CD-Review: Huldre – Intet Menneskebarn

huldre_intet mennekebarn

[Folk Metal] – Eigenproduktion (2012)
Dänemark
Kein Menschenkind!

Du magst Geschichten? Ja? Wunderbar! Du magst Geschichten, die auch noch stimmungsvoll „erzählt“ werden? Noch besser! Für stürmische, laue, ruhige, verregnete, sonnige Herbsttage eignet sich das Debütalbum von Huldre „Intet Menneskebarn“ (kein Menschenkind) hervorragend für Vorhaben à la gemütlich zu Hause sitzen und aus dem Fenster dem Wettermischmasch zusehen.

Zuallererst muss man jedoch das schöne Layout des Booklets und der CD an sich loben: Standesgemäß hat sich jedes einzelne Bandmitglied brav vor die Linse zum ablichten gestellt und das, was dabei herausgekommen ist, kann sich wirklich sehen lassen. Es scheint fast so, als wollte man die bereits durch die Texte erzählten Geschichten durch die enorm stimmungsvollen Aufnahmen noch einmal doppelt unterstreichen. Bereits hier wird also eine mystische, aber auch düstere und irgendwie naturverbundene Stimmung erzeugt.

Huldre weiß auch musikalisch hervorragend zu überzeugen. Bei keinem Lied lässt sich etwas vermissen und es scheint so, als hätte jedes einzelne Mitglied des Sextetts genau seine musikalische Nische gefunden, ohne einen der anderen in den Hintergrund zu drängen. Alles wirkt sehr ausgewogen, genau überdacht und dementsprechend alles andere als langweilig. Geschmackvoll gesetzte und nicht zu überladene Gitarrensoli, bei denen eindeutig das Können des Spielers erkennbar ist, wechseln sich mit traditionellen Rhythmen ab, was wiederum eine durchaus interessante Gesamtmischung auf dem Silberling ergibt, aber an sich nichts Neues ist. Was nun das Besondere ausmacht, ist die Stimme. Durch sie bekommt die Welt, welche durch die Instrumente geschaffen wird, noch eine besondere Note und die Geschichten, die – wie bereits erwähnt – erzählt werden, ihren hocheigenen Klang. Nanna Barslev nutzt auf schöne Art und Weise ihr Talent, um andere gekonnt in den Bann zu ziehen – fast schon wie eine Hexe (im positiven Sinne!).

Huldre liefert mit diesem Debütalbum einen gelungenen Auftakt in den Herbst/Winter und wird hoffentlich keine Eintagsfliege sein. Wer Folkmetal mag, wird sich in jedem Fall bei der Wahl dieser Scheibe etwas Gutes für die Ohren und das Gemüt tun.

Hörbeispiele zu Huldre finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/huldremetal
geschrieben am 6.11.2012 von triel@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Huldre
Eigenproduktion

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s