CD-Review: Dalriada – Napisten Hava

dalriada_napisten hava

[Folk Metal] – Nail Records/Einheit/Soulfood (2012)
Ungarn
So klingt der Juni!

Der Name tönt zwar schottisch (Dalriada war ein Königreich der Skoten, welches Teile des heutigen Irland und Schottland umfasste), doch stammt dieses Sextett aus einer ganz anderen europäischen Region, nämlich aus Ungarn. Gegründet 1998 unter dem Namen „Echo of Dalriada“, benannte man sich 2006 in „Dalriada“ um. In ihrer Heimat sind die Folk Metaller ziemlich populär, im deutschsprachigen Teil Europas erlangten sie erstmals mit dem Vorgängeralbum „Ígéret“ (2011), welches über das Hamburger Label AFM Records erschien, vermehrte Aufmerksamkeit.

Dalriada betiteln ihre Alben chronologisch nach den altungarischen Monatsnamen – Napisten bedeutet Juni. Einzige Ausnahme bildete dabei das „Arany-Album“ (2009), welches dem ungarischen Poeten Janos Arany gewidmet wurde. Scharfe Rechner haben sicherlich längst festgestellt, dass es sich bei „Napisten Hava“ demnach bereits um das siebte Werk der aus Sopron, unweit der österreichisch-ungarischen Grenze, stammenden Band handelt.

Zu den Eigenheiten Dalriadas zählt einerseits die Tatsache, dass mit Laura Binder eine Dame den Hauptpart an den Vocals, welche ausschliesslich in ungarischer Sprache intoniert werden, einnimmt. Andererseits wird eine komplette Folkband, welche auf den Namen Fajkusz hört, zusätzlich ins Bandgefüge integriert. Dadurch lässt sich erahnen, dass der Folk-Anteil entsprechend hoch ausfällt. Der Sound der Magyaren gestaltet sich äusserst eingängig, gleichzeitig aber auch extrem abwechslungsreich: Epik trifft auf Humppa, Folkinstrumente wechseln sich mit Keyboards (welche phasenweise an Alestorm erinnern) ab. Ein mittelalterlich inspirierter Song – dem Klassiker ‚Saltarello‘ wird in ‚Hunyadi és Kapisztrán Nándorfehérvári Diadaláról‘ ein metallisches Gewand verpasst – ist auf „Napisten Hava“ ebenso wie der eher schottisch angehauchte Track ‚A Dudás‘ (zu welchem es hier ein gelungenes Video zu sehen gibt) vertreten.

Die Produktion ist einwandfrei gelungen, jedes Instrument (inkl. der zahlreichen Folkinstrumente wie Dudelsack, Flöten, Viola, Kontrabass, Laute, Geige etc.) erklingt glasklar aus den Boxen. Wer die Vorgängeralben der Ungaren kennt und mag, kann ab dem 23. November 2012 unbesorgt zugreifen. Dalriada machen genau da weiter, wo sie mit dem starken Vorgänger „Ígéret“ aufgehört haben. Allen anderen sei unbedingt empfohlen, die Band anzutesten! Denn: so muss Folk Metal anno 2012 klingen!

Hörbeispiele zu Dalriada finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/dalriadahu
geschrieben am 9.10.2012 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 14 von 15
Informationen: Dalriada
Nail Records

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s