Konzertbericht: Festival Medieval 2012 mit Schandmaul, Omnia, Schelmish , u.v.m.

Festival Medieval – Schandmaul, Schelmish, Omnia, Saltatio Mortis, u.v.m.
Ort: Selb (D)
Datum: 7.- 9. September 2012
(Folkmetal.at war am 9. September vor Ort)

Omnia troet
Omnia

Ein Tag im Mittelalter

Es sind mittlerweile schon ein paar Wochenenden vergangen, seitdem ich das Mediaval für einen Tag besuchen durfte und ich muss sagen, dass ich immer noch irgendwie traurig oder zumindest melancholisch bin, dass es vorbei ist. Aber ich werde von vorne berichten:

Der Sonntag startete enorm unkompliziert am Eingang, wo ich weiter gelotst wurde, um meinen Presse-Ausweis abzuholen. Nach kurzem Umziehintermezzo – man will ja dazu passen – ging es dann auch schon los mit Winterstorm, die es trotz ihrer guten Performance nicht schafften, die Sommerhitze in den Griff zu bekommen. Glücklicherweise gab es bei allen drei Bühnen immer auch die Möglichkeit sich entspannt in den Schatten zu setzen und von dort aus dem Treiben zu folgen. Getreu dem Motto „Hitze macht faul“, sah ich mir dann den Chor on Air an, bestehend aus ca. 80 Personen, wie ich mir vorher hatte sagen lassen. Ungemein passend zur Mittagshitze wurden hierbei Lieder vorgetragen, die zum Mitschunkeln, Mitsummen und Mitklatschen einluden, ohne dass man sich körperlich überanstrengen musste.

103 Heiter bis folkig
Heiter bis Folkig

Es folgte ein Intermezzo meinerseits, bei dem ich mir den Markt zur Brust nahm. Hierbei kann man vielleicht ein bisschen Kritik anbringen, dass es keine wirklich große Auswahl an Gütern gab. Man konnte sehr viele Holzgegenstände käuflich erwerben, wobei leider fast jeder Handwerker im Großen und Ganzen dasselbe zu ähnlichen Preisen verkaufen wollte. Nichtsdestotrotz lohnte sich dennoch ein Blick: Glasbläser zeigten vor Ort ihre Kunstfertigkeit und man konnte sogar zusehen, wie zum Beispiel eine Flöte entsteht. Der Mittelpunkt des gesamten Marktes war jedoch auch hier die Bühne, auf der auch gleich Heiter und Folkig (nach einer – nach eigenen Angaben – viel zu kurzen Nacht) ihre Stücke zum Besten gaben. Auch sonst blieb der Markt nicht unbelebt: Schausteller wie unter anderem Hajo der Bettler gaben ihr Bestes, um dem einkaufswilligen Besucher auf charmante Art und Weise das Leben im Mittelalter näher zu bringen. Nicht zu vergessen seien hier auch die Spontanaktionen Einzelner, die auf freiwilliger Basis mittels kurzer Gaukeleinlagen, Geschichtenerzählerei oder einfach nur durch aufwändig und liebevoll gestaltete Kostüme für zusätzliche Unterhaltung sorgten.

Apropos Markt: An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Preise für Essen und Trinken durchaus angebracht waren, wenn man die Menge und die Qualität betrachtet. Es gab keinen einzigen Stand, der überteuert war! Selbst der Fleischspieß war seine 5 Euro ausnahmsweise wirklich einmal wert, was man normalerweise nicht behaupten kann. Dazu sei noch positiv anzumerken, dass überall darauf geachtet wurde, möglichst wenig Müll zu verursachen und wenn doch, diesen mittels Pfand wieder zurückzuholen. Dadurch blieben die üblichen Festival-Müllberge schlichtweg aus.

beatrice
Beatrice

Nachdem ich mich also gestärkt hatte, kehrte ich dem Marktleben vorerst den Rücken und beschloss, mir das Lotus Ensemble anzusehen. Leider – und das muss ich an dieser Stelle wirklich betonen – empfand ich diese Kombo als etwas unpassend, da mir hier alles etwas zu sehr nach Asia-Laden klang. Das ist allerdings natürlich persönliches Empfinden.

Mehr fällt mir an negativen Sachen allerdings einfach nicht ein, egal wie sehr ich darüber nachdenke. Beatrice hat eine wunderbare und zauberhafte Show mit ihren Acryl-Kugeln geliefert und Schelmish, sowie Omnia und all die anderen Bands „rockten“ sozusagen die Bühne. Wobei es mir hier vor allem Omnia angetan hat. Die Stimmung während des Auftritts war grandios und von vorne herein mitreißend. Jeder – damit meine ich nicht nur die Zuschauer – hatte Spaß während der Performance. Die Ansagen der Band erfolgten nahezu komplett in Deutsch, was natürlich zusätzlich für einige amüsierte Lacher sorgte und als zusätzliches Gimmik trat noch einmal Beatrice in einem schicken schwanengleichen Kostüm auf.

Als Fazit kann man einfach nur sagen, dass es schlichtweg grandios war. Überall hing dieses familiäre, ungezwungene und gleichzeitig so entspannte Flair in der Luft, wodurch ich mich nach diesem einen Tag so erholt fühlte, wie nach einer ganzen Woche Urlaub. Es gibt selten Festivals, bei denen man sich einfach nur ruhig auf seiner Decke mitten ins Grüne setzen kann, um den Bands zu folgen und sich einfach nur beschallen zu lassen. Man merkt, dass hier versucht wurde, etwas Schönes für jede Altersklasse und jede gesellschaftliche Schicht zu schaffen, jedoch gleichzeitig ohne einen Unterschied zwischen den verschiedenen Stufen zu machen. Nächstes Jahr bin ich gerne wieder dabei und freue mich, all die netten Leute, die man dort so kennen gelernt hat, wiederzusehen. Der Termin steht übrigens schon fest: 6.9.2013 – 8.9.2013. Unbedingt dick im Kalender markieren – ich werds machen!

Bis dahin – Danke Mediaval und bis zum nächsten Mal!

Steffi
triel@folkmetal.at

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