CD-Review: Avven – Kastalija

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[Folk Rock/Metal] – Eigenproduktion (2011)
Slowenien
Neuentdeckung!

Mit Slowenien verbindet der Metalhead in erster Linie das Metalcamp, welches alljährlich in Tolmin stattfindet. Darüber hinaus figuriert Slowenien aber eher als schwarzer Fleck auf der Metal-Landkarte. Und doch: die Metal-Archives listen derzeit immerhin 183 Bands aus Slowenien auf (zum Vergleich: aus Österreich stammen momentan 839 Bands), was für ein Land mit 2 Millionen Einwohnern eine stattliche Anzahl darstellt. Doch genug der Zahlenspielereien!

Eine der gelisteten Bands ist Avven aus Litija. Der harte Kern des Septetts ist bereits seit 2003 aktiv, veröffentlicht wurden bislang eine Full-Length-Scheibe („Panta Rhei“ 2006) sowie vier One-Track-Singles, welche sich allesamt auf dem zweiten Album „Kastalija“ wieder finden. Kürzlich tourte man im Rahmen des Beltinefest u. a. mit Cruadalach aus der Tschechischen Republik quer durch (Ost-)Europa. Besagte Band ist es denn auch, an welche Avven am ehesten erinnert.

Zum Auftakt des Albums wird mit ‚Zmaji‘ ein Folk-Rock Song mit Flöte und Akkordeon geboten, der live garantiert für viel Bewegung sorgt. Der chorale Männergesang sowie die eingebauten Trompeten-Fanfaren (wie man sie z.B. auch bei Alestorm zu hören bekommt) machen definitiv Lust auf mehr. Leicht härter der Einstieg zu ‚Ros‘, welcher mit Frauenstimme und Piano überrascht. Die Chöre im Refrain machen klar, dass diese eines der Markenzeichen Avvens darstellen.

Auf die Ballade ‚Nuala‘ folgt mit ‚Vvile‘ wieder eine schnellere, wenn auch eher unspektakuläre Nummer, in welcher die Violine einen wesentlichen Part einnimmt. ‚Ibo‘ weist starke Polkaeinflüsse auf und lässt dank Akkordeon und Violine fröhliche Gypsy-Stimmung aufkommen. Dürfte live ebenfalls abgehen wie eine Granate.

Erstmals so richtig (Power-/Symphonic-)metallisch gehen Avven bei ‚Tarak‘ zu Werke. Hier trifft eine extrem eingängige Melodie auf einen erneut mehrstimmig vorgetragenen Chorus. Im Unterschied zum Grossteil der Tracks, wo man sich auf die Landessprache beschränkt, wird hier in englischer Sprache gesungen. ‚Hej ti!‘ stellt ebenfalls einen der härtern Songs des Albums dar, weist aber nicht die Klasse des vorangehenden ‚Tarak‘ auf.

Spanisch anmutende Elemente enthält ’sPain‘ dank neuerlichen Trompetenklängen, während ‚L.78‘ vom Akkordeon sowie Streicherpassagen getragen wird. Ein Spinett eröffnet den Rausschmeisser ‚Tornach‘. Die erste Strophe sollte hierbei wohl in Gälisch geschrieben sein, scheinbar ergibt diese jedoch nicht allzu viel Sinn (siehe Link). Der Refrain wird auf Englisch vorgetragen und ist dabei etwas gar kitschig geraten.

Avven erschufen mit „Kastalija“ ein abwechslungsreiches, sauber produziertes Zweitwerk. Mit ‚Zmaji‘ und ‚Tarak‘ sind zwei ganz starke Songs vertreten, daneben weist das Album aber auch einige Durchhänger auf. Da die Band noch ziemlich jung ist (einzig Drummer Miha fällt mit Jahrgang 1978 etwas aus dem Rahmen, die Übrigen bewegen sich zwischen 1983 und 1995), darf man gespannt sein, was wir in Zukunft noch von Avven zu hören bekommen. Sollten sie es schaffen, ein ganzes Album mit Krachern in der Qualität der oben genannten zwei Songs zu schreiben, stehen ihnen sämtliche Türen offen!

Hörbeispiele zu Avven finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/avven
geschrieben am 5.6.2012 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Avven
Eigenproduktion

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