CD-Review: Ingrimm – Henkt ihn

ingrimm_henkt ihn

[Medieval/Folk Metal] – Trollzorn (2014)
Deutschland
Veränderung im Mittelaltergewand!

Hallo, Ingrimm ist wieder da! Kaum zu glauben, es sind bereits vier Jahre seit dem letzten Longplayer „Böses Blut“ vergangen. Still war es in dieser Zeit aber keineswegs um die Regensburger. Waren die Betroffenen doch mit der Live CD+DVD, schlicht „Ingrimm Live“, sowie mit unzähligen Bühnenauftritten nicht unproduktiv. Einer davon ist mir sehr positiv in Erinnerung geblieben: 2011 – am Feuertanzfestival in Abenberg.

Damals noch mit Sänger Fenris, dafür schon mit Violinistin Sabine „Bine“ Radies, die allerdings erst 2013 fixes Mitglied der Band wurde. Doch das war noch nicht alles im neuen Mittelaltergewand. 2012 übernahm Rene Brandt das Mikrophon von Fenris. Somit hat sich in diesen vier Jahren einiges ereignet und das bekommen wir nun in Form eines neuen Tonträgers präsentiert.

Im Großen und Ganzen ist Ingrimm aber Ingrimm geblieben. Man fährt im Genre des Mittelalter Metal und Rock noch immer eine der härtesten Schienen, wenn auch die Violine von Bine den bekannt brachialen Sound etwas besänftigt und somit mehr Melodie ins Spiel bringt. „Henkt ihn“ ist mit Sicherheit eine professionelle Weiterentwicklung. Das Gesamtpaket hat mit den Neuen einen Feinschliff erhalten. Was mir dafür ein wenig fehlt, ist die Derbheit der Vorgänger. Ein bisschen mehr „Back to the roots“ hätte es sein können. Da ich Ingrimm seit der ersten Veröffentlichung kenne, mag es wohl am noch ungewohnten Gesang von Rene liegen. Die Passagen mit hohen und klaren Vocals erinnern doch ein wenig an zwei bis drei Mitbewerber-Combos aus dem Mittelalter-Sektor. Bisher war es aber die Stärke von Ingrimm sich von diesen zu unterscheiden.

Was nicht heißt, dass das auf „Henkt ihn“ immer so ist. Wenn sich Rene in tiefere Spähren wagt, ab und zu sogar growlt, dann kommt der typische Ingrimm Sound noch viel besser zur Geltung. Aber wie so oft ist vieles im Leben Geschmackssache. Andere werden dafür von der Variabilität des Gesangs sehr angetan sein.

Das wesentliche aber ist, dass „Henkt ihn“ alte Ingrimm-Fans nicht enttäuschen wird und mit dem neuen Gesamtpaket sicher der eine oder andere Maniac dazu gewonnen wird. Hervorheben möchte ich die ersten drei Nummern ‚Hetzer‘, ‚Carpe Diem‘ und ‚Asche auf mein Haupt‘ und gen Ende die Titel ‚Sanduhr‘ und das dramatische ‚Engel‘.

Die Regensburger gehören zu den wenigen Kapellen, die ihre Authentizität behalten haben. Ingrimm ist auch im Jahr 2014 D I E Alternative zu den Chartstürmern der Mittelalterszene.

Hörbeispiele zu Ingrimm finden Sie unter folgendem Link: http://www.trollzorn.de/

geschrieben am 12.02.2014 von erich@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 11 von 15
Informationen: Ingrimm
Trollzorn

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