CD-Review: Hellcannon – Infected with violence

hellcannon_infected with violence

[Thrash Metal] – Ketzer Records (2012)
USA
Bis der letzte Rest Hirn rausfliegt!

Es ist wieder einmal soweit. Auf verschlungenen Abwegen, stapfen wir abseits jeglicher breit ausgetrampelter Folk-, Pagan-, Viking-Metal- oder gar Medieval-Wege durch naturbelassene Thrash-Metal Sümpfe. Dass man hierfür ein eher grobes Schuhwerk braucht, versteht sich – genrebedingt – von selbst. Also, alle Feingeister bitte umkehren, hier wird der ganze Mann … Verzeihung! … der ganze Metalhead (m/w) gefordert.

Als Belohnung für den schweißtreibenden, nackenverspannenden Weg bekommt der übrig gebliebene, harte Kern ein metallenes Brett in den Schlund gerammt, das sich wahrlich sehen und vor allem hören lässt. Getreu dem Motto „Es gibt Dinge im Leben, die darf man nicht verändern und Thrash Metal gehört dazu“, legen Hellcannon ein Debütalbum auf den Tisch, das auch vor 25 Jahren hätte entstanden sein können. Aber bitte, das Leben ist schon kompliziert genug, da muss es die Musik nicht auch noch sein. Entsprechend hält man sich auf dem nur knapp 34 Minuten langen Silberling wahrlich nicht mit filigranen, epischen Dingen auf. Innovationen? Fehlanzeige. Komplexes Songwriting? Überflüssiger Ballast. „Infected with violence“ ist wie sein Cover: Einfach strukturiert und brutal!

Was man sich im Hause Hellcannon bei dem ebenso kurzen, wie überflüssigen Akustik-Gitarren-Geklimper-Intro gedacht hat, bleibt rätselhaft. Aber durch diesen Schlamassel muss man hindurch, um sich anschließend von acht knackigen Songs durchprügeln zu lassen. Ehrlich, aufrichtig, straight und mit vollem Herzblut, genauso wie Thrash Metal eben sein muss, wird das Schlagzeug im mittleren bis schnelleren Tempo weichgeklopft, während die beiden Gitarren die Musik machen. Ja, ein Bass ist auch dabei und lässt sich sogar immer wieder vernehmen, aber die Hauptrolle liegt eindeutig bei den sechsseitigen Brettern. Und allem Purismus zum Trotz: Diese Gitarren haben Qualität! Ganz im Stile der Old School, der man sich mit Haut und Haaren verschrieben hat, werden hier über die ganze Scheibe verteilt eine Reihe von wunderbaren Soli eingestreut. Ganz klar: Das ist denn auch das Salz in der Suppe.

Der Gesang, mit gewissen Anleihen aus dem Death-Bereich versehen, hat durchaus Qualitäten, kann aber mit dem hohen Niveau der Gitarren nicht mithalten. Der Fairness halber muss in diesem Punkt jedoch gesagt werden, dass der Gesang etwas mäßig abgemischt ist und deutlich mehr in den Vordergrund gerückt werden müsste. Platz für Steigerungen ist somit noch vorhanden. Vielleicht nutzen die Herren von jenseits des großen Teiches diese Möglichkeit, denn an einem Nachfolgewerk wird bereits fleißig gearbeitet.

Anspieltipp für diese feine Thrash-Attacke alter Machart: ‚Act of violence!‘

Hörbeispiele zu Hellcannon finden Sie unter folgendem Link: http://www.facebook.com/hellcannonmetal#!/hellcannonmetal/app_2405167945
geschrieben am 10.10.2012 von karsten@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 1 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Hellcannon
Ketzer Records

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