Interview: Fjoelnir

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Mittwoch, der 15.08.2012: Tatort Fürth, Keimling.

Im lauschigen Wirtsgarten bei Bier und Kaffee haben wir die Gelegenheit genutzt, mit Sanni (Bassistin) und Sven (Schlagzeuger) der Pagan-Metal Kapelle FJOELNIR ein zwangloses Gespräch zu führen, über das Fimbul-Festival, die Band, die Szene und alles was sonst noch so bewegt.

Folkmetal.at: Wir hatten euch ja schon länger auf dem Radar, etwa beim Paganfeuer im Club Asgard in Fürth im Juni 2011 oder eurem Demo „Ahnenkrieg“.

Sven: Boah, das Demo! Das ist ja schon ewig her. Wird echt Zeit, dass wieder was rauskommt, was Hochwertiges! Aber bis alle mal Zeit haben für die Aufnahmen?

Folkmetal.at: Jetzt könnte man sagen, für ein größeres Festival wie das Fimbul stellt man was auf die Beine. Schließlich könnte man die Scheibe dort verkaufen und so auf sich aufmerksam machen.

Sven: Wir hatten schon vor, eine Art Promo-CD zu machen, mit unseren neuen Songs. Das ist dann an der Zeit gescheitert. Wir hatten zwei Stück geschafft, die restlichen drei – keine Chance. Und bevor wir nichts Gescheites auf die Beine stellen, haben wir gesagt: Gut, dann verkaufen wir eben nur T-Shirts, ist zumindest ein Anfang. Aber das Album fertig machen, wollen wir auf jeden Fall.

Folkmetal.at: Einen festen Termin gibt es also keinen?

Sven: Nein. Ich hätte jetzt gesagt, bis November. Nur, ein richtig gutes Studio ist noch zu teuer, das können wir uns gar nicht leisten. Deswegen müssen wir auf etwas Kleineres zurückgreifen und die haben nicht so viele Termine frei. Vielleicht haben wir die Gelegenheit auf dem Fimbul Leute zu treffen, die uns weiterhelfen, in Sachen Studio oder weitere Festivalauftritte.

Sanni: Ich glaube, bei uns geht das sowieso besser, wenn wir nicht unter Stress stehen

Folkmetal.at: Wie seid ihr eigentlich zum Fimbul gekommen?

Sanni: Wohl auch aufgrund der hohen Nachfrage von Leuten, die uns gut finden.

Folkmetal.at: Sind das nur Freunde und Bekannte oder habt ihr noch ein weitergehendes Fanpotential?

Sven: Mich schreiben manchmal Leute an, die kommen aus Kanada und allen Herrgottsländern. Das liegt an unserem Demo, dass man bei Metaldemo kostenlos herunterladen kann. Das wird weitergegeben und hat sich so ausgebreitet. Ich werde in Sprachen angeschrieben, die verstehe ich überhaupt nicht und der Google-Translator hilft da auch nicht weiter >>>Gelächter
Folkmetal.at: Wenn ihr zeitlich so ausgelastet seid, wie viel Zeit bleibt euch für FJOELNIR und zum Üben? Intensiviert ihr das jetzt noch für das Fimbul oder nehmt ihr das locker?

Sanni: Also wir versuchen schon zweimal die Woche mindestens zu proben?

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Sven: Ja, und jetzt wo es näher kommt, nimmt man es auch nicht mehr ganz so locker. Vorher eigentlich schon. So lange es läuft, braucht man sich da nicht jeden Abend in der Woche hinzusetzen.

Folkmetal.at: Was muss denn noch verbessert werden?

Sven: An der Performance kann man schon noch arbeiten. Man muss nicht nur die Lieder gut spielen, sondern auch auf der Bühne was hermachen.

Folkmetal.at: Wobei man es da als Drummer noch verhältnismäßig einfach hat?

Sven: Naja. Als Schlagzeuger kann man nicht so viel machen. Und ich trete auch nicht eine Minute lang nur die Bass Drum. Dann könnte ich schon aufstehen und im Stehen spielen! Aber so was habe ich eben nicht.

Folkmetal.at: War das nicht bei eurem Auftritt im Club Asgard, als dir das Becken ständig umgekippt ist?

Sven: Öh ja, stimmt, das war beim Club Asgard. Das Teil ist ständig in meine Richtung geflogen und… das stört einen doch ganz schön beim Spielen. >>>Gelächter
Sanni: Ich hatte das gar nicht mitbekommen, da bin ich viel zu konzentriert auf meinen Bass.

Folkmetal.at: Aber der Bassist ist doch das Bindeglied zwischen den Gitarristen und den Drums?

Sven: Ja schon, aber bei uns ist alles etwas anders! >>>Gelächter
Sanni: Und Max hatte im Asgard beim ersten Song den Verstärker gar nicht angemacht! >>>Gelächter
Sven: Das wäre echt unnötig wie die Sau und macht einen höchstens nervös.

Folkmetal.at: Das heißt jetzt insgesamt: Ihr wollt aus der Band schon noch was machen oder ist es mehr ein Spaß-Projekt?

Sanni: Also für mich muss einfach viel Spaß mit dabei sein. Wenn sich was Ernsteres daraus ergibt, dann gerne.

Sven: Nachdem es die Band schon gut drei Jahre gibt, hätte man es schon gerne, dass es nach vorne geht. Mit dem Fimbul hoffe ich, dass wir noch mehr Leute erreichen, wie etwa beim Hell over Innsbruck letztes Jahr. Das war ein klasse Erlebnis.

Sanni: Ja, aber auch mit Heidevolk und Heathen Foray im Asgard war schon cool! Und Summer Breeze wäre natürlich auch noch was.

Sven: Und von den restlichen Festivals hier in der Nähe, würde ich mal sagen: Ragnarök. Das wäre ein greifbares Ziel, das könnte man verwirklichen.

Folkmetal.at: Habt ihr noch Kontakt zu den einzelnen Bands oder Leuten von den vergangenen Auftritten?

Sven: Mit dem Sänger von Heathen Foray habe ich noch über facebook Kontakt und mit dem Sänger von Heidevolk. Deren Gitarrist war dann in der Luise dabei. Vielleicht würde FJOELNIR bei einer Deutschland-Tour von Heathen Foray eingebunden werden, aber der Sänger hat wohl Stress. Mal abwarten.

Folkmetal.at: Und sonst zu anderen Bands, habt ihr da Kontakt?

Sanni: Ja, zu Eisregen etwa.

Sven: Stimmt. Da hatte ich auch schon angefragt, wegen einer gemeinsamen Tour oder Auftritt. Aber die wollen erstmal eine CD von uns hören. Zu Varg hatte ich mal guten Kontakt, aber das hat sich auf einen der Gitarristen reduziert.

Folkmetal.at: Wie seht ihr die Pagan-Metal-Szene bzw. die Entwicklung der letzten Jahre überhaupt? Zu kommerziell? Zu eintönig?

Sven: Es stimmt schon, es gibt einfach zu viele Bands. Es ist ein ziemlicher Hype geworden, was ich nicht verstehe und auch nicht gut finde. Wäre die Szene mehr Untergrund, wäre mir das lieber.

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Sanni: Ich höre eigentlich gar keinen Pagan-Metal. >>>Gelächter
Folkmetal.at: Wie kommst du dann zu FJOELNIR?

Sanni: Nun, die anderen haben mich einfach gefragt. Wir wussten anfangs auch gar nicht so wirklich, welche Richtung wir spielen wollen. Das hat sich dann ergeben, weil alle Lust darauf hatten.

Folkmetal.at: Wie sehr pagan ist denn FJOELNIR? Gibt es einen inneren Zusammenhang?

Sven: Das ist eine gute Frage.

Sanni: Also ich will gar nicht der große Heide sein. Ich finde da vieles ziemlich klischeehaft und das mag ich persönlich gar nicht. Deswegen finde ich es gut, dass unsere Texte nicht so extrem sind, so klischeebeladen.

Sven: Wir nehmen uns schon heraus, dass nicht jeder Text pagan ist, sondern auch mal eine andere Richtung hat. Wenn das Riff härter besser klingt, dann ist es eben so und dann wird der Song auch härter. Und wenn es mehr Death-Metal ist, dann ist das auch gut. Wir lassen uns die Luft bzw. die Freiheit und sind nicht stur auf Pagan-Metal fixiert.

Folkmetal.at: Wer schreibt eure Songs?

Sanni: Zurzeit macht das vor allem der Nick, unser Gitarrist, also beide Gitarristen eigentlich. Und die Texte schreibt der Sven.

Folkmetal.at: Aco nicht?

Sven: Nö, ich bin der einzige, der die Texte schreibt. Woher die Inspiration kommt, weiß ich gar nicht. Ich setze mich einfach vor den PC und los gehts.

Folkmetal.at: Aha, aber der Text muss doch auf den Song passen, den Rhythmus usw.

Sven: Das machen wir genau anders herum, ich bringe den Text und auf den spielen wir die Musik. Also es ist erst der Text da und dann die Musik.

Folkmetal.at: Und wie kommt der Bass dazu?

Sanni: Ich habe mich da anfangs etwas durchsetzen müssen, sozusagen mit dem Ellbogen. Alle wollten, dass ich den Bass leiser drehe, aber ich habe ihn einfach lauter gemacht! Inzwischen ist es ganz gut. Der Nick spielt in einer anderen Band selbst den Bass und hat deswegen mehr Verständnis für meinen Part. Ich bin aber auch für völlig andere Musikrichtungen offen, Reggae oder Reggae-Pop oder Hip Hop. Auf meinem mp3-Player wirst du alles Mögliche finden, von französischem Rap über Cannibal Corpse bis hin zu Destruction und Overkill.

Sven: Nein, nein! Außer Metal kommt für mich nichts in Frage. Da würde ich mich lieber alleine in den Keller setzen und Drums spielen. Zurzeit höre ich fast ausschließlich Sabaton, Powerwolf, Hammerfall, Blind Guardian. Nightfall in Middle-Earth höre ich zurzeit am liebsten und Coat of Arms von Sabaton oder Blood of the Saints von Powerwolf.

Folkmetal.at: Interessiert euch, was die Konkurrenz so macht?

Sven: Nö, da schauen wir nicht so drauf. Im Bezug auf FJOELNIR ist mir alles andere ziemlich egal. Klar, Minas Morgul interessiert mich z.B. schon, aber nur deswegen, weil ich die gerne höre.

Sanni: Man schaut eher, was so im Umfeld passiert, in Nürnberg (Anm. Vorort von Fürth) z.B. gibt es ja viele Bands, die wir auch kennen. Aber wir freuen uns jetzt auf den Auftritt beim Fimbul und dann sehen wir weiter.

Sven: Ich hoffe jedenfalls, dass mein Drum-Set so aufgestellt ist, dass ich es nicht festhalten muss und Max seinen Verstärker angestellt bekommt >>>Gelächter
Folkmetal.at: O.k. und der Fanclub ist komplett unterwegs zum Fimbul Festival?

Sven: Ja schauen wir mal. Beim Fürth-Festival war echt viel los, auch wenn wir dann nicht spielen durften. Beim Fimbul müssen wir Freitagnachmittag ran, da müssen natürlich noch viele arbeiten. Aber ich denke mal, vor einer leeren Bühne werden wir nicht spielen? >>>Gelächter
Folkmetal.at: Wir wünschen euch jedenfalls viel Erfolg beim Fimbul und werden euren Auftritt genauestens verfolgen und darüber berichten. Und nochmals vielen Dank für eure Geduld für dieses Interview!

Sven und Sanni: Ebenfalls besten Dank! Wir sehen uns dann beim Festival!

Das Interview führte Karsten von Folkmetal.at im August 2012

Weitere Informationen über Fjoelnir:

Offizielle Webseite von:Fjoelnir

My Space Seite von: Fjoelnir

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