CD-Review: Ignis Fatuu – Unendlich viele Wege

Cover

[Medieval] – Trollzorn (2014)
Deutschland
Wandel versus Eigenständigkeit

Der Sänger bildet in der Regel das Herzstück einer Band. Wird, aus welchen Gründen auch immer, ein Wechsel an dieser Position angekündigt, geht meist ein Aufschrei durch die Fangemeinde. Prominente Beispiele zeigen, dass eine solche Veränderung grosse Risiken bergen, aber auch gänzlich neue Möglichkeiten eröffnen kann.

Wie ihre Labelkollegen Ingrimm mussten sich auch Ignis Fatuu unlängst dieser Herausforderung stellen. Im Unterschied zu Erstgenannten holten sich die Irrlichter jedoch bereits durch die Veröffentlichung der Vorabsingle „Wenn alle Worte schweigen“ (mehrheitlich wohlwollende) Reaktionen von Fans und Presse ab.

An P.G.s Stimme liegt es denn auch nicht, dass die Nürnberger mit „Unendlich viele Wege“ am 07.03.2014 ein Drittwerk veröffentlichen, welches sich lediglich das Prädikat „gut“ verdient. Im Gegenteil, es ist gerade der neue Mann am Mikro, welcher Ignis Fatuu dazu verhilft, sich wenigstens ein bisschen von der Genre-Konkurrenz abzuheben.

Die Formatio agiert anno 2014 bei den rockigen Nummern im Vergleich zu den Vorgängern „Es werde Licht“ und „Neue Ufer“ mit leicht gesteigertem Härtegrad. Dank regelmässigen Wechseln zwischen balladesken und up-tempo Tracks erwartet den Hörer darüber hinaus ein durchaus kurzweiliges Werk. Lobende Worte dürfen auch an die Instrumentalfront sowie für die saubere Produktion verteilt werden.

Zurück bleibt letztlich, auch nach mehreren Durchläufen, ein zwiespältiger Eindruck: Einerseits charakterisiert sich „Unendlich viele Wege“ als gelungenes, unterhaltsames Album. Andererseits haftet diesem aber der Makel der fehlenden Eigenständigkeit an. Doch auch die eine oder andere stilistisch ähnlich gelagerte Band benötigte so einige Zeit, den ureigenen Sound zu finden und sich damit zu etablieren. Mit dem neuen Recken am Gesang wurde diesbezüglich auf alle Fälle ein erster Schritt in die richtige Richtung getätigt.

Hörbeispiele zu Ignis Fatuu finden Sie unter folgendem Link:
http://www.facebook.com/ignisfatuu/app_2405167945

geschrieben am 25.02.2014 von wallace@folkmetal.at

Bewertung: Punkte (Innovation): 8 von 15
Punkte (Gesamt): 10 von 15
Informationen: Ignis Fatuu
Trollzorn

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