CD-Review: Fortid – Pagan Prophecies

fortid_paganprophecies

[Pagan Black Metal] – Schwarzdorn Production (2012)
Norwegen
Kurzweiliges Epos!

Mit „Pagan Prophecies“ wird am 24. August 2012 der vierte Longplayer von Fortid erscheinen. Einar Thorberg dislozierte 2008 von Island nach Norwegen und baute nach der Vollendung des Voluspaa-Zyklus sein Ein-Mann-Projekt mit Øystein Hansen (Gitarre), Rikard Jonsson (Bass) und Daniel Theobald (Drums) zu einer tourfähigen Vierertruppe aus.

Vorwegzunehmen ist, dass die Einordnung unter Pagan Black Metal Fortid nicht gerecht wird. Die Stilschublade passt bestenfalls für das Grundgerüst – sie finden regelmässig zu ihren melodisch-schwarzmetallischen Wurzeln zurück, plündern aber frisch und frech einmal quer durch das Schubladensortiment.

Der Opener und Titeltrack ‚Pagan Prophecies‘ legt gleich mit voller Kraft los. Dieser Song zeigt mit der zeitweisen Verwendung von Akustikgitarren, Death Metal Passagen und choralen Elementen bereits, dass das Grundgerüst von Fortids Sound zwar eindeutig dem melodischen Pagan Black zuzuordnen ist, sie sich jedoch nicht um Genregrenzen scheren, sondern ihren Stil so gestalten, wie sie es für richtig halten. Dies ist zum einen sehr erfrischend und abwechslungsreich, zum andern ist es bisweilen etwas klischeehaft bzw. man bedient sich zwar hüben und drüben, entwickelt jedoch nichts weiter. Doch muss das immer der Fall sein? Meines Erachtens nicht. Durch das Verwenden verschiedenster Stilelemente schaffen es Fortid spielend, den Spannungsbogen über die komplette Tracklänge von immerhin fast sieben Minuten aufrechtzuerhalten.

Bei ‚Electric Horizon‘ stellt man beim Hören des Interludiums fest, dass mit dem Abschluss des Voluspaa-Zyklus auch die Epoche verlassen wurde: Gewehrsalven und Schüsse hat man anno dazumal definitiv noch nicht zu hören bekommen.

Das sechste Stück ‚Að Handan‘ beschert dem geneigten Hörer einen Gruss aus dem Jenseits (Handan ist isländisch für Jenseits) in Form eines 1a Thrash-Riffs. Auch hier gehen Fortid über die volle Distanz und vermögen den Hörer ohne weiteres über acht Minuten in ihren Bann zu ziehen.

Den Bogen etwas überspannt haben Fortid beim Hidden Track. Dieser besteht aus einer achtzehnminütigen Gewittersequenz. Der tapfere Hörer wird bis zum Schluss nicht erlöst – es bleibt bei Regen und Donner.

Alles in allem ist „Pagan Prophecies“ eine gelungene Platte. Fortid sind eine der wenigen Bands, die es schaffen, dass auch bei langen Tracks nie Langeweile aufkommt. Oftmals liess der Blick aufs Display staunen: huch, der Track geht schon so lange?

Hörbeispiele zu Fortid finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/fortidofficial
https://www.facebook.com/fortid/app_2405167945
geschrieben am 16.7.2012 von anita@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Fortid
Schwarzdorn Production

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