CD-Review: Carpe Noctem – In Terra Profugus

Carpe Noctem - Cover

[Black Metal] – Code666 Records (2013)
Island
Soundtrack zur Apokalypse!

Eigentlich alles, was derzeit metaltechnisch aus Island unsere Breitengrade erreicht, outet sich als Volltreffer: da wären Solstafir, Skálmöld, Fortid (auch wenn Elfur mittlerweile nach Norwegen umgesiedelt ist) oder auch das isländisch-deutsche Konglomerat Árstíðir Lífsins, um nur einige zu nennen. Zwischen Carpe Noctem und Letztgenannten besteht durch Bassist Árni (bei Árstíðir Lífsins fürs Trommeln zuständig) gar eine personelle Überschneidung.

Carpe Noctem wurde anno 2005 ins Leben gerufen. Nach dem Release je einer Demo („Myrkraverk“ – 2008) und einer EP („Carpe Noctem“ – 2009) steht nun seit September die erste full-length Scheibe „In Terra Profugus“ in den Plattenläden.

Zum Auftakt erschallen doomige Klänge aus den Boxen. Bis zur ersten schwarzmetallischen Eruption muss man sich aber nicht lange gedulden. Diese wird wiederum bald schon von einem Break durchschnitten. So lässt sich schnell einmal festhalten: Abwechslungsreichtum stellt DEN Pluspunkt des Albums dar. Carpe Noctem gelang es, fünf kurzweilige, stilistisch vielfältige Songs zu schreiben. Eine beachtliche Leistung, weisen doch sämtliche Tracks eine Mindestspiellänge von acht Minuten auf!

Vom Label wird Carpe Noctems Sound als roher, chaotischer und apokalyptischer Black Metal angepriesen. Natürlich sind sie vorhanden, die rohen Passagen. Langsam-schleppende Parts überwiegen jedoch. Chaotisch wirkt das Ganze auch nur bedingt, (dezent) progressiv wäre hier wohl die treffendere Umschreibung. Und apokalyptisch? Check! „In Terra Profugus“ könnte durchaus als Soundtrack zum Weltuntergang eingesetzt werden.

Soundtechnisch gibt es (wieder einmal) die phasenweise zu stark in den Hintergrund verbannten (Bass-)Drums zu bemängeln. Die Scheibe könnte definitiv etwas mehr Groove vertragen. Ganz stark kommen dagegen Alexanders Vocals zur Geltung, welche so richtig krank ins Mikro gewürgt, gekrächzt und geröchelt wurden.

Die Glanztaten eingangs erwähnter Landsleute bleiben für Carpe Noctem (noch) unerreicht. Abgesehen davon veröffentlichen die Isländer mit „In Terra Profugus“ aber ein durchaus gelungenes und äusserst abwechslungsreiches Debütalbum.

Hörbeispiele zu Carpe Noctem finden Sie unter folgendem Link: http://www.youtube.com/user/carpenoctemiceland/videos

geschrieben am 23.10.2013 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 10 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Carpe Noctem
Code666 Records

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