CD-Review: Trollfest – Brumlebassen

trollfest_brumlebassen

[True Norwegian Balkan Metal] – NoiseArt Records (2012)
Norwegen
Es lebe der true norwegian Imker!

Mit „Brumlebassen“ präsentieren die Trolle von TrollfesT bereits ihr fünftes Studioalbum, welches am 24.08.2012 in die Plattenläden kommt.
Waren die Trolle auf dem Vorgängeralbum! „En Kvest for den hellige Gral“ noch auf Gralssuche im Orient, sind sie nun wieder zu Hause in ihrem Dorf und geben dem Hörer Einblick in das Dorfleben der Trolle. Die Songs handeln von Brumlebassen, seines Zeichens Bienenzüchter und wichtiger Honig- und Metlieferant des Dorfes. Besungen werden Feste, Freundschaft, Prügeleien, Saufgelage und – immer wieder – Bienen.

Dem mit „Villanden“ und „En Kvest for den hellige Gral“ eingeschlagenen Weg folgen TrollfesT auch auf der neuen Scheibe. Während auf „En Kvest for den hellige Gral“ noch mehrheitlich orientalische und spanische Rhythmen dominieren, wähnt man sich bei „Brumlebassen“ an einem Volksfest auf dem Balkan mit viel Polka und etwas Sirtaki. Nicht ohne Grund nennen die Norweger ihren Musikstil dann auch „true Norwegian Balkan Metal“.

Das Album beginnt mit dem Song ‚Brumlebassen‘, welcher gleich ein erster Höhepunkt ist. Nach kurzem idyllischem Vogelgezwitscher begleitet von Bouzouki-Geklimper, lernt man im Song Brumlebassen kennen und wird Zeuge davon, wie er von einem Schwarm wild gewordener Bienen verfolgt wird.

Zwischen den schnellen Songs in typischer TrollfesT Manier streuen die Norweger auch immer wieder langsame Stücke ein und mit ‚Verboten Kiærleik‘ haben sie sogar eine Ballade geschrieben. Der Song ‚Hevlette‘ erinnert mich zudem stark an die Volksmusikplatten, die mein Vater früher (unter lautem Protest der restlichen Familie) gehört hat.

Als Gastsänger für „Brumlebassen“ wurden neben Mariangela von Tristania, die im Song ‚Sellout‘ (der in mir immer Erinnerungen an den „Eurovision Song Contest“ weckt), auch Vreth von Finntroll engagiert. Der Song ‚Finsken Norsken og presten‘ in dem Trollmannen zusammen mit Vreth „im Duett“ singt, ist dann auch das härteste und am wenigsten folkige Stück der CD und mein persönlicher Favorit.

Mit „Brumlebassen“ ist TrollfesT ein abwechslungsreiches und musikalisch interessantes Werk gelungen. Dass die Trolle trotz aller Blödelei ihre Instrumente hervorragend beherrschen, haben sie mit diesem Album erneut unter Beweis gestellt. Stellenweise drängen sich Bouzouki, Saxophon und Akkordeon für meinen Geschmack etwas zu stark in den Vordergrund. Gerade bei Liedern wie ‚Illsint‘ oder ‚Apis Mellifera‘ hätte ich mir Akkordeon, Saxophon und Bouzouki etwas weniger dominant gewünscht, um dafür mehr von Gitarre, Bass und Drums zu hören. Gesanglich haben sich die Trolle auf „Brumlebassen“ auch weiterentwickelt. Es wird viel mit Männerchor gearbeitet und wirkte Trollmannen’s Gesang auf den ersten Alben oft etwas eintönig, benutzt er seine Stimme nun vielfältiger.

Im manchmal doch etwas ernsten Metallzirkus tut es gut, gibt es Bands wie TrollfesT, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen und mit viel Humor und Engagement für gute Laune sorgen. Wenn TrollfesT – wie bereits 2011 – auch dieses Jahr zusammen mit Wintersun, Korpiklaani und weiteren Acts auf der Heidenfest-Tour die Konzerthallen unsicher machen, bleibt bestimmt keiner still stehen. Der Mittanzfaktor ist auch bei „Brumlebassen“ wieder sehr hoch.

Eine Hörprobe zum neuen Song ‚Illsint‘ inklusive Lyrics gibt es hier bei YouTube. Auch auf Facebook sind die Trolle sehr aktiv und veröffentlichen laufend Fotos und Berichte von der aktuellen Tour, sowie Infos zum neuen Album.

Hörbeispiele zu Trollfest finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/trollfest
geschrieben am 24.7.2012 von nicole@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Trollfest
NoiseArt Records

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