CD-Review: Niburta – Scream from the east

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[Folk Metal] – Nail Records/Einheit/Soulfood (2012)
Ungarn
Die wilde Steppe ruft!

Dass der Osten immer mehr zur Spielwiese für bodenständigen Folk/Pagan Metal wird, ist eigentlich nichts Neues. Einzig die Magyaren halten sich da noch ein wenig zurück. Dalriada ist wohl das bekannteste Zugpferd unseres östlichen Nachbars und war schon beim Pagan Fest 2011 zu bestaunen. Mit Niburta steht jedoch eine Folk Metal Band in den Startlöchern, die mit Sicherheit das Potenzial hat, mit genannten auf Augenhöhe zu sein.

Entsprechend der ungarischen Steppe, der Puszta, die gerne als „Wilder Osten“ bezeichnet wird, nennt sich das Debüt „Scream from the east“. Genau diesen Schrei der Ursprünglichkeit, Wildheit und Naturverbundenheit sollten sich die Folk/Pagan Maniacs zu Herzen nehmen.

Dementsprechend wird der Hörer mit archaischen Klängen und melancholischem Frauengesang empfangen, ehe er mit ‚Balkanic Heart‘ an Eluveitie erinnert wird. Brachiale Death Riffs bzw. Growls, begleitet von der Flöte, berechtigen zum Vergleich mit den Schweizer Folk Metallern. Allerdings erinnern sie eher an die Anfangszeiten der Eidgenossen. Ich würde mir Eluveitie wieder so ursprünglich wünschen! Wir sprechen hier aber nur von einigen Parallelen, denn bei Niburta steht wesentlich mehr Folklore im Vordergrund, ebenso der archaisch anmutende weibliche Gesang, der z.B. bei ‚Nap es Hold‘ ganz ohne männliche Unterstützung auskommt.

Für die Folklore sind die akustische Gitarre, die Violine, der Dudelsack, die Flöte und die Koboz verantwortlich. Gesungen wird auf Englisch und natürlich auf Ungarisch. Inhaltlich werden die Heimat, sowie die Natur und ihre alten Götter gepriesen. Tribute die zu jeder Zeit, wenn auch thematisch ausgereizt, ehrenvoll und lobenswert sind. Mit ‚Forebeare’s Dance‘ wird das auf rein instrumenteller Basis zelebriert.

Insgesamt kann sich die Hörerschaft auf eine gute Mischung aus harten Metal Riffs, die manchmal sogar Core Elemente enthalten und jede Menge richtiger(!!!) Folklore, abseits von Synths einstellen. Und zwar genau ab 23.November – dem Erscheinungstermin von „Scream from the east“. 10 Stücke mit hohem Unterhaltungswert. Kreativität en masse, z.B. mit „Masala“ – einem wunderschönen Medley – gesungen von Martina Veronika, die für den weiblichen Gesangspart auf „Scream from the east“ verantwortlich ist.

Leider gibt es immer weniger Metal-Bands, die den Folk wahrhaftig in ihr Konzept miteinbeziehen. Niburta aus Ungarn sind da wieder ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Für mich bereits eines der besten Folk Metal Alben in diesem Jahr.

Hörbeispiele zu Niburta finden Sie unter folgendem Link: http://www.facebook.com/niburta
geschrieben am 6.10.2012 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 14 von 15
Informationen: Niburta
Nail Records

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