CD-Review: Krampus – Survival of the Fittest

krampus_survival of the fittest

[Folk/Death Metal] – NoiseArt Records (2012)
Italien
Eluveitie 2.0!

Aus Udine, dem nordöstlichsten Zipfel Italiens stammend, erhaschte diese junge Truppe im letzten Jahr dank dem Gewinn des Rock the Nation Awards einige Aufmerksamkeit. Der Sieger besagter Auszeichnung erhält u.a. einen Plattenvertrag bei NoiseArt Records. Diese Kooperation trägt nun in Form des Debütwerks „Survival of the Fittest“ erste Früchte.

Wieso sollte der gemeine Folk Metaller diese Scheibe kaufen? Nun, wenn dieser Eluveitie mag, besteht eine realistische Chance, dass er Krampus lieben wird. Nicht nur bewegt man sich stilistisch in gleichen Gefilden, nein, auch die regelmässig eingeflochtenen Folktunes klingen verdächtig nach den Eidgenossen. Schliesslich könnte Screamer Filippo problemlos als Stimmdouble von Chrigel Glanzmann auftreten – kaum jemandem würde dies auffallen.

Das Oktett als simple Kopie abzustempeln, wäre jedoch nicht rechtens. Krampus fügen ihrem Sound, welchen sie passenderweise als Modern Melodic Folk Metal bezeichnen, zusätzlich noch Keyboards und (vorwiegend in den Refrains) eine cleane Metalcore-Stimme hinzu. Gegen Keys gibt es grundsätzlich nichts einzuwenden, solange diese zur Erzeugung sphärischer Klangteppiche eingesetzt werden. Technoide Elemente, wie sie auf „Survival of the Fittest“ stellenweise zu hören sind, haben meines Erachtens im (Folk) Metal allerdings nichts zu suchen. Von cleanem Metalcore-Gesang ganz zu schweigen.

Subjektiv betrachtet würde ich den Italienern empfehlen, sich einerseits etwas von ihren stilistischen Vorbildern zu lösen und andererseits oben erwähnte Elemente sofort zu verbannen. Eine etwas objektivere Anschauungsweise lässt jedoch zum Schluss kommen, dass Krampus vielleicht gerade deshalb eine erfolgreiche Karriere bevorsteht. Metalpuristen werden sich kaum jemals mit diesem Stilmix anfreunden. Beim jüngeren Publikum, unter welchem nicht zuletzt auch Eluveitie eine grosse Fanbase aufweist, könnte dieser allerdings einschlagen wie eine Bombe.

Wie also bewerten? In Anbetracht der Tatsache, dass die eine Dame und die sieben Herren an ihren Instrumenten einiges drauf haben, die Songs eine teilweise fast beängstigende Eingängigkeit aufweisen, die Scheibe einwandfrei produziert ist und mit einem ordentlichen Bumms aus den Boxen dröhnt, hat diese allemal das Prädikat „gut“ verdient. Gespannt sein darf man auf die Live-Umsetzung. Zu erleben im kommenden Herbst auf der Heidefest-Tour.

Hörbeispiele zu Krampus finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/krampusfolk
geschrieben am 15.7.2012 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Krampus
NoiseArt Records

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