CD-Review: Kultasiipi – Matkalla

kultasiipi_matkalla

[Folk Metal] – Eigenproduktion (2013)
Deutschland
Finnischer Fell Folk Fantasy Metal!

Eines muss man Kultasiipi lassen. Es gehört schon eine Portion Mut dazu, wenn man als deutsche Band auf Finnisch singt, wenn man die Sprache nach eigener Aussage nicht beherrscht. Ich kanns auch nicht beurteilen, aber die Texte scheinen tatsächlich auf Finnisch zu sein!

Zuerst zum Soundtechnischen. Man merkt „Matkalla“ an, dass es keine teure Profiproduktion ist. Die Gitarren könnten druckvoller sein, der Sound klingt relativ dumpf und sandig. Ebenso wirken die Drums billig aufgenommen, die Snare tönt blechig und die Toms vollkommen tot, auch wenn das komischerweise nicht in allen Songs gleich ist. Teilweise sind die Instrumente auch nicht ganz tight eingespielt. Was schon besser gefällt, sind die Growls, die recht aggressiv und dreckig daherkommen. Der Gesang ist ebenfalls gut, insbesondere der Frauengesang. Die Männerstimme klingt ein wenig emotionslos und es scheint mir, dass der Sänger nicht in seiner Stimmlage singt, sondern zu tief.

Inhaltlich gefallen die Berliner: Das Album beginnt mit einem stimmigen Intro. Überhaupt gibt es vor jedem Track ein Intro, resp. ein akustisches Zwischenspiel, was durchaus originell ist und zu gefallen weiss. ‚Metsäpolku‘ wartet mit einer schönen Flötenmelodie auf. Der anschliessende mehrstimmige Gesang mit zwei Frauen- und einer Männerstimme erinnert mich sehr positiv an Lumsk.Weiter geht es mit dem groovigen Trinksong ‚Humala‘ und dem ebenfalls auf Deutsch gesungenen ‚Satansweiber‘, welcher sich als eine Art lustiger Mittelalter-Säufer-Song entfaltet. ‚Pakkasen Sanoja‘ überzeugt mit gutem Gitarrenriffing. Leider wirkt das Piano total aufgesetzt, nervig und konkurriert die Stimme. Hier wäre ein anderes Instrument die bessere Wahl gewesen. Dafür hat der Song einen abwechslungsreichen Zwischenteil.

Gegen Ende des Albums wird es meiner Ansicht nach deutlich besser. ‚Kultalintu‘ wartet mit schöner Gitti- und Flötenmelodie und einem tanzbaren Refrain mit Chor auf, was gleich mehr Tiefe ins Spiel bringt. Mehr Chorgesang hätte den anderen Songs auch gut getan. Mein Favorit ist das epische ‚Matkalla‘: Sehr schöner mehrstimmiger Frauengesang, der immer voller wird. Es entfaltet sich eine richtige Ohrwurmmelodie. Hier kommt dann auch ein voller Männerchor, der richtig nordisch klingt, zum Einsatz. Warum haben sie das denn nicht in den anderen Songs eingebaut? Meine Freude trübt leider nur dieses unsägliche Piano, welches überhaupt nicht passt und die Stimmung stört, Harfe zum Beispiel hätte viel besser in den Gesamtsound gepasst.

Kultasiipi ist mit „Matkalla“ eine nette Folk Platte gelungen, auch wenn das Songwriting noch verbessert werden könnte. Mit den grossen finnischen Bands können sie nicht mithalten, aber das kann ja noch werden!

Hörbeispiele zu Kultasiipi finden Sie unter folgendem Link: http://www.facebook.com/kultasiipimusic/app_2405167945

geschrieben am 20.10.2013 von Maede / info@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 9 von 15
Informationen: Kultasiipi
Eigenproduktion

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4 Antworten zu “CD-Review: Kultasiipi – Matkalla

  1. Die Harfe klingt an allen Stellen gleich, nur manchmal werden hohe und manchmal tiefe Saiten gespielt, das kann dann evtl. anders klingen.
    Evtl. solltest du auch beim nächsten Mal nicht gleich zu Beginn des Reviews auf der Drum-Abnahme rumhacken. Das ist wirklich für die wenigsten Hörer ausschlaggebend, da solltest du vielleicht deine persönlichen Präferenzen als Drummer, der darauf sehr viel Wert legt, nicht in den Vordergrund stellen 🙂
    Nur als Tipp. Hab auch mal Rezies fürs Legacy geschrieben aber extrem selten was zum Bass-Sound geschrieben, da das den meisten eben latte ist…

    Das zu Beginn eines Rezies zu schreiben, vergrault alle Leser.

    „Schlechte“ Produktion ist ebenso zu heftig, so etwas zu schreiben. Wenn Gitarren sandig klingen kann das auch mal Absicht sein. Sound ist absolut Geschmackssache und wir mögen eben keinen sterilen Sound. Wir legen mehr Wert auf den Inhalt und unser Konzept, darin legen wir unser Herzblut, und das spiegelt sich im Rezie nicht wieder.

    Ist meine persönliche Meinung.
    Trotzdem freundliche Grüße von der Bärliner Bänd!

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  2. Es tut mir natürlich leid, dass ich das mit dem E-Piano nicht gewusst habe, es hat für mich einfach wie ein „Piano“ geklungen und ich empfand es als störend im Vergleich zur anderen Harfe im gleichen Track, die gut zum Sound passte. 2 mal der gleiche Harfensound wäre hier deutlich besser gewesen, könnte man also zusammenfassen.
    Inhaltlich habe ich das Album ja als gut bis sehr gut bewertet, wie man aus dem Text entnehmen kann. Abzüge gibt es dann halt bei der schlechten Produktion und teils beim Arrangement/Songwriting, wo noch Verbesserungspotential besteht.
    Ich habe mich durchaus bemüht eure Musik zu ‚verstehen‘. Ich bin selber Musiker und Produzent und es ist mir ein Anliegen objektiv zu kritisieren, insofern denke ich, dass meine Negativpunkte (bis auf die fälschliche Nennung des E-pianos) durchaus angebracht sind.

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  3. Hallo,
    danke für die Kritik am Review. Werde diese selbtsverständlich an den Verfasser „Maede“ weiterleiten. Das Infomaterial ging nicht an den Schreiber, daher liegt in dem Fall die Schuld beim Verteiler, sozusagen bei mir. Allerdings in Zeiten des www sind diese Infos auch leicht zugänglich. Werde das im Team bei uns auch ansprechen. Klappt normalerweise.

    Bin mir sicher, dass eure Ideen beim Publikum trotzdem gut ankommen.

    Greets
    Erich von Folkmetal.at

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  4. Hi,

    mal ein Kommentar im Namen der Band – normalerweise machen wir das nicht…aaaaber:

    Das ist kein Piano sondern eine Harfe xD… man kann allen Infomaterialien, die wir euch haufenweise geschickt haben(ebenso wie Facebook/Webseite), entnehmen, dass wir keinerlei Keys/Synths verwenden, sondern Folkharfe und Kantele. Das ist also eine originale Folkharfe.
    Übrigens verwenden wir auch keine Growls im klassischen Sinn, höchstens leicht verzerrten Gesang.

    Dein Kollege Herr Kutzer, der unser Album „Metsola“ rezensierte, hat unsere Musik auf jeden Fall deutlich besser verstanden bzw aufgedröselt 🙂

    Zum Glück ist Musik Geschmackssache.
    Also checkt unser Album aus zb bei Amazon/Itunes 🙂

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