Interview: Hordak (Deutsche Version)

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Hordak

Kürzlich veröffentlichten die Spanier von Hordak ihr neues Album „Under the Sign of the Wilderness“ (siehe Rezension). Nachdem Erich der Scheibe 14 von 15 möglichen Punkten vergab, wollen wir unsere Leser mit weiteren Infos zum Silberling versorgen. Autumn War – Gründer, Texter, Sänger und Gitarrist – hat sich die Zeit genommen, unsere Fragen zu beantworten.

Folkmetal.at: Hallo! Herzliche Gratulation zu eurem herausragenden Album! Doch bevor wir über „Under the Sign of the Wilderness“ sprechen, möchte ich euch zuerst ein paar allgemeine Fragen stellen. Beginnen wir damit, dass Du Dich und Deine Band unseren Lesern vorstellst.

HORDAK: Hallo! Ich bin Autumn War von der spanischen Band Hordak. Wir spielen kelto-iberischen Pagan Metal mit einem lyrischen Konzept, welches von unseren Vorfahren und dem kelto-iberischen Erbe handelt. Musikalisch versuchen wir, uns in andere Welten zu begeben. Dorthin, wo die weiten Wälder waren und die Menschen naturnah lebten, kämpften und sich keine Gedanken um morgen machten. Wir begannen dieses grossartige Abenteuer vor zehn Jahren und wir sind dankbar, dass wir diesen Weg weiter beschreiten dürfen. Wir versuchen, die Flammen solange wir können am Leben zu erhalten, auf dass sie noch stärker lodern werden.

Folkmetal.at: Hordak ist eine Figur aus Masters of the Universe. Du hast es einmal als eine Verbindung zwischen Kindheit und heutigen Idealen bezeichnet. Könntest Du dies weiter ausführen?

HORDAK: Nun, wir wollen dies nicht weiter ausführen. Dinge, die keine Erklärung brauchen oder haben, sind bisweilen die besten. Wir mochten damals den Namen und mögen ihn heute noch, denn er steht für unsere Band. Weitere Erklärungen braucht es aber nicht.

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Autumn

Folkmetal.at: Wenn man eure Musik hört und nicht weiss, woher ihr stammt, würde man wetten, dass ihr aus Skandinavien seid. Wie kommt es, dass eine spanische Band kalten, nordischen Metal spielt?

HORDAK: Wir sind mit verschiedenen Musikstilen wie dem erwähnten nordischen Metal, aber natürlich auch mit traditionellem Heavy Metal, Rock, Klassik etc. aufgewachsen – . vVerschiedene Stile halt. und ich denke, das ist etwas, das einem für immer bleibt. Wenn du dann beginnst, Songs zu schreiben, dann fügst du alle deine Einflüsse zu deinem eigenen musikalischen Standpunkt und deiner Art Songs zu schreiben zusammen. Wir wollen keine andere Band und keinen anderen Stil kopieren – nicht einmal uns selbst. Wir wollen einfach Songs schreiben, die unter die Haut gehen.

Folkmetal.at: Du beschreibst euren Stil als „kelto-iberischen Pagan Metal“. Was genau verstehst Du darunter?

HORDAK: Unsere Songs handeln von unseren kelto-iberischen Wurzeln – – unserem Erbe – sowie unseren Vorfahren, welche um die erste Jahrtausendwende hier in Spanien lebten. Wir beschäftigen uns auch mit anderen geschichtlichen Ereignissen unseres Landes, aber obiges ist definitiv unser Hauptinteresse.

Folkmetal.at: Wo findet ihr die Inspiration für eure Lyrics? Gibt es bestimmte (lokale) Legenden oder Sagen?

HORDAK: Abhängig davon, was die Musik in mir auslöst, schreibe ich über eine Sache oder eine ganz andere. Ich versuche, nichts zu erzwingen, denn ich halte es für besser, alles fliessen zu lassen. Geschichte, Wälder, Natur, Einsamkeit – diese Themen inspirieren mich, genauso wie auch andere Songs.

Folkmetal.at: Bezieht sich der Song “722” auf die Schlacht von Covadonga, bei der die Iberer die einfallenden Araber zurückschlugen? Falls ja, welche Bedeutung hat dieses Ereignis für Dich?

HORDAK: Ja. Die Schlacht von Covadonga war der Beginn der spanischen Reconquista, ein Aufstand gegen die arabischen Truppen, welche elf Jahre zuvor im Süden Spaniens einfielen und fortan das Land eroberten. Für uns ist die Schlacht ein wichtiges Ereignis, denn Menschen kämpften und starben dort, um das Land denjenigen zurückzugeben, denen es gehört.

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Winter

Folkmetal.at: Euer neues Album wie auch der dritte Song darauf heissen „Under the Sign of the Wilderness“. Thema sind die Naturgötter. Gibt es eine Verbindung zwischen den im Track beschriebenen Opfern und Ritualen zu den Wechseln der Jahreszeiten und eurem Alltag? Praktiziert ihr irgendeine Form des Heidentums?

HORDAK: Der Song beschreibt die Lebensweise der alten Kelto-Iberer mit ihren Ritualen und ihrer Naturverbundenheit und ist eine Ode an sie. Wir verehren und respektieren ihre Lebensweise und natürlich praktizieren wir das Heidentum in unserem Alltag, indem wir die Natur verehren, unsere Wurzeln respektieren und „der dunklen und vergessenen Vergangenheit folgen“.

Folkmetal.at: Weshalb hast Du für das Stück „ μόνολίθος” (engl. Monolithen) einen kyrillischen Titel gewählt? Die Lyrics sind englisch und es gibt keine sichtbare Verbindung zu einem Land mit kyrillischer Schrift.

HORDAK: μόνολίθος ist nicht kyrillisch, sondern griechisch. Wir haben diesen Titel gewählt, weil das Wort Monolith aus den griechischen Wörtern μόνο (eins) und λίθος (Stein) entstand. Die korrekte Übersetzung wäre demnach Ein-Stein und bezieht sich auf Dinge wie Menhire oder Cromlechs, also Kraftsteine und ihre Energiekreise. Ich bin ein begeisterter Anhänger der griechischen Kultur, Schrift und Mythologie, daher entschied ich, den Song so zu benennen.

Folkmetal.at: Das letzte Stück auf dem Silberling heisst „Lugar Entre Montañas”. Es ist der einzige Song mit einem spanischen Titel und obendrein ein Instrumental. Da stellt sich die Frage, ob es sich dabei um ein Traditional handelt.

HORDAK: “Lugar Entre Montañas” ist ein selbst komponierter Song und somit kein Traditional. Wir mögen es, einige Stücke in Spanisch zu schreiben, wie beispielsweise auch “El lago Enol” (auf „The Last European Wolves“ {2006} Anm. ders Verfasserins). Gerade Instrumentals ermöglichen es, uns besser auszudrücken, indem wir die Musik für sich selbst sprechen lassen.

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J.Sierra

Folkmetal.at: Kris Verwimp gestaltete alle eure Albumcovers. Habt ihr das Bild für „Under the Sign of Wilderness“ ausgewählt oder war es eine Einzelanfertigung? Wie war die Zusammenarbeit mit Kris Verwimp?

HORDAK: Wir arbeiten mit Kris zusammen, weil wir mit seinen Werken sehr zufrieden sind. Wir schicken ihm jeweils ein paar Demoaufnahmen, von denen er sich bei der Erstellung des Covers inspirieren lässt. Wir lassen ihm immer absolute Freiheit für die Hordak Covers und erhalten im Gegenzug immer fantastische Arbeiten zurück.

Folkmetal.at: Es dauerte fünf Jahre bis zur Veröffentlichung von „Under the Sign of Wildernes“. Was passierte alles in der Zwischenzeit?

HORDAK: Wir haben es nie eilig, neue Songs zu komponieren, denn dies verdirbt normalerweise das Album. Wir bevorzugen es, erst dann eine Scheibe zu veröffentlichen, wenn auch wirklich alles stimmt. Wie ihr euch vorstellen könnt, sind wir leider nicht in der Lage, uns ausschliesslich der Band zu widmen; einige von uns studieren und wir alle haben noch anderweitige Verpflichtungen.

Folkmetal.at: Mit Ausnahme des Intros ist der Dudelsack aus euren Songs verschwunden. Was ist der Grund für diesen Wechsel?

HORDAK: Jose Luis Frías war fast fünf Jahre lang unser Dudelsackspieler. Wir nahmen Songs auf, traten auf und erlebten grossartige Momente gemeinsam, aber letztlich verliess er die Band aus persönlichen Gründen. Daher entschieden wir, in unseren Songs nicht länger traditionelle Instrumente zu verwenden, zumal wir den Sound auch ohne diese sehr mochten. Dennoch sind wir nach wie vor gute Freunde und dies ist auch der Grund, warum er auf dem neuen Album mit von der Partie war. Nebenbei erwähnt, ist er ein fantastischer Musiker.

Folkmetal.at: Was können wir in der (näheren) Zukunft von Hordak erwarten? Gibt es bereits Ideen für ein neues Album?

HORDAK: Es gibt bereits ein paar Ideen, doch wie gesagt, wir sind nicht in Eile. Wenn die Zeit reif ist, wird es neue Songs geben. Zudem würden wir gerne so viele Gigs wie möglich spielen.

Folkmetal.at: Wird es eine Tour geben? Es wäre toll, euch wieder einmal live auf der Bühne zu sehen!

HORDAK: Wir hoffen es! Leider sind derzeit keine Gigs geplant. Sollte uns aber jemand buchen wollen, sind wir zur Stelle!

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A.Mansilla

Folkmetal.at: Eure Homepage scheint offline zu sein. Es erscheint lediglich eine kryptische Mitteilung eures Webmasters. Was ist passiert?

HORDAK: Ich bin froh, dass ihr dieses Thema auf den Tisch bringt. Wir hatten Probleme mit diesem Typen bezüglich der Zahlungen und mit seiner Arbeitsweise. Wir hätten es vorgezogen, dass diese Dinge privater Natur geblieben wären, doch wie ihr sehen könnt, entschied er, die Dinge öffentlich zu machen. Wir hatten diverse Meinungsverschiedenheiten mit ihm: wir schickten ihm zum Beispiel News, welche eine Deadline hatten, zur Veröffentlichung. Diese wurden zu spät oder gar nicht aufgeschaltet. Miese Arbeitseinstellung, mangelndes Interesse – bezahlen sollten wir dennoch. Wir hingegen stellten unsere Zahlungen ein, denn er erbrachte seinen Teil der Leistung nicht und als wir ihm das Ende unserer Zusammenarbeit ankündigten, reagierte er mit Beleidigungen und falschen Anschuldigungen. Dies brachte das Fass zum überlaufen. Jetzt arbeiten wir mit anderen Webmastern zusammen und unsere neue Homepage sollte bald online gehen.

Folkmetal.at: Nun ist es Zeit für die berühmten letzten Worte…

HORDAK: Wir bedanken uns für euer Interesse und eure Unterstützung. Danke und alles Gute!!! Greetings 😉

Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten. Hoffentlich sehen wir euch bald auf Tour!

Das Interview führte Heimdalls Tochter von Folkmetal.at im Mai 2012

Weitere Informationen über Hordak:

Offizielle Seite von: Hordak

My Space Seite von: Hordak

Facebook Seite von: Hordak

Youtube Seite von: Hordak

Eine Antwort zu “Interview: Hordak (Deutsche Version)

  1. Pingback: CD-Review: Hordak – Padre | Folkmetal.at

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