CD-Review: Ctulu – Seelenspiegelsplitter

ctulu

[Seastorming Extreme Black Metal] – Black Blood Records (2013)
Deutschland
Eintauchen in eine andere Welt!

Ctulu, eine vierköpfige deutsche Black Metal Band, die 2004 von Mathias Junge (Vocals / Lead-Gitarre) ursprünglich als Studioprojekt gegründet wurde und nach diversen Line-Up Veränderungen mit „Seelenspiegelsplitter“ nach zwei Demo-Tapes bereits ihr drittes Album veröffentlicht.

Cthulhu, das götterähnliche Wesen, das verflucht und in todesähnlichem Schlaf in der versunkenen Stadt R’lyeh gefangen gehalten wird und auf seine Auferstehung wartet. Ein Mythos, ins Leben gerufen vom amerikanischen Schriftsteller H.P. Lovecraft, dem schon so manch eine Metalband verfallen ist.

Ctulu und Cthulhu, der Name ist Programm und so hat sich die Band Ctulu ganz den Geschichten und Mythen von Lovecraft verschrieben. Im vorliegenden Album „Seelenspiegelsplitter“ werden Geschichten rund um den Esotheric Order of Dagon [E.O.D] und den Meeresgott Dagon erzählt. Gesungen wird überwiegend in Deutsch und thematisch wird der Hörer von einem Albtraum in den nächsten mitgezogen.

Die Musik von Ctulu als Black Metal zu bezeichnen wäre zu einfach. Die Band selbst nennt ihre Musik „Seastorming Extreme Black Metal“, was meiner Meinung nach ziemlich gut passt, reichern sie ihre Songs doch immer wieder mit Elementen aus den verschiedensten Metal- und Rock-Bereichen an. Dazu verwenden sie verschiedene Zusatzinstrumente wie Geige oder Harfe.

Songs wie „Seelenbrand“ und „Im Widerlicht“ kommen als klassische Black Metal Songs mit treibendem Doublebass, etwas Piano und dem genretypischen eher monoton gehaltenen Gitarrenspiel daher. Im Stück „Durch Sturmbruch Corridore“ hört man Schritte und Atem von jemandem, der durch ein Labyrinth von Gängen gehetzt wird. Begleitet nur von einer düster-schönen Harfenmelodie, die sich mehr und mehr steigert, bis das Lied mit einem entsetzten Aufatmen abrupt endet und in den Song „Insignia Dagonis“ übergeht. „Insignia Dagonis“ ist dann auch der Song der Platte, in dem sowohl Einflüsse aus dem Heavy-Metal Bereich als auch rockige, fast schon punkige Elemente erkennbar sind.

Der balladeske ruhige Song „Tiara aus Phobien“ mit wunderschönen Gitarrensoli und stellenweise klarem Männergesang, der von einer Frauenstimme begleitet wird, ist ein weiteres Highlight auf der Platte. Das epische über neunminütige Schlussstück „Serenadenhallen“, in dem die Musiker nochmals ihr ganzes Können zeigen, bildet ein würdiges Ende für diese CD.

Ctulu’s Musik lebt von den beiden Gitarren, welche die restlichen Instrumente mit der Melodie und dem Rhythmus mitziehen. Bass und Drums sind auch stark gespielt, halten sich jedoch bewusst eher etwas im Hintergrund und überlassen den Lead den Gitarren. Gesanglich überwiegen Black Metal Shouts, die – oftmals mehrstimmig oder gemischt – mit klarem Gesang für Abwechslung sorgen.

Der Einstieg ins Album fiel mir dadurch, dass die drei ersten Songs jeweils von einem relativ langen Intro eingeleitet werden und danach gleich das Harfenstück „Durch Sturmbruch Corridore“ folgt, zu Anfang etwas schwer. Mir fehlte da etwas der Fluss, damit mich das Album von Beginn weg packt. Danach hört sich die CD jedoch flüssig an und nach mehrmaligem Durchhören konnte ich mich mehr und mehr in die CD einfühlen und immer wieder neue Elemente entdecken. Insbesondere das variantenreiche und technisch erstklassige Spiel der beiden Gitarristen hat es mir angetan.

Mit „Seelenspiegelsplitter“ ist Ctulu ein sehr eingängiges und abwechslungsreiches Album gelungen, das definitiv Lust auf mehr macht. Man merkt, dass die Band schon einige Alben aufgenommen hat und auch bereits Live-Erfahrung, unter anderem am Ragnarök Festival oder am Czech Death Feast sammeln konnte.

Hörbeispiele zu Ctulu finden Sie unter folgendem Link: http://www.facebook.com/ctulumetal

geschrieben am 01.11.2013 von nicole@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 11 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Ctulu
Black Blood Records

Eine Antwort zu “CD-Review: Ctulu – Seelenspiegelsplitter

  1. Pingback: Ragnarök Festival 2016 – Ctulu | Folkmetal.at

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