CD-Review: Ataxata – Steine und Brot

ataxata_steine und brot

[Medieval] – Spinus Records (2012)
Österreich
Orchestrated Medieval Fantasy and Mystic FolkBaRock!

Das Genre der Mittelalter-Musik stagniert seit einiger Zeit: Während sich die Einen immer mehr in Richtung Mainstream orientieren, spielen andere die immer gleichen Traditionals in der x-ten Version nach. Umso erfreulicher ist es, dass uns aus dem Burgenland ein Album erreicht, auf welches keine der vorherigen Aussagen zutrifft.

Folgerichtig handelt es sich bei Ataxata weder um eine weitere Marktmittelalter-Formatio, noch um eine simple Mittelalterrock-Kapelle. Das Oktett wildert scheinbar beliebig in anderen Genres (beispielsweise Barock, Klassik aber auch Rock und Metal) herum und bezeichnet dementsprechend seinen Stil als „Orchestrated Medieval Fantasy and Mystic FolkBaRock“.

„Steine und Brot“, nach „Der Ritter“ (2009; remastered 2010) das Zweitwerk der Österreicher, enthält viele gute Ideen aber auch zahlreiche Kinderkrankheiten. Da wäre einmal der Gesang: Ataxata haben mit Manuela Jokobitsch und Gerd Burger gleich zwei Vocalisten in ihren Reihen. Dadurch lassen sich zwar einerseits die Songs ziemlich variabel gestalten, andererseits muss jedoch festgehalten werden, dass die beiden Stimmen eher durchschnittlich sind.

Songwriter-Qualitäten sind zweifellos vorhanden, was die eingängigen Melodien bei Tracks wie ‚Vaterliebe‘ oder ‚Jahrestanz‘ beweisen. Dazu gesellen sich jedoch teilweise etwas gar triviale Texte (‚Ritter wollen Weiber sehen‘), welche übrigens ausschliesslich in deutscher Sprache gehalten sind. Der weitaus grösste Makel ist jedoch produktionstechnischer Natur: Während das Folkinstrumentarium (Violine, Flöten und Pfeifen) sauber abgemischt wurde, fehlt der E-Gitarre schlicht und einfach der nötige Druck. So erklingen die eigentlich gelungenen Riffs viel zu harmlos im Hintergrund. Ähnlich ergeht es den Drums beispielsweise im amüsanten Instrumental ‚Heavy Dudel‘ (nomen est omen!). Wiederum eher unnötig erscheint das ambient-unterstützte Vogelgezwitscher im Rausschmeisser ‚Turdus Philomelos feat. Turdus Pilaris‘ (für Nicht-Ornithologen: ‚Singdrossel mit Wacholderdrossel‘).

Fazit: Aller Kritik zum Trotz gelingt Ataxata mit „Steine und Brot“ ein abwechslungsreiches Werk, welches durchaus etwas Erfrischung in die Mittelalterszene zu bringen vermag. Können die erwähnten Unzulänglichkeiten in Zukunft ausgemerzt werden, darf man gespannt sein, wo die Reise der Band noch hinzuführen vermag.

Hörbeispiele zu Ataxata finden Sie unter folgendem Link: http://www.facebook.com/AtaxatAPage
geschrieben am 27.8.2012 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 9 von 15
Informationen: Ataxata
Spinus Records

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