CD-Review: Svyatogor – Doctor Veritas

svyatogor _doctor veritas

[Experimental Black Metal] – Svarga Music (2012)
Ukraine
Schwarze Kreativität!

Nach meiner letzten CD-Rezension von Thunderkraft, entführen mich nun auch die Herren von Svyatogor erneut in die Ukraine. Dabei treffe ich auch wieder auf einen alten Bekannten: Master Alefarm (Gitarre und Geige), der auch Mitglied von Thunderkraft und Triglav ist. Ergänzt wird das Quartett durch den Bandgründer Arius (Gesang und Gitarre), Duk (Bass und Gitarre) und Amorth I.M. (Schlagzeug).

Mit „Doctor Veritas“ brachten die Ukrainer im Mai 2012 bereits ihr drittes Album auf den Markt. Der Musikstil ist im Bereich Death-/ Black Metal anzusiedeln, wird jedoch mit für das Genre eher untypischen Elementen ergänzt. Dazu gehören jazzige Saxophon-Einlagen, melodischer Gesang und Gitarrensoli, die sonst eher im klassischen Heavy Metal anzutreffen sind. Gesungen wird auf Russisch, Englisch, Französisch und Ukrainisch.

Die CD beginnt mit ‚In Memories Of Fallen Heroes‘. Auch hier bin ich der Band und dem Label wieder dankbar, dass sie die Songtitel noch auf Englisch in der nicht-kyrillischen Version angeben. Der Einstieg in den Song ist klassisch, er beginnt mit schweren Gitarren-Riffs. Mit dem Einsetzen von Geige und Gesang wird das Ganze dann aber kurzfristig ziemlich schräg. Um absichtlich so unharmonisch zu spielen, muss man sein Instrument schon sehr gut beherrschen. Nach etwas mehr als einer Minute wird der Song dann aber wieder harmonischer und fügt sich schlussendlich zu einem ganz passablen Stück Musik zusammen.

Weiter geht es mit ‚Word hard. Eat. Watch‘ Der Anfang des Stück könnte auch aus einem alten schwarz-weiss Horrorfilm stammen. Graf Dracula hätte an dem Schallplatten-Knistern und den schaurigen Piano- und Geigenklängen seine helle Freude gehabt.

‚Doctor Veritas‘ – der Titelsong und die Nummer vier auf der Platte – ist der stilistisch abwechslungsreichste Track der gesamten Scheibe und überzeugt mit sauberen Gitarrenklängen und einem unerwarteten Saxophon-Solo am Ende des Stücks. Auch gut zum Ausdruck kommt in diesem Song die vielseitige Stimme von Arius.

Dass Svyatogor auch den schnörkellosen und klassischen Black Metal beherrschen, beweisen sie mit den Liedern ‚AWOKE INCOMING (Antarctic Solitude)‘, ‚Inevitability‘ und ‚Reincarnation Of Thoughts‘.

Passend zum Gesamtwerk endet die CD schlussendlich mit einem witzigen Saxophon-Solo. Irgendwie spürt man da auch, dass die Jungs noch Spass haben an dem, was sie machen.

Mein Fazit: Mit „Doctor Veritas“, ist Svyatogor ein gutes Werk gelungen, welches immer wieder mit Unerwartetem überrascht. Insbesondere die Verknüpfung von Black Metal und Saxophon finde ich ziemlich cool. Die Band beherrscht ihre Instrumente und der Sound wurde sehr stimmig und sorgfältig abgemischt. Die verschiedenen Instrumente kommen alle gut zur Geltung, keines ist zu laut oder zu leise und auch der Gesang fügt sich gut in das Gesamtwerk ein.

Für Freunde des Black Metal, die nichts gegen etwas Kreativität haben, ist Svyatogor auf alle Fälle zu empfehlen.

Hörbeispiele zu Svyatogor finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/svyatogorband
geschrieben am 4.11.2012 von nicole@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Svyatogor
Svarga Music

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