Konzertbericht: Rekwi Festival 2011 mit Minas Morgul, Finsterforst, Flammensturm, u.v.m.

Die Vorbereitungen für das Rekwi Festival 2012 sind im vollem Gange. Daher gleich zum Einstimmen der Bericht vom 2011.

Rekwi Festival 2011 – Minas Morgul, Finsterforst, Akrea, Flammensturm, Graveworm, Endstille, u.v.m.
Ort: Wunsiedel (D) – Fichtelgebirgshalle
Datum: 29.10.2011

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Finsterforst

Ein wirklich fettes Line Up aus (fast) allen Sparten der metallenen Kunst lud im Oktober 2011 nach Wunsiedel ein. Das Rekwi-Festival war zurück! Zum drittenmal traf man sich in Oberfranken, wenn auch nicht in Hof wie 2007 und 2008. Aber mit der Fichtelgebirgshalle in Wunsiedel hatte man keine schlechtere Lokalität gewählt. Von den ursprünglich angekündigten 13 Bands verblieben nach der (bedauerlichen) Absage Ivenbergs immer noch zwölf Leckerbissen, die sich den (geschätzten) knapp 1000 Maniacs präsentierten.

Und mit Kali Yuge verpasste der Rezensent auch gleich den ersten Happen, der Veranstalter hatte doch glatt vergessen die Wege und Autobahnen nach Wunsiedel von Staus und anderen Lästigkeiten zu befreien. Sehr bedauerlich, aber es blieb das einzige „Versäumnis“ in punkto Organisation, der ansonsten höchsten Respekt zu zollen ist.“ Hut ab!“ und absoluten Dank an Mario Thümling und sein Team, die wirkliche tolle Arbeit leisteten! Mit Flammensturm begann also (aus Sicht von folkmetal.at) das Festival . Und der Mix aus Death und Thrash-Metal war ein wunderbarer Anheizer, der das Blut und die Gehörgänge zügig in Wallung brachte. Und dies war dringend nötig, denn zur besten Nachmittagszeit stürmten bereits die heimlichen Headliner des Festivals die stage: Hämatom!!!

Wie, ihr kennt die Punk-Thrash-Deutsch-Rock-Berserker nicht? Bildungslücke! Und Wunsiedel war bestens vorbereitet, denn die Metal-Heads strömten in den Saal und bescherten den vier Jungs einen stimmigen Rahmen für deren best of Mix der bisherigen Alben. „Eva“, „Leck mich“, „Schau sie spielen Krieg“, „Totgesagt und doch neugeboren Teil 1 und 2“, „Circus Maximus“ oder „Neandertal“ brachten die Meute so richtig in Stimmung. Hämatom ein Stimmungsmacher, wie ihn sich ein Festivalmacher nicht besser wünschen könnte. Das ganze noch bei wirklich gutem Sound … ein „Royal Flash“ gewissermaßen!

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Godslave

Die Kehrseite der Medaille? Ein erschöpftes , nach Pause dürstendes Volk, das beim nachfolgenden Act schlichtweg verschwunden war. „Godslave“ waren die Leidtragenden des fulminanten Auftritts von Hämatom zuvor. Die Riege der Fotographen konnte es (zumindest zahlenmäßig) locker mit derjenigen der Zuhörer aufnehmen. Zuhörer zumal, die mit den Saarländern nicht wirklich viel anfangen konnten. Und so verhallte der Auftritt der Thrasher leider und unverdientermaßen und trotz allen ausgeschütteten Herzblutes im Nirvana. Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass Godslave andernorts ein würdigeres Publikum finden werden und ihnen zumindest das oberfränkische Bier ein (schmackvoller) Trost war.

Thrash Ihr Affen? So soll es sein! Die (zumindest teilweise) ausgeruhten Primaten … Verzeihung! Metaheads! … fanden sich zügig zur Fortsetzung dieser Tour und zu Hatred ein. Und wenn es in Deutschland oder andernorts ein Energieproblem geben sollte, wenn Grafenrheinfeld der Zukunft geopfert wird, diese Schweinfurter ersetzen jedes Atomkraftwerk! Hatred on stage und eine deutsche Kleinstadt ist energietechnisch versorgt! Bis zum letzten Schweißtropfen wurde an Leidenschaft alles vergossen und zugleich dankbar von Hörerseite aufgesogen!

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Cripper

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Hatred

Hatred aber waren nur Aufwärmer für den nächsten Top-Act, der nun folgen sollte. Jedes Thrasher-Herz in der nun wieder gut gefüllten Fichtelgebirgshalle fieberte offensichtlich den Hannoveranern Cripper entgegen. Und bereits lange vor deren Sturm der Bühne waren zahlreiche Sympathiekundgebungen zu hören. Sympathien die angesichts dieser Kombo nicht verwundern. Allen voran die Frontfrau Britta, deren Stimmgewalt zur Folge hatte, dass sich die ersten zehn Fanreihen an den Absperrgittern festklammern mussten, damit sie nicht weggepustet wurden. Aber auch Christian, Jonathan, Bass-T und Dennis am Schlagwerk verstehen es ihr Publikum zu fesseln. Fetter Sound, fette Show, fette Songs! „FAQU“, „Devil Reveals“, „Hysteria“ … oder lieber etwas Neues? Es bleibt verwunderlich, dass das zierliche Persönchen Britta von ihren mehrfachen Ausflügen mit Hautkontakt zu den Fans unbeschadet wieder auf die Bühne zurückkam und nicht einfach einbehalten wurde. Und man hätte es niemanden verdenken können diese einfach sympathische Person einzupacken, die … wie versprochen … nach dem Auftritt, jedem Fan für das ein oder andere Bier (und dem Rezensenten und tiefen Cripper-Verehrer auch für ein Foto zur Verfügung) stand. Thrash in good old germany? Nicht ohne Cripper! Bleibt zu hoffen, dass es die Jungs und das Mädels möglichst bald wieder in fränkische Lande verschlägt.

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Sycronomica

Und … whooops … die nächsten in der Reihe, Sycronomica traf prompt wieder das Erholungsbedürfnis der Festivaller. Allem Herzblut und song- und soundtechnischen Anspruch zum Trotz, musste man Abstriche in Sachen Stimmung machen, wenn gleich nicht in dem Maße wie zuvor Godslave. Doch mit Finsterforst und Minas Morgul standen bereits die nächsten Publikumslieblinge vor den Toren. Und weder „Kaleidoskope“, noch „Realm of Dust“ oder „Durch das Geäst“, „Ende & Anfang“, „ Beyond the gate“, „Neverest“ oder „Tot he rivers end“ konnten mit der Vorfreude auf die Herren aus dem Schwarzwald bzw. den Paganlords mithalten. Und die Vorfreude wurde zumindest nicht enttäuscht. Wobei man auch – ehrlicherweise – sagen muss, dass zumindest bei Minas Morgul die bis dato untadelige Soundqualität erheblich nachließ und die Jungs nicht voll zur (klanglichen) Entfaltung kommenließ. Der Gitarrensound ließ vieles zu wünschen übrig. „Minas Morgul“, Todesschwadron Ost“ oder der „Eisengott“ gaben gleichwohl genügend Gelegenheit zum Mitfeiern wie auch „Der Sonne entgegen“ oder „Meer aus Blut und Stahl“.

Mit Akrea kam der fette Sound und nicht minder die Fette Show wieder zurück auf die Bretter. Und die zahlreichen Fans in der Fichtelgebirgshalle hatten reichlich Gelegenheit mit den melodic-death-Metallern aus der Oberpfalz abzufeiern, wenn gleich deren Auftritt gefühlt deutlich kürzer war, als mancher Vorgänger-Act.

Mit Graveworm kamen sodann nicht nur die ersten Headliner, sondern auch ausgesprochene Rekwi-Festival-Profis … und ein Double-Bass-Gewitter zu Beginn der Show, dass man meinen könnte, zehn Erdbeben unterwanderten den Hallenboden gleichzeitig. Doch halt, wo waren die Fans geblieben? Die Schallmauer 0.00 Uhr war durchbrochen und offensichtlich mancher Besucher (gezwungenermaßen) auf dem Heimweg. Zurückblieb denn doch ein deutlich reduzierter Haufen alt-gesottener Metaller die sich zumindest an aktuellen Songs wie „Die in flames“ oder Klassikern á la „Legions unleashed“ erfreuen konnten.

Die Mehrzahl der Verbliebenen jedoch (zumindest nach den Shirts) erwartete das Ende des Festivals besser gesagt Endstille. Blutgetränkt und energiegeladen (oder sollte man sagen überladen?) brach die Show über den Rest der Zuschauer herein. „When Kathaaria falls“, „Unburied“, „Dominanz“ … ein Roadie jedenfalls musste stets dafür sorgen, dass die Protagonisten nicht über das von ihnen angerichtete Schlachtfeld auf der Bühne stolperten. Ein Schlachtfeld, dass schlussendlich zu viel wurde für den Veranstalter, der die Show von Endstille vorzeitig abbrach. Dies sicherlich sehr zum Leidwesen der Band und der ausharrenden Gäste, aber eben unumkehrlich und für Nicht-Endstille-Fans verkraftbar, insbesondre angesichts der doch sehr weit fortgeschrittenen Zeit und all der feinen Bands zuvor.

Trotz oder vielleicht gerade aufgrund des unplanmäßigen und (etwas) spektakulären Endes der Show verblieben jede Menge an phantastischen Momenten, fetzigen Live-acts und bleibenden Eindrücken. Eine Halle, die unterm Strich die richtige Größe bot und einen „gediegenen“ Rahmen. Preise für Speis und Trank, an denen nichts auszusetzen war (sozusagen € 2,50 für alles) und ein Publikum, das (verständlicherweise) seine Pausen brauchte, ansonsten aber friedlich und begeisterungsfähig war.

Kurzum, das Rekwi 2011 war eine Werbung für gleichgelagerte Veranstaltungen vor Ort. Und ein Festival, das mancher in der näheren Umgebung gerne vor der Haustüre gehabt hätte (Hallo?! Nürnberg ist gemeint!!!). Bleibt zu hoffen, dass es eine Neuauflage 2012 geben wird.

Wir hoffen auch künftig noch das ein oder andere Video hier präsentieren zu können.

Fotogalerie vom Rekwi Festival 2011

Homepage Rekwi Festival

Karsten – 5. November 2011

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