CD-Review: Vitaliy Sytnik – Demo 2009 bis 2011 (Demo Tape)

vitaliy sytnik_demo_2009​-​2011

[Atmospheric Black Metal/Shoegaze/Post Rock] – Talheim Records (2012)
Ukraine
Atmosphärischer Underground!

Eine durchaus interessante Mixtur in Form eines Demo-Tapes aus dem Hause Talheim Records liegt vor mir. Es handelt sich dabei um das außergewöhnliche Soloprojekt von Vitaliy Sytnik , welches die Werke zwischen 2009 und 2011 zusammenfasst. Sämtliche Tracks wurden in seinem persönlichen Home Studio produziert.

Egal ob man das Tape in den Recorder wirft oder sich die einzelnen Stücke (natürlich in besserer Klangqualität) digital gibt, der aufmerksame Hörer merkt sofort, dass viel Gefühl im Spiel ist. Mit ‚Philosophy‘ begibt er sich auf eine Reise voller Emotionen. Die ersten 5 Nummern (Tape Seite A) geben die aktuellen Aufnahmen von 2011 wieder. Lieder älterer Dekaden befinden sich auf der B-Seite, welche auch in ein etwas schlechteres Soundgewand verpackt sind.

Die Stücke von 2011 wissen zu gefallen, wenn auch der Drumcomputer zu sehr im Vordergrund steht (‚Philosophy‘). Vor allem, weil sie zu hastig und deswegen unnatürlich rüberkommen. Das kann man aber durchaus auf einem zukünftigen Tonträger korrigieren.

Eines meiner Lieblingsinstrumente – die Violine – kommt dafür zum Vorschein. Speziell auf ‚Monologue‘ spielt sie eine gewichtige Rolle, was den Song sehr homogen macht. Wohl der beste Song auf dem gesamten Demo. Man spürt, wie viel Herzblut Vitaliy in seine Arbeit und speziell dieses Demo gesteckt hat. Es fällt nicht schwer in die Welt des Herrn Sytnik zu kippen, zieht er doch gekonnt die Hörerschaft in seinen Bann.

Erst nach Nummer 5 schießt es mir ein, dass es gar keinen Gesang gibt. Gerade mal ‚Birth of a new Planet‘ enthält ein paar Voice-Sequenzen. Ansonsten handelt es sich um ein reines Instrumental-Demo. Düstere depressive Klänge gepaart mit Post Rock- und Shoegaze-Elementen. Raw Black Metaller können sich getrost diesem Werk verschließen. Menschen, die mit Bands wie Anathema, den neuen Alcest oder Agalloch sympathisieren, werden an Vitaliys Stil garantiert Gefallen finden.

Der Junge hat durchaus Gespür fürs Wesentliche. Zwar ist der Sound noch sehr plastisch, aber Vitaliy Sytnik investiert sehr viel in seine Musik, was zugleich der Knackpunkt ist. Nach einer gewissen Zeit, noch bevor man zum letzten Stück gelangt, wird der Hörer unruhig. Einfach zu viel des Guten. Mag sein, dass sich der Künstler gerade auf einem Demo präsentieren muss, aber hier wäre weniger mehr gewesen. Mit Fortdauer der Präsentation kommt eine gewisse Langeweile auf.

Trotzdem ein Musiker, den man, wie auch immer sein Weg weiter geht, nicht aus dem Blickwinkel verlieren sollte. Denn dass diese Art der Musik Zukunft hat, steht außer Frage.

Hörbeispiele zu Vitaliy Sytnik finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/results?search_query=vitaliy+sytnik
geschrieben am 17.8.2012 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 9 von 15
Informationen: Vitaliy Sytnik
Talheim Records

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s