CD-Review: Thyrfing – De Ödeslösa

thyrfing_de oedesloesa

[Pagan Metal/Viking Metal] – NoiseArt Records (2013)
Schweden
5 Jahre Durststrecke!

Wie die Zeit vergeht und doch kann man gewisse Dinge nicht früh genug erwarten. Immerhin sprechen wir von um einer nicht unwesentlichen Wartezeit von fünf Jahren. Fünf Jahre zwischen „Hels vite“ und „De Ödeslösa“. Für Nicht-Insider: Es handelt sich um die Zeitspanne zwischen dem letzten („Hels vite“) und dem aktuellen („De Ödeslösa“) Album von Thyrfing. Dass sich Thyrfing bereits einen nicht geringen Kultstatus in der Pagan/Viking Szene erarbeitet hat, schmälert die Erwartungshaltung sicher nicht.

Auch ich zähle die schwedische Combo zu meinen absoluten Favoriten. Mit ihrem siebenten langen Tonträger sollte sich doch einiges ändern. Da ist mal der Sprung von Regan Records zu NoiseArt Records, dann ein Wechsel an den Instrumenten. Gründungsmitglied Joakim „Jocke“ Kristensson tauscht die Drums gegen den Bass, dafür nimmt Dennis Ekdahl die Sticks in die Hand. Raus aus dem ganzen Karussell ist Kimmy Sjölund, der bisher am Bass werken durfte. Da aber solche Rotationen seit jeher bei Thyrfing an der Tagesordnung sind, ist das noch lange kein Grund zur Annahme, dass es auf „De Ödeslösa“ einen totalen Stilbruch gibt.

Genau das ist der wichtigste Punkt. Thyrfing geben mit diesen Rochaden keinesfalls ihre Identität auf. Ein gewisser Wandel hat sich ja schon auf „Hels vite“ vollzogen, so dass „De Ödeslösa“ die logische Weiterentwicklung ist. Wer Thyrfing seit Beginn oder zumindest seit längerem mitverfolgt, der stellt kontinuierliche Veränderung fest. Gut, mittlerweile hat man sich von den Werken „Thyrfing“, „Valdr Galga“ oder auch „Hednaland“ schon etwas entfernt. Doch im Falle von Thryfing ist die Weiterentwicklung ein Privileg, ohne mit der Vergangenheit zu brechen.

Was der Hörer auf „De Ödeslösa“ präsentiert bekommt, ist epischer als sein Vorgänger und vor allem experimenteller. Ein Lied wie „Kamp“ – in der Mitte des Albums zu finden – wird sicher viele anfänglich vor den Kopf stoßen. Jens Rydén (Vocals seit 2007) gibt sich folkigem Klargesang, begleitet von rein akustischen Gitarrenklängen, hin. In diesem Fall glaubt man kaum Thyrfing zu hören, ehe sich die Töne gegen Mitte des Songs wieder etwas verhärten. Ich kann nur empfehlen, hier kein voreiliges Urteil abzugeben. Für mich ist es nicht nur der markanteste Song auf „De Ödeslösa“, sondern auch der Track, der die Replay Taste am meisten ausreizt.

Ansonsten kann ich versprechen, dass dort, wo auf der neuen CD „Thyrfing“ drauf steht, auch Thyrfing drin ist. Dass es sich weder musikalisch noch textlich um Viking Metal mehr handelt, ist ja weder was Neues (seit „Hels vite“), noch tut es was zur Sache. Wir schreiben das Jahr 2013 und das wird auf jeden Fall ein gutes Thyrfing-Jahr werden. Die acht Stücke werden vielleicht nicht als das Beste in die Geschichte von Thyrfing eingehen, aber es wird verdammt geiler Metal mit viel Epik und noch immer genug Düsterheit geboten. Dafür sorgt schon alleine der Gesang von Jens Rydén. Am 1. März ist es soweit. Da heißt es zuschlagen und das neue Thyrfing Album kaufen.

Hörbeispiele zu Thyrfing finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/thyrfingband
geschrieben am 24.2.2013 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt): 14 von 15
Informationen: Thyrfing
NoiseArt Records

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