CD-Review: Hypocras – The Seed of Wrath

Hypocras

[Viking / Folk Metal] – Eigenproduktion (2013)
Schweiz
Von Flöten und Akzenten…

Regelmässig werden an dieser Stelle Bands aus Helvetien rezensiert. Tatsächlich figuriert die Schweiz als Herkunftsland in unserer internen Review-Statistik derzeit hinter Deutschland an zweiter Stelle.

Insbesondere in der Romandie, dem französischsprachigen Teil der Schweiz, entwickelt sich seit einigen Jahren eine blühende Szene in den Bereichen Folk und Viking Metal. Teil dieser ist auch eine Band aus Genf, welche sich in Anlehnung an einen Gewürzwein Hypocras nennt. Anno 2006 ins Leben gerufen, weisen die fünf Recken zwar bereits einige Erfahrung in Sachen Liveaktivitäten auf (z.B. am Metalcamp 2012 oder am Cernunnos Festival 2013 in Paris), an der Veröffentlichungsfront sah es jedoch abgesehen von einem EP-Release („Burning Drakkar“) im Jahre 2010 ziemlich mau aus. Dies änderte sich schlagartig, als Ende September dieses Jahres das Debütalbum „The Seed of Wrath“ erschien.

Gut Ding will Weile haben, sagt der Volksmund. Und siehe da, wer in „The Seed of Wrath“ reinlauscht, stellt rasch fest, dass hier keine Grünschnäbel am Werk sind. Kompositorisch weist das Quintett bereits ein ansprechendes Niveau auf, auch wenn Genre-Bands wie Amon Amarth und insbesondere die Landsleute von Eluveitie einen unüberhörbaren Einfluss ausgeübt haben.

Hypocras verfügen mit (Block-)Flötist und Gründungsmitglied Arnaud Aebi über einen wahren Virtuosen an seinem Instrument in ihren Reihen. Dabei ist es selbstverständlich Geschmackssache, ob man die Flöte im Allgemeinen und in Kombination mit Viking Metal (mit Death-Schlagseite) im Besonderen mag. Da sie in allen neun Tracks plus Intro eine Hauptrolle einnimmt, bewegen sich die Genfer tatsächlich an der Grenze des Ertragbaren. Dank der genialen Melodien und des grossen Könnens Arnauds hinterlässt sie jedoch auch nach mehreren Hördurchläufen einen bleibend-positiven Eindruck.

Die Vocals hingegen fielen etwas weniger gelungen aus: Sänger Alexandre grunzt sich zwar ansprechend durchs Album, kann jedoch seine französische Muttersprache im ausnahmslos in englischer Sprache intonierten Gesang nicht verleugnen.

Produktionstechnisch wiederum darf an dieser Stelle ein Lob ausgesprochen werden. Tommy Vetterli (Coroner, Ex-Kreator), in dessen New Sound Studio das Werk eingespielt wurde, bewies einmal mehr ein feines Händchen. Insbesondere die Flöte kommt einwandfrei zur Geltung, wobei ihm hier sicherlich die Erfahrung aus mehrmaliger Zusammenarbeit mit Eluveitie zu Gute kam.

Fazit: Hypocras veröffentlichen mit „The Seed of Wrath“ ein äusserst geglücktes Debütalbum. Für Genre-Liebhaber, welche auch exzessivem Flöteneinsatz etwas abgewinnen können, absolut empfehlenswert!

Hörbeispiele zu Hypocras finden Sie unter folgendem Link: http://hypocras.bandcamp.com/

geschrieben am 30.11.2013 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 9 von 15
Punkte (Gesamt): 12 von 15
Informationen: Hypocras
Eigenproduktion

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