CD-Review: Incursed – Fimbulwinter

incursed_fimbulwinter

[Pagan/Folk/Viking Metal] – Eigenproduktion (2012)
Spanien
Los vikingos del sur!

Mit Spanien verbindet man im Allgemeinen Sonne, Strand und Wärme. Die fünf Jungs von Incursed präsentieren uns mit ihrem zweiten Album „Fimbulwinter“, das am 5. November 2012 in die Läden gekommen ist, aber alles andere als eitel Sonnenschein. Sie liefern epischen Viking Metal, gemischt mit Pagan- und Folk-Elementen, der vom ersten Ton an musikalisch klar macht, dass man sich nicht im warmen Süden, sondern im kalten Norden befindet.

Inhaltlich bedienen sich Incursed dann auch bei der nordischen Mythologie und den alten Göttersagen. ‚Svolder’s Battle‘, der erste Song auf dem Album, wird von einem genretypischen Intro eingeleitet, welches etwas an Filmmusik erinnert. Bereits beim Opener merkt der Zuhörer, dass Incursed ihr Handwerk verstehen. Der Song ist gesanglich und musikalisch anspruchsvoll und abwechslungsreich gestaltet. Leider gibt es bei der Aufnahmequalität einige akustische Wackler, wo vor allem die tieferen Töne teilweise von Nebengeräuschen begleitet werden. Dies ist mir aber erst nach mehrmaligem Durchhören des Songs aufgefallen und zum Glück nur bei diesem Song der Fall. Ansonsten wurde die CD sehr sauber produziert, erstaunlich auch, weil es sich bei „Fimbulwinter“ um eine Eigenproduktion handelt.

Bereits nach dem ersten Song kann man festhalten, dass Incursed sehr ähnlich klingen wie andere Genregrössen wie zum Beispiel Turisas oder Ensiferum. Wobei sie sich für die melodiösen Parts aber überwiegend beim Keyboard bedienen und keine anderen Folkinstrumente einbauen. Mit ‚Feisty Blood‘ und ‚Finnish Polkka‘ gibt es auch zwei reine Instrumentaltracks, in denen vor allem Asier Amo an den Drums und Jon Koldo Tera am Keyboard ihr ganzes Können an den Tag legen.

Das beste Stück und mein Favorit auf der CD ist ‚Nordwaldtaler‘. Während bei den anderen Songs teilweise die Individualität etwas fehlt und man oft das Gefühl hat, die Songs bereits bei anderen Bands des Genres gehört zu haben, wartet ‚Nordwaldtaler‘ mit sehr viel Abwechslung und Überraschungen auf. Auch gefällt mir hier die – im Vergleich zu den anderen Tracks eher dezent dosierte – Verwendung des Keyboards, das dafür öfters mit Soloparts hervorsticht. Ein weiterer Höhepunkt ist der Mittelteil, der eine Art einen metalisierten Country-/Wildwestsong inklusive (keyboardgenerierter) Mundharmonika ist.

Mein Fazit: Incursed ist eine vielversprechende Band, die man sich für die Zukunft merken sollte. In meinem Auto CD-Player läuft die CD nun doch bereits seit drei Wochen praktisch ununterbrochen in der Endlosschlaufe. Um mit Bands wie Ensiferum auf Augenhöhe zu agieren, fehlen Incursed noch etwas die Einzigartigkeit und die Kreativität. Dafür muss ich bei der Innovation leider auch einige Punkte abziehen. Bei Songs wie ‚Nordwaldtaler‘ merkt man aber, dass das Potential, sich von der breiten Masse der Viking, Pagan und Folkmetalbands abzuheben, und das musikalische Können definitiv vorhanden sind.

Sollte es Incursed gelingen, bei einem grösseren Plattenlabel unterzukommen, bin ich überzeugt, sie schon sehr bald auf der einen oder anderen Tour zu sehen.

Hörbeispiele zu Incursed finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/user/IncursedOfficial
geschrieben am 27.11.2012 von nicole@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Incursed
Eigenproduktion

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