Konzertbericht: Rauhnacht VII mit Finsterforst, Abinchova u.a. in Luzern

Rauhnacht VII mit Finsterforst, Abinchova, Silent Stream of Godless Elegy u.a.
Ort: Luzern (CH) – Schüür
Datum: 15. März 2013

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Finsterforst

Regelmässig veranstalten Abinchova ihre Rauhnächte, welche inzwischen in der Zentralschweiz fast schon Kultstatus erreichen. Was 2009 mit der allerersten Ausgabe begann, findet nun vier Jahre später mit Volume VII, gleichbedeutend mit dem 50. Gig der Melodic Death / Folk Metaller, einen weiteren Höhepunkt.

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Abinchova

Erfreulich dabei ist die Tatsache, dass jeweils grosser Wert auf stilistische Vielfalt gelegt wird. So eröffnete mit Implosion Circle eine Band den Konzertreigen, welche man bei solch einer Veranstaltung nicht unbedingt erwarten würde. Das ebenfalls aus der Region Luzern stammende Quartett bot den leider noch nicht allzu zahlreich anwesenden Gästen groovigen Modern Thrash Metal und sorgte so schon zu früher Stunde für kreisende Köpfe.

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Implosion Circle

Silent Stream of Godless Elegy hatten da schon einen deutlich weiteren Anfahrtsweg, stammt die progressive Doom/Folk Metal Band doch aus der Tschechischen Republik. Die Besonderheiten an SSOGE sind, dass die Vocals hauptsächlich in der Muttersprache gehalten werden und aus einer weiblichen und männlichen Clean-Stimme bestehen, welche hie und da durch dezente Growls ergänzt werden.

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Silent Stream of Godless Elegy

Des weiteren findet ein so untypisches Instrument wie das Violoncello Einzug in den Sound des Septetts, während der E-Bass wiederum nicht zum Bandgefüge gehört und die entsprechenden Spuren stattdessen ab Band gespielt werden. Höhepunkte des Auftritts waren das nicht nur aufgrund des Titels, sondern auch wegen der Soundstruktur an Arkona erinnernde „Slava“ sowie das doomig-folkige „I would dance“, welches einen prägnanten Violinenpart aufweist.

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Abinchova

Es folgten die Gastgeber von Abinchova, welche an diesem Abend anlässlich ihres Jubiläums vor Spielfreunde nur so strotzten. Den Auftakt machte „Hörensagen“, es folgten mit „Hundert Raben“ sowie „Eule“ zwei weitere Tracks vom Debütalbum „Versteckte Pfade“. „Wegweiser“ stammt von der 7“ „Handgeschrieben“, während „Unter der Erde“ einen bisher gänzlich unveröffentlichten Track darstellte. Abgeschlossen wurde das schweisstreibende Set mit „Wandlung“ und schliesslich „Heimatlos“, letzterer einer der allerersten Abinchova-Songs überhaupt. Sänger Arnaud gab ausserdem bekannt, dass man sich – sofern es die finanziellen Mittel zulassen – noch dieses Jahr ins Studio begeben wolle, um das zweite full-length Werk einzuspielen.

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Finsterforst

Finsterforst brauchen an dieser Stelle kaum näher vorgestellt zu werden. Die Recken aus dem Schwarzwald sind zu einer Institution in Sachen Folk Metal gereift und rockten die Schüür zu Luzern, so dass „Nichts als Asche“ zurückblieb. Auch das Septett feierte an diesem Abend ein kleines Jubiläum: der Gig an der Rauhnacht stellte nämlich das exakt 80. Konzert der Finsterförster dar. Mit einem brillianten Sound ausgestattet, spielte man während rund 90 Minuten u.a. mit „Des Waldes Macht“, „Sturmes Ernte“, der obligaten „Försterhochzeit“ und der letzten Zugabe „Ein Lichtschein“ einen Querschnitt durch die gesamte Diskographie.

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Finsterforst

Einmal mehr bewiesen die Jungs um Leadsänger Oliver, dass sie jede Halle innert Minuten in ein Tollhaus verwandeln können. Dabei dürfen jedoch keineswegs die technischen Fähigkeiten der Band unerwähnt bleiben, welche mit der Wandlung vom Humppa Folk Metal der ersten Stunde hin zu den epischen Tracks neueren Datums enorm gesteigert werden konnten. Lange Rede, kurzer Sinn: Finsterforst machen live einfach unglaublich Spass!

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Abinchova / Implosion Circle

Leider liessen es die öffentlichen Verkehrsmittel nicht mehr zu, die im Anschluss auftretenden Spielmänner von Koenix zu geniessen. Schade, wenn man bedenkt, dass die Jungs mit „Us em Gjätt“ und „Vo de Gipfle“ über ausserordentlich starkes Material verfügen.

So bleibt ein durchwegs positives Fazit zu einem gelungenen Konzertabend. Wir freuen uns auf die nächste Rauhnacht! Zuvor gibt es jedoch ein Wiedersehen mit Abinchova anlässlich des 10. Ragnarök-Festivals!

Wallace
wallace@folkmetal.at

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