CD-Review: Tibetréa – Cadbodua

tibetrea_cadbodua

[Medieval/Pagan Folk] – BSC Music (2012)
Deutschland
Göttin des Krieges!

Ho! I am the terror; my work is in the hall of arms! Ho! I am the old war; my work is on the fields of blood!

Wer nach diesen Zeilen vermutet, dass es sich hier um die neue Endstille CD oder den neuen Tonträger einer Raw Black Metal Combo handelt, der liegt nicht nur knapp, sondern um ein paar (Musik-)Welten daneben. Gehören die Zeilen doch dem „Fantasy Folk“. Geschrieben von jungen Musikerinnen und Musikern, die für uns keine Unbekannten mehr sind. Letztes Jahr haben wir die erste Langrille „Mimirmeidr“ unter die Lupe genommen. Die Rede ist von Tibetrea aus Süddeutschland und ihrem neuen Werk: „Cadbodua“.

Bei näherer Betrachtung des übrigens sehr verlockenden Covers kommt der Leser der Sache schon etwas näher. Speziell wenn er sich bereits mit keltischer Mythologie befasst hat. Neben dem Titel der CD wird ein großer Teil des Werkes der gallischen Kriegsgöttin gewidmet. So ist es nicht verwunderlich, wenn von „Toten Helden“ und in „Blutlachen liegenden Feinden“ erzählt wird. Was ich hier aus dem Ganzen heraus gerissen habe, soll aber keineswegs den falschen Eindruck hinterlassen, dass es sich lediglich um kitschig-heroische Geschichten handelt. Das Konzept hat Niveau, Tiefgang und Handlung. Wer geglaubt hat, dass der Pagan Folk nur eine Musik für Alltagsträumer ist, der hat sich somit ein zweites Mal geirrt. Tibetrea zeigen, dass die damalige Zeit alles andere als eitle Wonne und Träumerei war.

Geträumt darf auf „Cadbodua“ natürlich werden. Dazu laden die vielen archaischen Musikinstrumente und die bezaubernden Stimmen der zwei Damen ein. Ähnlich wie auf „Mimirmeidr“ zeigt sich die Band im lyrischen und musikalischen Bereich äußerst mannigfaltig. Verschiedenste Einflüsse alter und neuer Folklore werden vereint. Sei es das ‚Piratenlied‘ oder die tanzenden Zwerge (‚Zwergentanz‘). Der ‚Merseburger Zauberspruch II‘ muss auch wieder herhalten. Solange er so schön verpackt ist, können wir uns aber an dieser Version sicher nicht satt genug hören.

Tibetrea versuchen auf ihre eigene Art dem gespannten Zuhörer die Werte der Vergangenheit näher zu bringen. Werte, die jeder in sich trägt, aber in unserer hektischen Welt meist nicht abrufen kann.

„Mimirmeidr“ und „Cadbodua“ sind beides Werke für den Pagan Folk Veteran, aber auch für solche Menschen, die gerne über den Horizont schauen. 
Übrigens mit „Cadbodua“ ist Tibetrea noch eine Steigerung zum Vorgänger gelungen. Erscheinungstermin: 22. Juni 2012.

Hörbeispiele zu Tibetrea finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/tibetrea
geschrieben am 2.6.2012 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Tibetrea
BSC Music

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