Konzertbericht: Ragnarök Festival 2012 – Teil III von Erich

rund ums festival_005

Rund ums Festival – Ein etwas anderer Rückblick!

Wolken bedecken den Himmel von Eichgraben. Ein kühler Morgen – vier und eine halbe Stunde Autofahrt stehen bevor. Eichgraben? Die Heimat eines Ösis, der es sich zum Hobby gemacht hat, ein kleines Webzine im heidnischen und metallischen Sinne zu führen. Im Prinzip ist Eichgraben eine kleine verträumte, eher unbekannte Stadt, ähnlich wie Lichtenfels. Nur Lichtenfels hat etwas, was Eichgraben nicht hat. Das „Ragnarök Festival“. Deshalb ist Lichtenfels zumindest um diese Attraktion berühmter. Nicht nur bei Viking – Pagan – Black und Folk Metall-Verrückten. Denn dieses Fest der heidnischen Art hat sich zum Wirtschaftfaktor für den ganzen Ort entwickelt. Ausgebuchte Zimmer, volle Biergärten und gestresstes Sicherheitspersonal sind die Folge. Mit dem gestressten Personal beschäftigen wir uns an anderer Stelle noch ausführlicher.

Leider wurde die österreichische Abordnung halbiert, da ein Freund das Wochenende statt am Ragnarök im Wiener AKH verbringen musste. Zum Glück ist alles gut gegangen und es bleibt als Trost zumindest die Vorfreude auf das „Ragnarök 2013“. So bekam die Folkmetal.at – Meute erst am Zielort Verstärkung. Die Schweizer Delegation quartierte sich bereits eine Nacht vorher im City Hotel ein. Die fränkische einen Tag später im selbigen Hotel. Einzig der eine Ösi in Form meiner Person wählte eine bescheidene Hütte, dafür aber noch zentraler. Markt 17 nennt sich die durchaus urige im fränkischen Stil erbaute Pension, welche ebenso über ein eigenes Restaurant verfügt. Zentral zahlt sich aus, denn so hat der Gast eventuell das Glück ein Zimmer mit Blick auf das schöne Altstadtzentrum zu ergattern.

rund ums festival_007
Blick auf das schöne Altstadtzentrum

Rechtzeitig und völlig unproblematisch haben wir unsere Ausweise an der Pressekassa erhalten. (Anm.: ist ja bei anderen Festivitäten nicht immer so einfach). Das Zusammentreffen der Folkmetal.at Meute fand somit im Inneren des Festivalgeländes statt, welches gleich mit ein paar Bier begossen wurde. Zeit stand ja noch genug zur Verfügung. Es musste nämlich der Opener seinen Auftritt absagen. Abinchova aus der Schweiz hatten erstmals die Möglichkeit das Ragnarök zu rocken. Leider wurde nichts daraus. Der Drummer der Band musste aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig passen.

rund ums festival-002
Nette Festival BesucherInnen

Wir konnten uns dafür in Ruhe auf den ersten musikalischen Part einstimmen. Wie jedes Jahr war das Gelände mit Mampfbuden und Merchandise Shops geschmückt. Ein paar weniger waren es wie im Vorjahr, was aber kaum auffiel. Und das wichtigste ist sowieso der Flohmarkt, wo man das ein oder andere Relikt in Form einer Schallplatte, eines Horns oder Shirt ergattern konnte. Musikalisch begann also alles etwas später mit Imperious. Was meine Freunde von Folkmetal.at bereits im Detail bestens analysiert haben (Bericht von Wallace & Bericht von Karsten) möchte ich nicht noch mal aufwärmen. Arbeitsam waren wir ja alle und bei jeder Band im Fotograben. Und weil das Line up so reichhaltig bestückt war, habe ich Schulnoten bei jeder Combo vermerkt. Ganz akribisch nach Sound, Auftrittsleistung, etc. Streber würde man sagen oder „Alter Mann braucht mehr Hirn, deswegen notiert er“! Aber keine Angst die Excel Datei bleibt in meiner Schublade. Und wer dir an so einem Festivaltag gefällt, der bleibt sowieso tief im Gedächtnis. Auch nach ein paar starken Met Bechern, die links von der Bühne aus gegen ein paar Gulden verteilt wurden oder draußen wo das flüssige Gold ausgeschenkt wurde.

rund ums festival_003
Eine der Mampfbuden

Nun immer unter Anbetracht des Geschmackes jedes einzelnen waren diese Gedächtnisfüller am ersten Tag: Voluspaa, Agalloch, Waldgeflüster und A forest of stars. Soundprobleme, die vor allem zu Beginn unüberhörbar waren störten weniger, als die Tatsache, das einige Male ein Soundcheck auf Bühne Eins herging, während auf Bühne Zwei noch fleißig musiziert wurde. Ein Soundgewitter der unverträglicheren Art war die Folge. Wobei auch das war mit einem Bier verkraftbar. (Anm.: zur Info für diejenigen, die schon länger nicht mehr dabei waren: das Festival wird seit 2011 auf zwei nebeneinander liegenden Bühnen ausgetragen). Ob eine Bühne da nicht wieder sinnvoller wäre? Ein paar Bands weniger, dafür etwas längere Pausen und das Drumherum des Festivals könnte reichhaltiger genutzt werden. Auch für die Fotografen war es ein ständiges hin und herwandern mit wenig Pausen. Die Meinungen diesbezüglich teilen sich, was zeigt: „Der Pagan Metal Fan kann durchaus kritisch sein“.

rund ums festival_004
Shopping am Napalm Stand

Tag eins hatte es bereits in sich, obwohl gefühlsmäßig weniger Leute als im Vorjahr dem Freitagprogramm beiwohnten. Die Stimmung war trotzdem gut, wenn auch einmal gespalten. Für diese Spaltung waren Varg verantwortlich, die anstelle von Borknagar die Bühne betraten.

Die Bühne war somit für diesen Abend geschlossen und so wanderten die älteren Semester zufrieden um ca. 2 Uhr Morgens in die diversen Stadthotels in Lichtenfels, während sich die großteils jüngeren Besucher in Campingzelte oder einem Turnsaal mit Schlafsack und Matte begaben.

So ein Festival hat den Vorteil, dass Tag Zwei erst gegen Mittag beginnt. Jetzt ehrlich wer kann zuhause so lange ausschlafen?

An diesem Samstag war kein Ausfall zu beklagen, daher eröffnete Thurs aus Norwegen programmgemäß. Das Wetter war freundlicher und der Zustrom wesentlich stärker als am Freitag.

rund ums festival_008
Neuerdings: „Wolfchant“ zweistimmig

Die Sonne konnte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es Aufregung um einige Mitglieder der Security Firma gab. So manch einer hatte da gröbere Probleme, was auch in den Foren, allen voran im Gesichtsbuch veröffentlicht wurde. Klarerweise erst nach dem Festival. Uns dürfte da einiges entgangen sein. Allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass da einige Herren der Sicherheitsfirma unrund waren. Sollten sich die meisten Vorwürfe bestätigen, ist für das nächste Fest ein Wechsel der Security-Firma ratsam. Ob es dann besser funktioniert ist schwer zu sagen. Best geschultes Sicherheitspersonal wird, wenn überhaupt, auf Flughäfen, für Botschaften oder sehr reiche Leute bereitgestellt. Der Rest präsentiert sich entweder vor Diskotheken oder Konzerten diversester Zielgruppen. Vielleicht hat das Beispiel der Hells Angels Vorzeigewirkung. Die stellen ihre eigene Security Leute ab. Gleichgesinntes für Gleichgesinnte. Um ehrlich zu sein wäre mein Aggressionsfaktor um einiges höher, würde ich auf einen Rap Konzert den Dienst verrichten. Ich hatte das Gefühl, dass die Aufpasser nicht viel mit Besucher und Drumherum anfangen konnten. Sowie die Diskussion aber gerade stattfindet, ist der Veranstalter sehr bemüht eine bessere Lösung zu finden und wir sind auch davon überzeugt, dass dies nächstes Jahr klappen wird.

rund ums festival-001
Freundlicher als das Security Personal

Und damit auch hier kein falscher Eindruck entsteht – Das Ragnarök 2012 war wie die Jahre zuvor eine friedliche, sowie positive Veranstaltung. Die paar Ausnahmen stehen in sehr geringer Relation zu der Besucheranzahl. Darüber hinweg kann nicht mal der tragische Tod eines Festivalbesuchers hinwegtäuschen, für dessen Ableben übrigens niemand etwas dafür kann. Es war ein unglücklicher Unfall. An dieser Stelle all unser Beileid an die Angehörigen und Freunde des Verstorbenen.

Für mich persönlich war Tag Zwei einer der unterhaltsamsten Festival Tage überhaupt. Das lag vor allem am Line up. Wolfchant, Fejd und Skyclad waren da die persönlichen Highlights. Zu Begeisterungsstürmen kam es in der fast vollen Halle auch bei Einherjer, XIV DARK CENTURIES und Moonsorrow. Wobei die Finnen von Moonsorrow die Kaltschnäuzigkeit besaßen, dass gesamte letzte Album durch zu spielen und sonst nix.

rund ums festival_006
Autogrammstunde mit „Fejd“

Traditioneller weise waren es gegen Mitternacht dann ein paar Leut’ weniger. Trotzdem war die Hütte bis zum Schluss gut gefüllt. Das haben wir vor allem den Transsylvaniern von Dordeduh zu verdanken, die passend zur Urzeit das Publikum mit archaischen Klängen verzauberten. Nachtmystium bekommen von uns einen speziellen Orden für „Trunkenheit am Podium“. Speziell dafür verantwortlich: Mr. Keyboard.

rund ums festival_009
Ebenso ein Highlight auf der Bühne: „Fejd“

Sichtlich gut gelaunt verschwand die Österreichisch – Fränkische – Schweizerische – Delegation gegen zwei Uhr Morgens in den Gemächern von Lichtenfels, um sich nach dem „Check out“ auf einen gemütlichen Brunch zu treffen. Anschließend wurde die mehr oder weniger weite Heimreise mit dem Gedanken angetreten: „Ragnarök – bis bald – we see us 2013, vom 5.- 6. April!“

rund ums festival_010
Stimmung bei Moonsorrow

Wenn wir jetzt noch ein Fazit ziehen, dann ist das schon mehr eine Huldigung, bzw. ein Wunsch für die Zukunft. Das Ragnarök ist für unser Webzine das wichtigste Festival. Nicht nur weil es um Folk, – Pagan – oder Viking Metal geht, sondern weil das „Drumherum“ einzigartig ist. Deswegen bitte liebes Ragnarök: „Bleib genau so wie du bist. Mit all deinen kleinen Makeln“ und lass Wacken „Wacken“ und Nova Rock „Nova Rock“ sein.

Erich – 4. Mai 2012

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s