CD-Review: Fjoergyn – Monument Ende

fjoergyn_monument ende

[Avantgarde Metal] – Trollzorn (2013)
Deutschland
Episch! Extravagant! Monumental!!

Fjoergyn waren immer schon irgendwie anders. Bereits mit Alben wie „Sade et Masoch“ oder „Jahreszeiten“ vermochten sich die Thüringer vom Gros der Metal-Szene abzuheben. Ein Attribut, das ebenfalls auf „Monument Ende“ zutrifft.

Auf ihrem vierten Werk umschreiben und vertonen die Querköpfe die letzten Momente der Menschheit, welche dabei – getreu nach dem Bandmotto „Hate Society, Love Music“ – nicht gerade gut wegkommt. So moniert denn auch Luzifer im „Monolog des Antichristen“, dass ihm der Mensch bei allen schlechten Taten zuvor gekommen sei. Misanthropie sowie Mutter Natur sind die Hauptinspirationsquellen des Quartetts. Wer ersteres jedoch mit depressivem Black Metal oder artverwandten Sparten gleichsetzt, befindet sich im Falle von Fjoergyn gehörig auf dem Holzweg. Auch hierbei bewahrt die Band eine erfrischende Eigenständigkeit und klingt trotz ihrer Gesellschaftsverachtung auf „Monument Ende“ gelegentlich fast schon fröhlich.

Dass dabei Lyrics und Songarrangements alles andere als trivial geraten sind, dürfte selbsterklärend sein. „Monument Ende“ fiel noch epischer und avantgardistischer als seine Vorgänger aus. Der Einsatz von Elementen aus der klassischen Musik wurde erneut gesteigert, so dass man sich des öftern in einem Filmsoundtrack wähnt. Überhaupt schreien das lyrische Konzept und die dadurch erzeugte Endzeitstimmung eigentlich geradezu danach, verfilmt zu werden. Und wer beim Lesen dieser Zeilen nun Parallelen zu einer gewissen finnischen Symphonic Metal Band zieht, liegt sicherlich nicht völlig falsch. Fjoergyn gehen jedoch düsterer zu Werke, so dass sich ebenfalls ein Vergleich mit neueren Dimmu Borgir aufdrängt.

„Monument Ende“ bietet demnach weder in musikalischer noch in textlicher Hinsicht leichte Kost. Nicht zuletzt weil das Album eine Dauer von über 64 Minuten aufweist, umschreibt der Begriff „Monument“ das Werk ziemlich passend. Ein Umstand, der durch den finalen zwölfminütigen Titeltrack, dem lediglich noch ein instrumentales Outro folgt, noch einmal unterstrichen wird.

Fjoergyn schufen ein Album, welches definitiv mehrerer Hördurchgänge bedarf, um es auch nur ansatzweise nachvollziehen zu können. Nichts, was sich als Hintergrundmusik eignet, sondern ein Epos, welchem man beim Lauschen vollste Aufmerksamkeit schenken muss und auch sollte. Das mag für die eine oder den anderen zu viel des Guten sein. Ich für meinen Teil stellte mich dieser Anforderung noch so gerne, denn: „Monument Ende“ ist schlicht ein Meisterwerk!

Hörbeispiele zu Fjoergyn finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/watch?v=ml9UvSWUmAM und http://www.trollzorn.de/portal/index.php?article_id=1&start=4&clang=0

geschrieben am 21.4.2013 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 13 von 15
Punkte (Gesamt): 14 von 15
Informationen: Fjoergyn
Trollzorn

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