CD-Review: Ensiferum – Unsung Heroes

ensiferum_unsung heroes

[Viking Metal] – Spinefarm Records (2012)
Finnland
The Return of the Swordbearers!

Beinahe drei Jahre liegt die Veröffentlichung von „From afar“ zurück. Doch am 24.08.2012 hat das Warten ein Ende: „Unsung Heroes“, das fünfte full-length Album von Ensiferum, wird das Licht der Welt erblicken.

Eröffnet wird das neue Werk durch ‚Symbols‘, einem akustischen Intro, wie es in ähnlicher Art und Weise auf jedem bisherigen Release der Finnen (die „Dragonheads“ EP ausgenommen) zu finden war. ‚Symbols‘ unterscheidet sich jedoch insofern von früheren Intros, als dass dieses weniger folkig dafür umso symphonischer, ja gar soundtrackartig ausgefallen ist. Ein Merkmal, welches sich wie ein roter Faden durch die meisten Songs von „Unsung Heroes“ zieht.

Der eigentliche Opener ‚In my Sword I trust‘ ist nicht nur aufgrund des Titels ein typischer Ensiferum-Track, sondern vereint auch sonst sämtliche Trademarks des Quintetts in sich: eingängige Songstruktur im Melodic-Death Gewand, harsche Vocals von Petri Lindroos in den Strophen und heroischer Chorgesang mit Mitsingcharakter im Refrain.

Im Tempo leicht gemässigter kommt der Titeltrack daher. Während symphonische Elemente ‚In my Sword I trust‘ dominierten, weist ‚Unsung Heroes‘ zusätzlich folkige Parts auf. ‚Burning Leaves‘ durften Besucher der Metalfest Open Airs bereits live erleben. Akustische Gitarren führen den Hörer in die Melodie ein, welche von den E-Gitarren aufgenommen und im Anschluss von einer Nyckelharpa begleitet wird. Der Chorus bohrt sich sofort ins Hirn und spielt auch noch nach dem Ausklang munter im Kopfkino weiter. Charakteristisch ist der kurze, in der Muttersprache gesungene mehrstimmige Part, welcher genauso wie ein Gitarrensolo gegen Ende des Tracks eingebaut wurde.

In eine ganz andere Kerbe schlägt ‚Celestial Bond‘: ein ruhiger, von der Kantele und einer lieblichen Frauenstimme getragener Akustik-Track im Stile von Nightwish’s ‚The Islander‘. Wohl um einen Gegensatz zu schaffen, folgt im Anschluss mit ‚Retribution shall be mine‘ der härteste Song des Albums. ‚Star Queen‘ trägt nicht von ungefähr den Zusatz ‚Celestial Bond part II‘: das Thema des fünften Tracks wird hier nämlich erneut aufgenommen und nach akustischem Einstieg in Form einer Metal-Ballade weiter getragen.

Aus der Kalevala stammt der Titel ‚Pohjola‘, welcher dort das Nordland sowie dessen Einwohner bezeichnet. Aufgrund der symphonischen Elemente und durch den Einsatz eines vielstimmigen klassischen Chores erhält dieser up-tempo Track einen starken cineastischen Einschlag. Bassist Sami Hinkka haucht dem akustischen ‚Last Breath‘ mit rauer Stimme gesangliches Leben ein und klingt dabei dem Mittelalter-Barden Marcus Van Langen (Van Langen, Des Teufels Lockvögel) zum verwechseln ähnlich.

Das Finale bildet ‚Passion Proof Power‘, welcher als der epischste je geschriebene Ensiferum-Song angepriesen wird. Was die Dauer (knapp 17 Minuten!) anbelangt, kann man dies sicherlich so stehen lassen. Die Songstruktur jedoch ist alles andere als episch ausgefallen. Zum Auftakt verneigen sich die Finnen wie bereits in ‚Stone cold Metal‘ erneut vor Ennio Morricone. Vor dem geistigen Auge sieht man förmlich zwei Westernhelden vor dem letzten Duell (auch wenn das Didgeridoo im Hintergrund nur bedingt in diese Szenerie passt). Im Verlaufe des Tracks erklingen auch schon mal ein balladeskes Klavier sowie eine progressiv anmutende Moog-Orgel. Ins Kapitel Kurioses ist die kurze Sprechrolle von Fuchs von den Apokalyptischen Reitern (als mittelalterlicher Marktschreier) einzuordnen, welche zum finalen Part überleitet. Insgesamt ein sehr anspruchsvoller Track, bei welchem sich Ensiferum so richtig austoben durften, welcher aber wohl auch beim einen oder anderen Hörer ein grosses Fragezeichen hinterlassen wird.

Nach dem ersten Hördurchlauf von „Unsung Heroes“, welches insgesamt einen ungewohnt tiefen Härtegrad aufweist, machte sich ehrlich gesagt etwas Ernüchterung breit. Mit jedem weiteren Durchgang erschliessen sich einem die neuen Songs jedoch immer besser und so lässt sich schliesslich (abgesehen von ‚Passion Proof Power‘, mit welchem ich einfach nicht warm werde) doch ein positives Fazit ziehen. Die ersten drei Alben („Ensiferum“, „Iron“ und „Victory Songs“) bleiben jedoch unerreicht.

Hörbeispiele zu Ensiferum finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/ensiferum
geschrieben am 9.7.2012 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Ensiferum
Spinefarm Records

Eine Antwort zu “CD-Review: Ensiferum – Unsung Heroes

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