonisten fest. Waldwind zocken überaus progressiven Metal und überraschen immer wieder mit extremen Tempowechseln und Stilbrüchen. Eigentlich setzen die Münchner gar ein so metal-untypisches Instrument wie die Posaune ein. Doch leider verletzte sich der designierte Posaunist einige Tage zuvor, so dass lediglich das Didgeridoo-Spielen möglich war.

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Waldwind

The Privateer aus Freiburg im Breisgau, deren Debütalbum „Facing the Tempest“ unlängst überschwänglich von unserem Karsten rezensiert wurde, spielen sozusagen True Black Forest Pirate Metal. Dabei geht das Sextett gleichermassen ernster wie auch heavier als die Genre-Kollegen von Alestorm zur Sache. Dass der Spass aber auch nicht zu kurz kommen darf, beweist beispielsweise der als Zugabe gespielte Track ‚Drunken Sailor‘. Seit kurzem unter dem Segel des Trollzorn Labels segelnd, legen die Freibeuter einen mitreissenden Gig hin und vermögen damit den Grossteil der anwesenden Landratten mit an Bord zu ziehen.

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The Privateer

Selbstverständlich darf bei der Rauhnacht der Gastgeber nicht fehlen und so ist die Reihe nun an den Lokalmatadoren vom Abinchova. Dass die Luzerner über eine beachtliche Fangemeinde verfügen, ist deutlich hörbar. Ihren zahlreichen Fans ist zu verdanken, dass Abinchova im April als Gewinner des Fanvotings erstmals am Ragnarök Festival auftreten dürfen. Nach den zwei Gigs am Metalcamp 2010 und 2011 sicherlich DAS Highlight der bisherigen Bandgeschichte. Mit ‚Abenteuer‘ legen die Luzerner fulminant los und doppeln sogleich mit ‚Hörensagen‘ nach. Das Thermometer in der Halle steigt… Mit ‚Hundert Raben‘ folgt ein weiterer Track des Debüts ‚Versteckte Pfade‘. Doch auch zwei neue Tracks schaffen es in die Setlist und nähren die Hoffnung, dass in nicht allzu ferner Zukunft ein neuer Release erwartet werden darf. Mit ‚Heimatlos‘ verabschieden sich schliesslich die gefeierten Veranstalter und geben die Bühne für den Headliner frei.

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Abinchova

Mit der Verpflichtung von Black Messiah haben die Jungs und Mädels von Abinchova insofern einen cleveren Schachzug getätigt, als dass der Auftritt im Rahmen der Rauhnacht den ersten Gig seit der Veröffentlichung des neuen Werks „The final Journey“ darstellt (Album-Releaseparty mal ausgenommen). Nach etwas abrupt ausgeklungenem Intro eröffnen die gut gelaunten Gelsenkirchener ihr Set mit dem Opener ‚Windloni‘ von besagtem Album. Mit ‚Blutsbruder‘ vom 2005er Werk ‚Oath of a Warrior‘ folgt ein etwas älterer Track, bevor mit ‚On Board‘ der Höhepunkt der Naglfar-Saga vom neusten Opus zum Besten gegeben wird. ‚Irminsul‘ gehört in jede Setlist, während ‚Der Ring mit dem Kreuz‘ wiederum einen brandneuen Song darstellt.

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Black Messiah

Ihre Verneigung vor Candlemass erfolgt mit dem Cover ‚Into the unfathomed Tower‘ (ebenfalls auf „The final Journey“ zu finden). Danach wird das Publikum zum Mitschreien, -grölen oder was auch immer aufgefordert: Die Zeit ist reif für das ‚Söldnerschwein‘. Ein Aufruf, welchem noch so gerne Folge geleistet wird. Nach ‚Vor den Toren Valhalls‘ vom genialen „First War of the World“ wird mit ‚Erik, der Rote‘ wiederum etwas in die weitere Vergangenheit geschaut, nur um mit ‚Lindisfarne‘ erneut den Bogen zur Gegenwart zu schlagen. Mit ‚Gullveig‘ endet schliesslich das reguläre Set, doch natürlich dürfen Black Messiah nicht in den Feierabend ohne das ‚Sauflied‘ sowie das grenzgeniale Dschinghis Khan Cover ‚Moskau‘ gespielt zu haben. Sänger und Violinist Zagan verlangt noch einmal vollen Einsatz von den Zuschauern und wird trotz fortgeschrittener Stunde nicht enttäuscht.

So endet ein überaus gelungener Konzertabend mit einem genial zusammengestellten Bandpaket. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Ausgabe der Rauhnacht! Doch zuvor heisst es: Abinchova, wir sehen uns am Ragnarök!

Wallace – 14. März 2012

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