CD-Review: CastleWay – Tales from the old Times

castleway_tales from the old times

[Folk/Viking Metal] – Eigenproduktion (2013)
Schweiz
Prenez le Chemin du Château!

In der französischsprachigen Schweiz (der so genannten Romandie) hat sich in den letzten Jahren eine kleine, aber feine Folk/Viking Metal Szene entwickelt. Zu dieser zählen auch CastleWay aus Vevey, einer Kleinstadt am Genfersee. Bereits seit Anfang 2008 aktiv, mussten erst mehrere Line-up Wechsel vollzogen werden, bevor mit der aktuellen Besetzung das Debütwerk eingespielt und Ende März dieses Jahres veröffentlicht werden konnte.

Stilistisch bewegt sich das Sextett in ähnlichen Gefilden wie Abinchova, wenngleich die Waadtländer eindeutig folkiger zu Werke gehen als die Zentralschweizer. Zwischen den beiden Bands besteht übrigens seit längerem eine enge Freundschaft. Diese führte dazu, dass CastleWay-Gründungsmitglied und Leadgitarrist Alex seit kurzem die zweite Gitarre bei Abinchova bedient. Deren Sänger Arnaud wiederum hat auf „Tales from the old Times“ einen Gastauftritt an den Vocals.

Ein Kriegshorn ertönt und ohne grosse Umschweife befindet man sich mitten in „The first Battle“. Ein feiner Viking Metal Track, getragen von melodischen Gitarren und der allgegenwärtigen Violine. Auf „Valkyrior“, haben Amon Amarth sowohl lyrisch als auch riffmässig einen nicht unwesentlichen Einfluss ausgeübt. „Deep down in Hel“ weist einen gelungenen ¾-Takt Zwischenpart auf. Es folgen „Fenrir’s Revenge“ und eine Humppa-Version des russischen Traditionals „Korobeinïki“, auch bekannt als „Tetris-Song“, da die entsprechende Melodie Mitte der Achtziger für das gleichnamige Spiel verwendet wurde. Ein Track, welcher live schon seit längerem gespielt wird und jeweils (nicht ganz überraschenderweise) für ausgesprochen viel Bewegung im Publikum sorgt.

Bei „Witness“ geht es wieder etwas härter zur Sache ehe im darauffolgenden „Shaman“ Korpiklaani um die Ecke schauen. Nicht, dass dieser Track neuerlich mit Humppa-Rhythmen auffahren würde. Doch Julians Gesang (oder besser gesagt Gemurmel, da der Tracks keine wirklichen Lyrics enthält), welcher sich auf dem Rest des Albums als Geschrei bzw. dezente Growls charakterisiert, ertönt hier wie eine gelungene Kopie von Jonne Järvelä. Humppa kehrt dafür in „The Herald“ zurück, während zum Auftakt von „The young Man I was“ Dudelsack-Klänge ertönen. Zu diesem Song wurde des Weiteren der erste Videoclip der Bandgeschichte gedreht. „Lai lai lai lai hey“ klingt verdächtig nach Ensiferum, hat jedoch mit deren ähnlich betiteltem Song nichts zu tun. Wie oben erwähnt, schreit sich bei diesem letzten Track des Albums Arnaud von Abinchova als Gastsänger die Seele aus dem Leib.

Über zehn Songs mit einer Gesamtspielzeit von 41 Minuten präsentieren CastleWay eine gelungene Mischung aus Folk und Viking Metal Tracks. Dabei wird das Genre zwar in keiner Weise revolutioniert, doch durch geschicktes Variieren zwischen Humppa-Klängen, Melodic Death Einflüssen und folkigen Violinen gelingt den Romands ein durchaus abwechslungsreiches Debüt, welches ausserdem für eine Eigenproduktion beachtliche Soundqualität aufweist.

Das Werk kann direkt bei der Band über folgenden Link bestellt werden: http://www.castleway.ch/shop.html

Hörbeispiele zu CastleWay finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/watch?v=LqF5HXgiZrw&feature=youtu.be oder http://www.youtube.com/watch?v=V3QqseU9pS8

geschrieben am 14.4.2013 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: CastleWay
Eigenproduktion

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