CD-Review: Manegarm – Legions of the north

manegarm_legions of the north

[Viking Metal] – Napalm Records (2013)
Schweden
The return of the Wolves!

Das Musikbusiness ist unfair! Es begab sich im Jahre 1992, als sich in Stockholm eine Band namens Amon Amarth gründete. Besagte Wikingertruppe schaut in der Zwischenzeit auf acht Studioalben zurück, der neunte Streich steht aktuell in den Startlöchern. Die Donnergötter, welche ca. seit 2007 ihre Passion für Schwermetall professionell betreiben können, headlinen weltweit Konzerttouren und Festivals.

Etwa 70 km nordöstlich der schwedischen Hauptstadt erhob sich lediglich drei Jahre später ein Quintett, welches sich lyrisch ebenfalls der nordischen Mythologie zuwandte, aus der Asche: Månegarm. Mit „Legions of the North“ erscheint nun Ende Monat deren siebtes Album (würden wir die Demo-Compilation „Vargaresa – The Beginning“ sowie das Akustikwerk „Urminnes Hävd – The Forest Sessions“ mitzählen, wären wir ebenfalls bei neun), wobei Erik Grawsiö und seine Recken meilenweit vom Erfolg oben erwähnter Landsmänner entfernt sind. Dass man bei der Neckbreakers Ball Tour 2011 z. B. noch vor Equilibrium auf die Bretter musste, sagt eigentlich alles.

Ist der qualitative Unterschied zwischen Amon Amarth und Månegarm wirklich so gross wie diese Tatsachen suggerieren? Nein, definitiv nicht! Und dies beweisen die Jungs aus Norrtälje mit „Legions of the North“ einmal mehr!

Sicher, stilistisch gesehen, hinkt der Vergleich: Amon Amarth haben ihre Wurzeln im Melodic Death Metal, während Månegarm eindeutig schwarzmetallisch geprägt sind. Bereits seit ihren Anfängen bauten letztere zudem Folkinstrumente und weiblichen Gesang in ihren Sound ein und hielten ihre Vocals vorwiegend in der Muttersprache. Bis heute! Mit Ausnahme des akustischen Outros „Raadh“ wird auf „Legions of the North“ ausschliesslich in englischer Sprache gesungen, gegrowlt und gekeift. Ob da wohl das neue Label Napalm Records Einfluss ausübte? Wie dem auch sei, Tatsache ist, dass dieser Umstand Månegarm leider etwas die Identität raubt.

Darüber hinaus trumpft das neue Werk jedoch mit starken Songs in typischer Manier wie beispielsweise ‚Eternity Awaits‘, welcher schon seit 2011 im Live-Set der Schweden figuriert, dem Titeltrack oder ‚Hordes of Hel‘ auf und fügt sich dadurch nahtlos in die Liste grandioser Alben wie „Vargstenen“ oder „Nattväsen“ ein.

Kris Verwimp kehrt erfreulicherweise als Artwork-Künstler zurück, währenddessen Janne Liljeqvist (die schillernde Figur an der Violine) infolge Ausstiegs gezwungenermassen durch Gastmusiker ersetzt werden musste.

„Legions of the North“ wäre beinahe Månegarms Meisterwerk bis dato geworden, hätte man sich mehr auf die eigenen Wurzeln (sprich die schwedische Sprache) besonnen. Des Weiteren vermögen nicht ganz alle Tracks des Werks das Niveau oben erwähnter Anspieltipps zu halten, weshalb im Endeffekt „nur“ 13 Punkte rausspringen.

Hörbeispiele zu Manegarm finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/watch?v=N2RMLztRAT4 und http://www.youtube.com/user/Manegarmofficial/videos

geschrieben am 11.6.2013 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15
Informationen: Manegarm
Napalm Records

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